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Computergeschichte: 1900 bis heute
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2026-08-14T17:48:47Z
Bernd Leitenberger
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/* 1976 Cray-1 */
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{{Navigation Reihe|Computergeschichte|Zurück}}
==1910 [[w:Fernschreiber|Fernschreiber]]==
==1926 [[w:Magnetband|Magnetband]] - Erfinder: Fritz Pfleumer==
Bei dem ersten Magnetband, benutzt zur Aufzeichnung von Ton, handelte es sich um Papierstreifen, die mit Eisenoxid beschichtet waren. Die Erfindung basierte auf Valdemar Poulsens Drahtaufnahmeverfahren.
==1928 Die IBM Lochkarte==
Die IBM-Karte - eine stabile rechteckige 80-spaltige Lochkarte mit rechteckigen Löchern, die Datenbits repräsentieren - bleibt jahrzehntelang der Branchenstandard für das Speichern und Aufzeichnen von Daten. Sie verhilft IBM zu einer Spitzenposition in der Datenverarbeitung und wird zum Symbol des Informatikzeitalters.
==1932 Trommelspeicher - Erfinder: Gustav Tauschek==
[[Image:Pamiec bebnowa 1.jpg|thumb|Trommelspeicher]]
Vor allem in den 1950er bis 1960er Jahren war diese Technologie sehr verbreitet. Das Gerät besteht aus einem großen Metallzylinder, dessen Außenseite mit einem ferromagnetischen Aufzeichnungsmaterial überzogen ist. Im Prinzip handelt es sich um einen trommelförmigen "Platter" (= Bezeichnung für die magnetischen Scheiben, auf denen in [[w:Festplatte|Festplatte]]n die Daten gespeichert werden). Entlang der Achse der Trommel sind die Schreib-Leseköpfe angebracht; für jede Spur gibt es einen eigenen Kopf. Ein wichtiger Unterschied zum Platter ist, dass die Schreibleseköpfe sich nicht bewegen müssen, um die Spur zu finden, die sie benötigen. Der Zugriff auf bestimmte Daten ist dadurch schneller als bei Festplatten, da der Kontroller nur zu warten braucht, bis die Daten durch die Drehung der Trommel unter dem Schreiblesekopf erscheinen. Die Leistung der Trommel hängt also fast nur von der Drehgeschwindigkeit ab, im Gegensatz zu Festplatten, wo zusätzlich auch die Bewegungsgeschwindigkeit der Schreibleseköpfe eine Rolle spielt.
Um die Leistung zu verbessern, schrieben [[w:Programmierer|Programmierer]] Anweisungen so auf die Trommel, dass die Zeit, die der Computer für die Ausführung der Befehle benötigte, auf die Drehgeschwindigkeit abgestimmt war. Dadurch war gewährleistet, dass sich die Trommel gerade dann an die entsprechende Stelle gedreht hatte, wenn der Computer die folgenden Daten benötigte. Diese Methode wird "Skip Factor" genannt und noch heute eingesetzt.
<br style="clear:both;" />
==1936 Wasserintegrator==
Dieser analoge Computer wurde in der Sowjetunion gebaut. Dabei handelte es sich um ein komplexes Netzwerk aus Röhren und Wasserbehältern. Der Wasserstand in den Behältern entsprach verschiedenen Zahlenwerten. Ein funktionsfähiges Modell dieses Computers ist im London Science Museum zu sehen.
<br style="clear:both;" />
==1936 [[w:Leiterplatte|Leiterplatte]]==
Paul Eisler stellte die erste Leiterplatte als Teil eines Radios her. 1943 wurde die Technologie durch das US-Militär genutzt und erst 1948 für den Handel freigegeben. Ursprünglich wurden in die Platten Löcher gebohrt und die einzelnen [[w:Komponente|Komponente]]n über Kabel verbunden. Heute werden die Platten mit Kupfer beschichtet und das überflüssige Kupfer so entfernt, dass Leiterbahnen entstehen. Dies geschieht zum Beispiel durch eine Methode, bei der mit Hilfe einer Fotomaske das Muster der Leiterbahnen aus einer Substanz aufgebracht wird, die resistent gegen bestimmte ätzende Chemikalien ist. Wird die Leiterplatte dann in das Chemikalienbad gelegt, so verschwindet das überflüssige Kupfer und die Leiterbahnen bleiben zurück.
==1936 [[w:Turingmaschine|Turingmaschine]] - Erfinder: [[w:Alan Turing|Alan Turing]]==
==1936 Z1 - Erfinder: [[w:Konrad Zuse|Konrad Zuse]]==
[[Image:Zuse Z1.jpg|thumb|Reproduktion des Z1]]
Der Z1 war ein mechanischer Computer, bei dem es sich im Grunde um ein 22-Bit [[w:Gleitkommazahl|Gleitkommazahl]]en Addier-/ Subtrahiergerät handelte. Er konnte programmiert werden (eingeschränkt) und erhielt seine Instruktionen über Lochstreifen. Die Maschine war nicht in der Lage, die Programme in ihrem Speicher abzulegen. Die Befehle wurden von den Lochstreifen gelesen und direkt ausgeführt.
*Speicher: 176 Byte (64 Wörter zu 22 Bit)
*Takt: 1 Hz
*Register: 2 Gleitkommaregister zu jeweils 22 bit
<br style="clear:both;" />
==1937 Atanasoff-Berry Computer==
[[Image:Atanasoff-Berry Computer at Durhum Center.jpg|thumb|250px|Nachbau des Atanasoff-Berry Computers]]
Diese Maschine war in der Lage, 29 lineare [[w:Gleichung|Gleichung]]en simultan zu berechnen. Zu den Neuerungen des Gerätes gehörten:
*Elektronische Berechnung
*Binäre [[w:Arithmetik|Arithmetik]]
*Parallelverarbeitung
*[[w:Regenerativ|Regenerativ]]er Speicher
*Trennung von Speicher- und Berechnungsfunktionen
<br style="clear:both;" />
===Aufbau===
[[Image:Atanasoff_Berry_Computer.gif|center|Aufbau des ABC]]
Das Gerät wog 320 kg und enthielt ca. 1,6 km Kabel, 280-dual-triode-Vakuumröhren, 31 [[w:Thyratron|Thyratron]]e und hatte in etwa die Größe eines Tisches. Der Speicher bestand aus zwei, einmal pro Sekunde rotierenden Trommeln, die jeweils 1600 Kondensatoren enthielten. Die Kondensatoren waren in 32 Bänder zu je 50 Stück eingeteilt (30 aktive Bänder und 2 Bänder als [[w:Ausfallsicherheit|Ausfallsicherheit]]). Dadurch war die Maschine zu 30 Berechnungsschritten pro Sekunde fähig. Daten wurden als 50-Bit-Binärfestkommazahlen gespeichert. Die Speicher- und Berechnungseinheiten konnten bis zu 60 solcher Zahlen gleichzeitig speichern und bearbeiten. Dies entspricht 3000 Bit. Die Frequenz der Stromversorgung von 60 Hz war die primäre Taktrate für die einfachsten Berechnungen. Das Gerät arbeitete nicht vollautomatisch; verschiedene Funktionen mussten von einem Operator kontrolliert werden.
Es gab zwei Formen von [[w:Eingabe und Ausgabe|Eingabe und Ausgabe]]: [[w:Primär|Primär]] und über [[w:Zwischenspeicher|Zwischenspeicher]]ung. Bei der primären Ein- und Ausgabe erfolgte die Eingabe über Lochkarten und die Ausgabe über eine Anzeige. Für kompliziertere Aufgaben als die simultane Berechnung von zwei Gleichungen war die Ein-/Ausgabe über Zwischenspeicher notwendig. Dabei wurden die Ergebnisse auf Papier aufgezeichnet, indem der elektrische Widerstand an 1500 Punkten verändert wurde. Dadurch konnten auf einem Blatt 30 der 50 Bit-Zahlen gespeichert werden. Jedes Blatt konnte in einer Sekunde beschrieben oder gelesen werden. Problematisch war, dass die genauen Eigenschaften des Papiers nicht kontrolliert werden konnten. Deshalb hatte das System eine Fehlerquote von einem Fehler pro 100.000 Berechnungen. Das Problem hätte durch das Hinzufügen von [[w:Paritätsbit|Paritätsbit]]s gelöst werden können. Doch diese Lösung wurde niemals umgesetzt.
==1939 Z2 - Erfinder: Konrad Zuse==
Da der Z1 auf Grund seiner komplexen Bauweise nicht zuverlässig genug war, konstruierte Zuse den Z2. Das Gerät benutzte den selben mechanischen Speicher wie der Z1, die Steuerlogik war jedoch über [[w:Relais|Relais]] gelöst. Im Gegensatz zum Z1 benutzte der Z2 16-Bit-Festkommazahlen.
*Speicher: 32 Byte (16 Wörter, 16 Bit)
*Taktrate: 3 Hz
==1941 Z3 - Erfinder: Konrad Zuse==
Der Z3 war der erste funktionsfähige, programmierbare und vollautomatische Computer. Das Gerät bestand aus 2000 Relais, verwendete binäre Gleitkommazahlen und hatte eine Taktrate von 5 bis 10 Hz. Im Deutschen Museum in München ist ein Nachbau zu sehen, der 1960 durch die Zuse KG gebaut wurde, da das Original im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
*Speicher: Wortlänge 22 bit
*Taktrate: 5-10 Hz
==1943 [[w:ENIAC|ENIAC]]==
[[image:Glen Beck and Betty Snyder program the ENIAC in building 328 at the Ballistic Research Laboratory.jpg|right|300px|thumb|ENIAC]]
ENIAC der "Electronic Numerical Integrator and Computer", dessen Entwicklung 500.000 Dollar kostete, war eine sehr große Maschine. Er bestand aus 17.468 Vakuumröhren, 7.200 [[w:Diode|Diode]]n, 1.500 Relais, 70.000 Widerständen, 10.000 Kondensatoren und 5 Millionen handgelöteten Verbindungen. Sein Platzbedarf betrug 167 m² bei einem Gewicht von 27 Tonnen. Der [[w:Stromverbrauch|Stromverbrauch]] betrug 150 kW. Die ersten Aufgaben, die ENIAC bekam, hatten mit der Erfindung der [[w:Wasserstoffbombe|Wasserstoffbombe]] zu tun.
Anders als ein urbaner [[w:Mythos|Mythos]] behauptet, fielen bei dem Gerät nicht andauernd Röhren aus und es dauerte auch nicht mehrere Stunden, die ausgefallenen Röhren zu finden. In Wahrheit kam es etwa alle 2 Tage zu einem Ausfall und um das Problem zu beheben, wurden etwa 15 Minuten benötigt.
Teile des ENIAC sind an der Universität von Pennsylvania, USA zu sehen.
==1943 Colossus==
[[Image:Colossus.jpg|right|300px|thumb|Ein Colossus Mark II]]
Der Colossus wurde im Zweiten Weltkrieg benutzt, um Botschaften der Deutschen zu entschlüsseln, die mit der Lorenz SZ40/42-Maschine verschlüsselt worden waren.
Mit Hilfe von "[[w:Photomultiplier|Photomultiplier]]n" las er bedruckte Papierstreifen. Andere Hauptbestandteile des Gerätes waren Vakuumröhren und Thyratrone. Colossus war in der Lage, 5.000 Zeichen pro Sekunde zu verarbeiten. Der Papierstreifen wurde dabei mit einer Geschwindigkeit von 12 Meter pro Sekunde eingelesen. Das Gerät war der erste Computer, der [[w:Schieberegister|Schieberegister]] und systolische [[w:Array|Array]]s verwendete. Der Colossus verglich die Daten des Papierstreifens mit einem zweiten, intern generierten [[w:Datenstrom|Datenstrom]], bei dem es sich um eine [[w:Simulation|Simulation]] der Lorenz-Maschine handelte, wobei verschiedene [[w:Kodierung|Kodierung]]seinstellungen simuliert wurden. Überschritt die Trefferzahl für eine bestimmte Einstellung einen vorgegebenen Wert, wurde dies ausgedruckt.
<br style="clear:both;" />
==1943 - 1945 [[w:Plankalkül|Plankalkül]] - Erfinder: Konrad Zuse==
Plankalkül war die erste höhere [[w:Programmiersprache|Programmiersprache]]. Aus verschiedenen Gründen wurde das Werk allerdings zunächst nicht veröffentlicht. Der erste [[w:Compiler|Compiler]] wurde erst im Jahr 2000 durch die Freie Universität Berlin erstellt.
==1944 IBM Automatic Sequence Controlled Calculator==
[[Image:Harvard Mark I Computer - Right Segment.JPG|thumb|right|280px|Rechte Seite des Harvard Mark I]]
Der Automatic Sequence Controlled Calculator (kurz ASCC) oder "Harvard Mark I" war der erste große funktionierende, automatische, digitale Rechner der USA. Er bestand aus 765.000 Einzelteilen, darunter Schalter, elektromechanische Relais, Kupplungen und rotierende Walzen, ist mehr als 15 Meter lang und fast 2,50 Meter hoch, wiegt ca. 4.500 kg und wurde von einem 4 kW Elektromotor angetrieben. Das Gerät wurde über Lochstreifen programmiert und konnte 3 Additionen oder Subtraktionen pro Sekunde ausführen. Andere Berechnungen dauerten zwischen 15,3 Sekunden und einer Minute.
<br style="clear:both;" />
==ca. 1945 [[w:Verzögerungsleitung|Verzögerungsleitung]]sspeicher==
==ca. 1946 Williams-Kilburn-Röhre - Erfinder: Frederic C. Williams, Tom Kilburn==
Hierbei handelte es sich um eine Abart der [[w:Kathode|Kathode]]nstrahlröhre, die benutzt wurde, um Binärdaten zu speichern. Das Funktionsprinzip der Williams-Kilburn-Röhre beruht auf einem Nebeneffekt von [[w:Kathodenstrahlröhre|Kathodenstrahlröhre]]n. Wenn ein [[w:Bildpunkt|Bildpunkt]] in einer Kathodenröhre entsteht, erhält die entsprechende Stelle durch [[w:Sekundär|Sekundär]]emissionen eine geringe positive Ladung. Die nähere Umgebung des Punktes wird dagegen negativ aufgeladen. Daten wurden in der Röhre gespeichert, indem ein Muster von positiv und negativ geladenen Punkten in der Röhre aufgebaut wurde. Die "Bildpunkte" waren allerdings nicht sichtbar, da die Röhren kein [[w:Phosphor|Phosphor]] enthielten. Die gespeicherten Daten wurden durch den Lesevorgang zerstört. Sollten die Daten länger gespeichert bleiben, mussten sie nach jedem Lesevorgang sofort neu geschrieben werden. Die Zeit, die eine Röhre Daten speichern konnte, ohne dass sie neu geschrieben werden mussten, war abhängig vom elektrischen Widerstand der Innenseite der Röhre. Zunächst konnte eine Röhre nur ein einzelnes Bit speichern, später gelang es den Erfindern, die [[w:Speicherkapazität|Speicherkapazität]] auf 2048 Bit zu erhöhen.
==1948 Curta (mechanischer Taschenrechner) - Erfinder: [[w:Curt Herzstark|Curt Herzstark]]==
[[Image:Curtadsasm.JPG|thumb|right|250px|Teilweise auseinandergebauter Curta]]
[[Image:Curta Type II.jpg|thumb|left|250px|Ein Curta]]
Der Curta war ein mechanischer Taschenrechner, der durch eine Handkurbel angetrieben wurde. Das Gerät war so klein, dass es in eine Handfläche passte. Zahlen wurden mit Hilfe von Schiebereglern eingegeben. Auf der Oberseite befanden sich zwei Anzeigen: Umdrehungsanzeige (zählte die Umdrehungen der Kurbel) und die Ergebnisanzeige. Eine Umdrehung der Kurbel zählte die eingegebene Zahl zur Ergebnisanzeige hinzu. Um eine Subtraktion durchzuführen, musste die Kurbel etwas heraus gezogen werden. Für andere Rechenoperationen waren kompliziertere Bedienschritte mit Hilfe der Kurbel nötig.
<br style="clear:both;" />
==1948 Manchester Small-Scale Experimental Machine - Frederic C. Williams, Tom Kilburn==
[[Image:SSEM Replica.jpg|thumb|right|250px|Nachbau der SSEM]]
Die SSEM war der erste Computer, der ein gespeichertes Programm ausführte. Zur Speicherung wurden Williams-Kilburn-Röhren verwendet. Im Gegensatz zum Verzögerungsleitungsspeicher war damit ein wahlfreier Zugriff möglich. Das Gerät enthielt 4 Williams-Kilburn-Röhren. Die erste Röhre war das eigentliche [[w:Speichermedium|Speichermedium]], die zweite Röhre diente als [[w:Akkumulator|Akkumulator]] und die dritte als eine Art [[w:Arbeitsspeicher|Arbeitsspeicher]] (dort wurden die momentane Anweisung und ihre Adresse gespeichert). Die letzte Röhre diente als Anzeigegerät. Der Inhalt jeder gewählten Röhre konnte damit angezeigt werden. Die SSEM hatte eine Speicherkapazität von bis zu 32 Anweisungen oder Nummern. Jedes Bit wurde über eine Tastatur mit 32 Schaltern einzeln eingegeben. Der [[w:Befehlssatz|Befehlssatz]] war sehr eingeschränkt; es konnten nur einige wenige einfache Speicheroperationen durchgeführt werden.
<br style="clear:both;" />
==1948 IBM 604==
IBM entwickelt den elektronischen Rechenstanzer IBM 604, den ersten kommerziell erfolgreichen elektronischen Rechner. Er wird mehr als 5.000 mal verkauft und führt viele Unternehmen an die Welt elektronischer Berechnungen heran. Der IBM Selective Sequence Electronic Calculator ist der erste Computer, der elektronische Berechnungen mit gespeicherten Instruktionen kombiniert und gehört zu den ersten elektromechanischen Computern, die je gebaut wurden.
==1948 Barcode==
==1949 von-Neumann-Architektur - Erfinder: [[w:John von Neumann|John von Neumann]]==
[[Image:Von Neumann architecture.svg|right|thumb|280px|Schematische Darstellung der Von-Neumann-Architektur]]
Die meisten heutigen Computer basieren auf dieser Architektur. Ein möglicher Nachteil ist die Trennung von CPU und Arbeitsspeicher. Die Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Speicher zur CPU transportiert werden können, ist geringer als die Verarbeitungsgeschwindigkeit der CPU. Dadurch muss die CPU immer wieder auf Daten warten. Durch die immer weiter wachsende Kapazität von CPU und Speicher gewinnt dieser "Von-Neumann Flaschenhals" immer mehr an Bedeutung.
<br style="clear:both;" />
==1949 BINAC==
Der BINAC oder [[w:Binary|Binary]] Automatic Computer verfügte über zwei unabhängige CPUs mit eigenem Speicher (Verzögerungsleitungen) von je 512 Wörtern zu 16 Kanälen mit jeweils 32 Wörtern zu 31 Bit. Die Taktrate betrug 4,25 MHz. Es kamen ca. 700 Vakuumröhren zum Einsatz.
==1949 [[w:EDSAC|EDSAC]]==
[[Image:EDSAC (10).jpg|thumb|100px|EDSAC]]
Der Speicher (Verzögerungsleitungen) betrug 18432 Bit, wovon wegen technischer Probleme (Timing) nur 17408 Bit genutzt werden konnten. Die Eingabe fand über Lochstreifen statt, die Ausgabe mit Hilfe eines Teleprinters.
Es war eine Bibliothek mit [[w:Subroutine|Subroutine]]n verfügbar. Diese enthielt unter anderem Gleitkommazahlenberechnungen, [[w:Differenzial|Differenzial]]gleichungen, [[w:Potenz|Potenz]]ieren, Logarithmen, [[w:Vektor|Vektor]]en, [[w:Matrizen|Matrizen]] und trigonometrische Funktionen.
<br style="clear:both;" />
==1949 [[w:EDVAC|EDVAC]]==
[[Image:Edvac.jpg|thumb|right|150px|EDVAC]]
Der EDVAC war das binäre Nachfolgemodell des dezimalen ENIAC. Er wog 7.850 kg und hatte einen Platzbedarf von 45 Quadratmetern. Das Gerät bestand aus 6.000 Vakuumröhren und 12.000 Dioden. Additionen dauerten 864 [[w:Mikrosekunde|Mikrosekunde]]n und [[w:Multiplikation|Multiplikation]]en benötigten 2,9 [[w:Millisekunde|Millisekunde]]n. Sein Speicher betrug etwa 5,5 KB.
<br style="clear:both;" />
==1949 Manchester Mark I==
Dieser Computer basierte auf der Small-Scale Experimental Machine (1948). Die erste "High-Level-Programmiersprache" namens "Autocode" wurde auf dem Mark I entwickelt.
Verbesserungen gegenüber der SSEM:
*Trommelspeicher statt Lochstreifen
*Hardware-Multiplikator
*Indexregister
*Wortgröße von 32 Bit auf 40 Bit erhöht
*zusätzliches Register für Multiplikationen
Im Gegensatz zum SSEM hatte der Mark I nur 2 Williamsröhren mit einer Speicherkapazität von insgesamt 128 Wörtern zu je 64 Reihen von 40 Punkten. 64 Wörter waren eine "Seite". Der Trommelspeicher konnte zwei solcher Seiten speichern. Seine [[w:Rotationsgeschwindigkeit|Rotationsgeschwindigkeit]] war an die [[w:Vertikalfrequenz|Vertikalfrequenz]] der Williamsröhren angepasst, wodurch zwischen den Refreshzyklen der Röhren auf den Trommelspeicher geschrieben oder davon gelesen werden konnte.
==1949 Kernspeicher - Erfinder: An Wang==
[[Datei:Ferritkerne Detail.png|thumb|right|80px|Ausschnitt]]
{{clear}}
==1950 Z4 - Erfinder: Konrad Zuse==
[[Image:Zuse-Z4-Totale deutsches-museum.jpg|thumb|Der Z4 im Deutschen Museum (München)]]
Der Z4 war der erste kommerzielle Computer. Die Maschine bestand aus 2.200 Relais und konnte zunächst 64 Zahlen speichern. Später erhielt sie einen Ferritkernspeicher und wurde mit Hilfe von Lochstreifen gesteuert. Das einzige noch existierende Exemplar steht heute im Deutschen Museum in München.
<br style="clear:both;" />
==1951 UNISERVO Bandlaufwerke und Medien==
Universo war das erste kommerzielle Bandlaufwerk und für die Verwendung mit dem UNIVAC konstruiert. Die Daten wurden auf Bändern aus Nickel-Phosphor-Bronze gespeichert, die auf 0,5 Zoll breiten Spulen aufgerollt waren. Die Speicherung erfolgte in 8 Kanälen. 6 Kanäle dienten der Datenspeicherung, 1 Kanal speicherte Paritätsbits und der letzte Kanal war für das Timing zuständig. Die Datendichte betrug 128 Bit pro Zoll. Die Daten wurden in festen Blöcken zu 60 Wörtern mit je 12 Zeichen gespeichert. Die Datentransferrate betrug 7.200 Zeichen pro Sekunde. Es konnte vorwärts und rückwärts geschrieben und gelesen werden. Das Gerät hatte einen Datenpuffer von der Größe eines Blocks, in dem Daten die zum/vom Prozessor des UNIVAC transportiert und zwischengespeichert wurden. Eine einzelne Magnetbandspeichereinheit (z. B. IBM 726) fasste so viele Daten wie 35.000 Lochkarten.
==1951 [[w:UNIVAC|UNIVAC]] I Erster kommerzieller Computer in den USA==
Der UNIVAC I bestand aus 5.200 Vakuumröhren, wog 13 Tonnen und konnte 1,905 Anweisungen pro Sekunde verarbeiten, bei einer Taktgeschwindigkeit von 2,25 MHz.
*Speicherart: Verzögerungsleitungen
*Hauptspeicher: 1000 Wörter zu 12 Zeichen, 100 Kanäle zu je 10 Wörtern
*Ein-/Ausgabepuffer: jeweils 60 Wörter, 12 Kanäle zu je 10 Wörtern
*Ein-/Ausgabe: Operatorkonsole, bis zu 10 UNISERVO Bandlaufwerke, Oszilloskop, modifizierte elektrische IBM Schreibmaschine
==1951 LEO I==
Der LEO I war der erste kommerzielle Computer für Anwendungen in Betrieben und basierte zum Großteil auf dem EDSAC. Sein Speicher war vier mal so groß wie der des EDSAC.
==1947/1951 Whirlwind==
==1952 Integrierter [[w:Schaltkreis|Schaltkreis]]==
==1952+ IBM 700/7000 Serie==
Die IBM 700/7000 Serie war eine Modellreihe von großen Mainframe Computern. Verwendete die 700er Serie noch Vakuumröhren, so wurden diese bei der 7000er Serie durch Transistoren abgelöst. Außer den Modellen 701 und 702, welche CRT-Röhrenspeicher benutzten, verwendeten alle Geräte Kernspeicherelemente.
In der 700/7000 Serie gab es sechs verschiedene Architekturen, mit unterschiedlichen Leistungsdaten. Dazu gehörten neben der ersten Architektur, die mit 36 bzw. 18 Bit-Wörtern arbeitete, die wissenschaftliche Architektur (36 Bit-Wörter), die kommerzielle Architektur, die spätere Architektur der 1400 Serie, die dezimale Architektur mit 10-stelligen Wörtern und die Supercomputer Architektur mit 64 Bit-Wörtern.
Diese Serie ebnete den Weg für die Computer, die für spezielle gewerbliche und industrielle Zwecke konzipiert sind.
==1953 IBM 650 Erster in Massenproduktion hergestellter Computer==
==1953 [[w:Fortran|Fortran]] - Erste implementierte höhere Programmiersprache - Erfinder: [[w:John W. Backus|John W. Backus]]==
==1955 Microprogrammierung - Erfinder: Maurice Wilkes==
==1955 Z22 - Erfinder: Konrad Zuse==
[[Bild:ZuseZ22BerlinTechnikMuseum.jpg||thumb|Zuse Z22 im Technik-Museum Berlin]]
Der Z22 war das siebte Computermodell, das Zuse entwickelte. Als Arbeitsspeicher wurde ein Kernspeicher mit einer Speicherkapazität von 12 Wörtern zu 38 Bit verwendet. Ein 38-kB-Trommelspeicher diente als externer Datenspeicher. Außerdem konnten Daten auf Lochkarten gelesen oder geschrieben werden. Das Gerät wurde mit einer elektrischen Wasserkühlung gekühlt.
<br style="clear:both;" />
==1956 [[w:IBM 350|IBM 305]] RAMAC==
[[File:IBM 350 RAMAC.jpg|thumb|150px|Die erste Festplatte der Welt]]
Die IBM begründete mit dem RAMAC (Random Access Method of Accounting and Control) - der das weltweit erste Magnetfestplattenlaufwerk enthält - die Datenspeicherbranche. Die Laufwerke, die so groß wie zwei nebeneinander aufgestellte Kühlschränke sind, fasste eine Kapazität von 10 Megabit und wiegen 10 Tonnen. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Laptop von heute würde ca. 250.000 Tonnen wiegen, wäre er mit dieser Technologie ausgestattet.
Der IBM 305 war einer der letzten Computer mit Vakuumröhren von IBM. Daten wurden auf Festplatten mit ca. 5 MB Speicherplatz abgelegt.
{{clear}}
==1959 Calcomp 560 Plotter==
==1959 IBM 1403 Kettendrucker==
==1959 IBM 1401==
Das Datenverarbeitungssystem IBM 1401 - der weltweit erste bezahlbare, universell einsetzbare Business-Computer - ist einer der ersten Rechner, der auf Transistoren statt Elektroröhren basiert. Er ist außerdem der erste Computer, von dem 10.000 Stück verkauft werden und wird somit zum beliebtesten Computer der 1960er Jahre.
==1960 HP 2100==
HP 2100 war eine Serie von Minicomputern von Hewlett-Packard, die später in HP 1000 umbenannt wurde. Die Architektur enthielt zwei Akkumulatoren (16 Bit), die als "A" und "B" bezeichnet wurden, sowie den 15-Bit-Befehlszähler "P". Der Befehlssatz hatte 68 Befehle. Jeder Befehl benötigte 1,6 Mikrosekunden zur Ausführung. Das einfache Betriebssystem konnte nur mit Dateinamen mit einer Maximallänge von 5 Zeichen umgehen, anstatt der zu der Zeit üblichen 6 Zeichen, und kannte keine Verzeichnisebenen. Ein später erschienenes Betriebssystem erlaubte 16.4 Dateinamen (16 Zeichen für den Namen, 4 Zeichen für die Dateierweiterung)
==1961 ANITA Mark VII (erste vollelektr. Tischrechenmaschine)==
==1963 Compact Cassette==
==1964 [[w:BASIC|BASIC]]==
BASIC ist eine der am weitesten verbreiteten Programmiersprachen und existiert in vielen verschiedenen "Dialekten". Trotz ihres Alters und nicht vorhandener (obwohl ursprünglich angestrebten) Plattformunabhängigkeit wird sie noch heute verwendet. Der derzeit modernste Dialekt ist "Visual Basic .NET".
==1965 PDP-8==
[[Image:PDP-8.jpg|thumb|220px|left|Ein PDP-8 der ersten Generation]]
Der PDP-8 war der erste kommerziell erfolgreiche Minicomputer. Der Hauptspeicher betrug in der Grundkonfiguration 6 KB und war erweiterbar auf 48 KB. Das Gerät nutzte Magnetkernspeicher und 12-Bit-Akkumulatoren. Das erste PDP-8 Modell verwendete diskrete Transistoren.<ref>http://computermuseum.informatik.uni-stuttgart.de/dev/pdp8l/</ref> Später wurden diese durch integrierte CMOS-Mikroprozessoren ersetzt.
[[Image:PDP 8 e Trondheim.jpg|thumb|right|Frontpanel eines PDP-8/e]]
Bei den ersten Modellen erfolgte die Ein-/ Ausgabe über ein Frontpanel, Lochstreifen und Teletype Drucker mit optionalem Lochstreifenlocher. Später kamen Ein-/ Ausgabetechnologien wie z.B. Magnetband, Terminals, Festplatten und Floppy Disks hinzu.
<br style="clear:both;" />
==1966 DRAM==
Bob Dennard von IBM erfindet den DRAM (Dynamic Random Acces Memory), dessen Einfachheit und geringer Stromverbrauch die Computer schneller, dichter und preisgünstiger macht und später zur Entwicklung von PCs, Laptops, Videospielen und Smartphones führen wird. Würde man heute die damaligen Chips verwenden, bräuchte man ungefähr 8 Millionen solcher Speicherchips, um die gleiche Datenmenge zu erreichen, die auf einen einzelnen Chip der heute verwendeten winzigen USB-Sticks passt.
==1967 [[w:Floppy|Floppy]] Disc (8-Zoll)==
[[Image:8-inch floppy driver.jpg|thumb|8-inch Floppy Disklaufwerk]]
Die 8-Inch Floppy Disc wurde ursprünglich für IBMs "System/370" als einfache Methode zum Laden von Microcode entwickelt, als der Versuch der Entwicklung eines neuartigen Bandsystems erfolglos verlief. Die ursprüngliche Disk war eine "nackte" Read-Only-Version namens "Memory Disk", die eine Speicherkapazität von 80 KB hatte. Als Probleme mit Verschmutzungen auftraten, wurde eine schützende Plastikumhüllung entwickelt, die ein spezielles Material zur Entfernung von Staubpartikeln enthielt. 1972 erschien die erste beschreibbare Version.
<br style="clear:both;" />
==1969 Data General Nova==
[[Image:Dg-nova3.jpg|thumb|288px|right|Ein Nova 3]]
Der "Nova" von Data General war ein 16-Bit-Minicomputer, dessen Elektronik auf nur zwei Platinen Platz fand. Bisherige Minicomputer, wie z.B. der PDP-8, waren aus vielen einzelnen kleineren Platinen zusammengesetzt. Dadurch war er so klein, dass er problemlos in einem Rack (Regal für eine Stereoanlage, bzw. andere elektronische Geräte) untergebracht werden konnte. Der Speicherzyklus des Kernspeichers betrug 1200 ns. Bei späteren Modellen wurde der Speicherzyklus zunächst auf 800 ns und dann auf 300 ns verkürzt. Die Kernspeichermodule wurden durch Halbleiterspeicher ersetzt und in ROMs gespeicherte Softwarebibliotheken kamen hinzu.
*CPU: 16 Bit, akkumulatorbasiert, 4 Register
*Speicher: 4K Wörter - 32 K Wörter
*Programmiersprachen: BASIC, FORTRAN, COBOL, Forth, Lisp, BCPL, C, Algol
<br style="clear:both;" />
==1969 Multics (Unix-Vorläufer)==
Multics ("Multiplexed Information and Computer Service") war ein time-sharing Betriebssystem. Beim damals üblichen "time-sharing" teilten sich ähnlich den heute üblichen terminalbasierten (z. B. via Microsoft Terminal Services) Anwendungen mehrere Terminals die Verarbeitungskapazität eines Computers.
Viele der in Multics implementierten Ideen finden sich in Unix und seinen Derivaten:
*Daemons
*erstes Betriebssystem mit hierarchischem Dateisystem
*symbolische Verknüpfungen von Verzeichnissen
*separate Stacks für Prozesse
Seit dem Jahr 2006 sind die Multics-Versionen MR10.2 und MR11.0 - MR12.5 Open-Source.
==1970 [[w:Microprozessor|Microprozessor]]==
==1970 LA30 Nadeldrucker==
==ca. 1970 RAM==
==ca. 1970 Einsatz von Compact Kassetten zur Speicherung von Computerdaten==
==1970 Datapoint 2200==
Erster, dem modernen Personal Computer ähnlicher Computer, hergestellt von der Terminal Computer Corporation (CTL). Der Datapoint 2200 war ein Terminalcomputer, der an die gängigen Mainframecomputer angeschlossen werden konnte. Da dieses "programmierbare Terminal" auch die Aufgaben eines unabhängigen Computers erfüllen konnte, wurde es von vielen Anwendern auf diese Weise benutzt.
Technische Daten:
* integrierte Tastatur
* integrierter 12-Zeilen, 80 Spalten Grün-Monochrom-Monitor
* 2 Compact-Cassetten-Laufwerke, 130 KB Kapazität
* 2 KB RAM (erweiterbar auf 8 KB) (Datapoint 2200 Type I), bzw. 4 KB RAM (erweiterbar auf 16 KB) (Datapoint 2200 Type II)
Zubehör:
* Diabolo 2,5 MB 2315 Festplatte (später auch größere Festplatten)
* Modems
* diverse Interfaces
* Drucker
* Lochkartenleser
* 8-Inch Floppy
* 7/9-Spur Magnetbandlaufwerk
===Geburt der x86-CPU-Architektur===
Der Datapoint 2200 war der Grund für die Geburt der x86-Architektur. Die ursprünglichen Pläne für den 2200 sahen, im Gegensatz zu den konventionellen TTL-Modulen, eine 8-Bit-Einzelchip-CPU vor. Zwei Firmen wurden mit der Entwicklung der CPU beauftragt: Intel und Texas Instruments. TI konnte keinen zufriedenstellend funktionierenden Chip liefern und Intel war es nicht möglich, die Terminvereinbarung einzuhalten. Letztendlich behielt CTL sein Geld und Intel den später dennoch fertig gestellten Prozessor, der 1972 unter dem Namen "Intel 8008" erschien.
==1970 Pascal==
==1971 [[w:Intel|Intel]] 4004==
[[Image:4004 arch.svg|thumb|left|312px|Diagram der Architektur des Intel 4004]]
[[Image:4004 dil.svg |thumb|right|250px|Pinbelegung des Intel 4004.]]
'''Daten:'''
* 4 Bit Wörter
* 12 Bit Adressen
* 8 Bit Anweisungen
* 60.000 Anweisungen pro Sekunde
* Geschwindigkeit: 740 kHz
* Sockel: 16 Pins
* Befehlssatz: 46 Befehle
* Register: 16 zu 4 Bit
<br style="clear:both;" />
==1971 Laserdrucker==
==1971 Unix==
Die erste Version des Betriebssystems Unix entstand zwischen 1969 und 1972 in den Bell Labratories, damals eine Abteilung der Telefongesellschaft AT&T. Unics, wie Unix damals geschrieben wurde, ist der Nachfolger von Multics.
Ursprünglich wollten die Entwickler Ken Thompson und Dennis Richie lediglich das Spiel ''Space Travel'' auf einen PDP-7 Rechner portieren. Da die PDP-7 nicht die Mindestanforderungen von Multics erfüllte, entfernten Thompson und Richie Funktionen aus Multics, die nicht unbedingt nötig waren. Diese Minimal-Variante des Systems wurde zur Hardware-Schnittstelle von Space Travel und später zu Unics.
Nachdem Unix auch im Patentbüro der Bell Labratories erfolgreich eingesetzt wurde, wurde es für die Firma interessant, das System weiter zu entwickeln. Von 1972 bis 1973 wurde Unix in der Programmiersprache C neu implementiert, wodurch es, im Gegensatz zu anderen Systemen, portabel wurde und die Entwicklung deutlich einfacher voran ging. Zusätzlich wurden Pipes hinzugefügt, welche es ermöglichen, die Ausgabe eines Programmes als Eingabe eines zweiten Programmes zu nutzen. Durch die geschickte Verkettung mehrerer einfacher Werkzeuge lassen sich so sehr komplizierte Aktionen innerhalb eines einzigen Befehls formulieren. Das neue System hieß nun Unix V4.
Da AT&T, die Muttergesellschaft von Bell Labratories, aufgrund eines Gerichtsurteils keine neuen Märkte betreten durfte, war es für Bell nicht möglich, Unix kommerziell zu nutzen. Aus diesem Grund stelle die Firma das System, inzwischen in Version 6, für Universitäten gegen Erstattung der Unkosten mitsamt dem Quelltext zur Verfügung. Die Entwicklung mit und an Unix erfolgt nun auch in großem Umfang im akademischen Bereich. So wurde zum Beispiel die Netzwerkunterstützung an der Universität von Kalifornien in Berkeley erfunden. Berkeley stellte ab 1977 mit der ''Berkeley Software Distribution (BSD)'' auch eine sehr beliebte Variante von Unix zur Verfügung.
1979 erschien das letzte frei verfügbare Unix von AT&T. Nachdem der Konzern vom Justizministerium der Vereinigten Staaten zerschlagen wurde, erhielt er das Recht zurück, in die Computerbranche zu expandieren. AT&T versuchte nun, die Beliebtheit von Unix für kommerzielle Interessen zu nutzen.
==1972 Intel 8008==
Der Intel 8008 wurde am 1.April 1972 vorgestellt und war der erste 8-Bit-Mikroprozessor aus dem Hause Intel. Der Intel 8008 wurde vor allem in Terminals verbaut und nicht weit verbreitet. Er ist der direkte Vorfahr des Intel 8080.
[[Image:intel 8008.jpg|left|Intel 8008 Prozessor]]
'''Daten:'''
*8-Bit-Prozessor
*Geschwindigkeit: 0,5 MHz - 0,8 MHz
*Sockel: 18 Pins
<br style="clear:both;" />
==1973 TV Typewriter==
Der TV-Typewriter war ein Computerterminal zum Anschluss an Fernseher. Es handelte sich um ein "Selbst-Bau"-Projekt, das von Don Lancaster entwickelt und zuerst in der Zeitschrift "Radio-Elektronics" veröffentlicht wurde. Die Kosten für die Bauteile betrugen 120 $ bzw. 275 $ für das spätere Modell "TV Typewriter 2".
Daten:
*Anzeige: 2 Seiten zu je 16 Zeilen von je 32 Zeichen auf einem Fernsehmonitor
*transistorbasierte Architektur
*Schieberegisterspeicher
*serielle Schnittstelle (1975)
==1973 [[w:Xerox|Xerox]] Alto (erster Computer mit GUI und Desktopmetapher)==
[[Bild:Xerox Alto.jpg|thumb|Xerox Alto]]
Der Xerox Alto verwendete als erster Computer eine GUI und die Desktopmetapher. Der Bildschirm 808 x 606 Pixel Bildschirm konnte auf "Längsformat" gedreht werden. Der Computer war nie im Handel erhältlich, jedoch wurden mehrere tausend Exemplare gebaut. Einige Altos wurden an Universitäten verschenkt. Die ersten WYSIWYG-Textverarbeitungsprogramme namens "Bravo" und "Gypsy", die ersten Version der objekt-orientierten Programiersprache "Smalltalk" und eines der ersten netzwerkbasierten Multiplayer-Computerspiele "Alto Trek" wurden für den Alto geschrieben.
Daten:
*Bildschirm: 808 x 606 Pixel
*CPU: 16 Bit, TTL ICs, 400.000 Anweisungen pro Sekunde
*Adressraum: 64 K 16-Bit Wörter, erweiterbar bis zu 256 K Wörter
*Festplatte: 2 x 3 MB
*3 MBit Ethernet
*Bootstrap Software in ROM
<br style="clear:both;" />
==1973 Alto Trek - Multiplayer-Computerspiel==
Alto Trek war eines der ersten netzwerkbasierten Multiplayer-Computerspiele und wurde für den Xerox Alto geschrieben. Die Spieler steuern in diesem Spiel klingonische, romulanische oder Föderationsraumschiffe und versuchen ihre Mitspieler auszuschalten.
==1974 Intel 8080==
Direkter Nachfolger des Intel 8008 und zu diesem quellcodekompatibel, aber nicht binärkompatibel, sodass Programme neu kompiliert werden mussten.
[[Image:Intel C8080A 9064 33001 N8384 top.jpg|thumb|right|300px|Intel 8080 CPU]]
Daten:
* Geschwindigkeit: 2 MHz
* Sockel: 40 Pins
* Befehlssatz: 46 Befehle
* Register: 7 zu 8 bit
* Accumulator: 8 bit
* Stack Pointer: 16 bit
* Program Counter: 16 bit
* Datenbus: 8 bit
* Adressbus: 16 bit
<br style="clear:both;" />
==1975 MITS Altair 8800 (erster kommerziell erfolgreicher [[w:Heimcomputer|Heimcomputer]])==
Der Micro Instrumentation and Telemetry Systems Altair 8800 basierte auf der Intel 8080 CPU. Der verwendete Bus wurde später unter dem Namen "S-100" zum Standard (IEEE696) erhoben und wurde bis ca. 1981 in fast allen Computern verwendet.
==1975 S-100 Bus (siehe MITS Altair 8800)==
==1975 Altair BASIC - Microsofts erstes Produkt==
Dieser BASIC-Interpreter (diese Art von Programmen wurde benötigt, um Programme auszuführen, die mit Hilfe der Programmiersprache "BASIC" geschrieben wurden) war Microsofts erstes Produkt und wurde für den MITS Altair geschrieben. BASIC-Interpreter für verschiedene Computer stellten bis in die 1980er Jahre Microsofts Kerngeschäft dar.
==1975 5¼-Zoll Floppy Disc (Protoyp)==
Aufgrund von Problemen mit den 8-Zoll-Disks (asymmetrische Ausdehnung bei Feuchtigkeit) entwickelte IBM den Prototypen eines 5¼-Zoll Laufwerks. Das Produkt ging jedoch nie in Produktion, weil man keine ausreichenden Einnahmen erwartete.
==1975 Digital-Fotokamera (Prototyp)==
Die erste digitale Fotokamera wurde von Steve Sasson für Eastman Kodak entwickelt. Das Gerät verwendete Solid-State CCD-chips und speicherte Bilder auf Compact Casette. Die Auflösung betrug 0.01 Megapixel und die Bilder waren Schwarz-Weiß. Um ein Bild aufzunehmen, wurden 23 Sekunden benötigt.
==1975 MOS Technology 6502==
==1976 5¼-Zoll Floppy Disc (Produktion)==
Zwei Angestellte von Shugart Associates entwickelten 1976 ein 5¼ Zoll Laufwerk für Wang Laboratories, die zu dieser Zeit Schreibtischcomputer zur Textverarbeitung entwickelten und das 8-Zoll-Format für zu groß hielten. Zunächst konnten auf einer 5¼-Floppy 98,5 KB gespeichert werden, was später auf 110 KB erhöht wurde.
==1976 Cray-1==
Der Cray-1 von "Cray Research" war ein 64-Bit-Supercomputer, eines der bekanntesten und erfolgreichsten Systeme dieser Art.
Technische Daten:
*CPU: 80 MHz
*Speicher: 8 MWorte = 64 MB (16 Bänke, 50 ns Speicherzyklus, 4 Wörter per Zyklus)
*Megaflops: 136 - 250
==1976 [[w:Apple|Apple]] I==
Dieser PC war Apples erstes Produkt und kostete ursprünglich US$ 666,66. Gehäuse, Netzteil, Tastatur und Monitor waren nicht enthalten. Später erschien ein Cassetten-Interface für US$ 75,–. Es wird geschätzt, dass noch etwa 50 Exemplare existieren. Heute kostet ein Apple I zwischen US$ 40.000 und US$ 50.000. (Der letzte wurde bei eBay für 50.000 Dollar ersteigert.) 2003 erschien eine softwarekompatible Replik aus modernen Bauteilen für US$ 200.
Daten:
*CPU: MOS6502, 1 MHz
*RAM: 4 KB, erweiterbar auf bis zu 48 KB
*Grafik: 40 x 24 Zeichen
==1976 IBM 3800 - Erster kommerzieller Laserdrucker==
IBM führt den weltweit ersten Laserdrucker ein.
==1977 Commodore PET==
[[Image:PET2001.jpg|left|framed|Ein Commodore PET 2001]]
Der Commodore PET war ein in den USA, UK und Kanada sehr erfolgreicher Computer. Das erste Modell, den PET 1000, gab es in zwei Varianten: mit 4 oder 8 KB RAM. Eingebaut war ein 40 x 25 Zeichen Monochrombildschirm und ein Datasettenlaufwerk (Datasette war Commodores Version von Kompaktkassetten-Laufwerken für Computer). Alle Modelle verwendeten einen MOS 6502 1 MHz Prozessor und verwendeten Microsoft BASIC 1.0 - 4.0 als Betriebssystem.
<br style="clear:both;" />
[[Image:Commodore 4040.jpg|left|framed|Doppel Floppylaufwerk CBM 4040 (5.25)]]
Verschiedene Floppy-Laufwerke waren als Peripherie verfügbar.
<br style="clear:both;" />
[[Image:Commodore 4032.jpg|left|framed|Commodore PET CBM Model 4032]]
Spätere Modelle hatten größere Tastaturen, externe Datasettenlaufwerke, größere Bildschirme und bis 96 KB RAM.
<br style="clear:both;" />
==1978 Intel 8086==
==1978 WordStar - Erfinder: Rob Barnaby==
WordStar war ein bis Mitte der 80er sehr populäres Textverarbeitungsprogramm, dem jedoch WYSIWYG fehlte, da es für Monitore gedacht war, die nur lediglich Text darstellen konnten. Ursprünglich wurde das Programm für das Betriebssystem CP/M geschrieben, aber später für DOS portiert. Es waren verschiedene "Addon-Programme" verfügbar, mit denen Aufgaben wie Serienbrieferstellung oder Rechtschreibprüfung ausgeführt werden konnten. Es existieren Windows-Versionen, die auf Windows 3.1 bis Windows 95 läuffähig sind.
==1978 dBase (zunächst unter dem Namen "Vulcan") - Erfinder: Wayne Ratliff==
==1978 UCSD Pascal System==
==1979 [[w:Atari Heimcomputer|ATARI 8Bit Heimcomputer]]==
ATARI 8Bit Computer mit auf 1,79MHz getakteter 6502 CPU:
*1979-1982: Serie 400, 800
*1982-1985: Serie 600XL, 800XL, 1200XL, 1400XL, 1450XLD
*1985-1989: Serie 800XE, 65XE, 130XE, XEGS
==1979 Intel 8088==
==1979 86-DOS==
Dieses Betriebssystem von Seattle Computer Products wurde für deren auf Intels CPU 8086 basierten Microcomputer verwendet. Zunächst unter dem Namen QDOS („Quick and Dirty Operating System“), ähnelte 86-DOS intern Digital Researchs weit verbreitetem Betriebssystem C/PM, damit C/PM-Programme leichter für 86-DOS portiert werden konnten. Ein Jahr später wurde 86-DOS zuerst an Microsoft lizenziert und ein weiteres Jahr später erwarb Microsoft alle Rechte an 86-DOS. Es folgte die Weiterentwicklung zu MS-DOS und dessen Ableger PC-DOS für den IBM PC.
<!-- Der Wikipedia-Artikel zu MS-DOS sagt, es wurde erst von Microsoft 86-DOS genannt!! -->
<!-- Das trifft es nicht genau:
"Beim Versionsstand 0.3 wurde QDOS im Dezember 1980 in 86-DOS umbenannt. Zu dieser Zeit hatte Microsoft QDOS bereits _lizenziert_ und arbeitete im Auftrag von IBM mit Hochdruck an der Portierung der Version 0.3 auf einen frühen Prototypen des IBM-PC. [...] Kurz zuvor − im April 1981 − hatte 86-DOS den Versionsstand 1.0 erreicht. Im Juli 1981 kaufte Microsoft schließlich alle Rechte an 86-DOS und entwickelte es fortan unter dem Namen MS-DOS weiter."
Merke: Lizenziert != Eigentum. Microsoft allein kann also auch nicht den Namenswechsel vollzogen haben.
en:Wiki sagt hier auch etwas anderes, demnach wurde _erst_ 86-DOS lizenziert:
"MS-DOS began as QDOS [...] It was marketed by SCP as 86-DOS because it was designed to run on the Intel 8086 processor. [...] In a sequence of events that would later inspire much folklore, Microsoft negotiated a license for 86-DOS from SCP in December 1980 for $25,000, then re-licensed 86-DOS to IBM. [...]"
Benutzer:Estron //-->
==198x Mitsumi Quick Disk==
[[Image:FSC-TDRE disk 20060830.jpg|right|thumbnail|125px| Eine Quickdisk, hier im Design für das Nintendo Famicom Disk System]]
Die Quick Disk war eine den heutigen 3½-Zoll Floppys sehr ähnliche Diskettenart, auf der je nach Ausführung bis zu 256 KB gespeichert werden konnten. Je nach Laufwerk mussten die doppelseitigen Versionen der Disks manuell gewendet werden. Die Quickdisk wurde in den 1980ern in MIDI-Keyboards und MIDI-Samplern eingesetzt. Sehr erfolgreich war die Quickdisk als Teil von Nintendos "Famicom Disk System" (= eine Hardwareerweiterung für die japanische Version des NES (Nintendo Entertainment System). Das eigentliche Aufzeichnungsmedium der Quickdisk war 2,8 Zoll groß. Da Mitsumi die Quickdisk allerdings im Rahmen von OEM-Verträgen anbot, verwendeten die diversen Hersteller verschiedene Gehäusegrößen und Designs. So unterschieden sich zum Beispiel die Nintendo "Famicom Disk" und die Smith Corona "DataDisk".
<br style="clear:both;" />
==1980 Tandy TRS-80 Color Computer==
[[Image:TRS-80 Color Computer 1.jpg|thumb|320px|TRS-80 Color Computer]]
Der TRS-80 Color Computer stellte ein Konkurrenzprodukt zum CBM PET dar, und verwendete Fernseher als Monitor.
*CPU: Motorola 6809E
*Grafikchip: Motorola MC6847 (256 × 192 Pixel, 9 Farben)
*OS: Microsoft Color BASIC, Microsoft Extended Color BASIC, Microsoft Disk Extended Color BASIC, FLEX9, OS-9 (die letzten beiden Betriebssysteme waren kommerziell erhältlich und mussten von Diskette geladen werden)
*Tastatur: Integrierte "Gummi"-Tastatur
[[Image:Coco2bvdg.png|thumb|left|220px|Sample character set display of 6847 VDG]]
<br style="clear:both;" />
==1980 Sinclair ZX80==
Prozessor Z80 A von Texas Instruments und der Nippon Electric Company
4 KB ROM; 1 KB RAM
Keine Tasten, sondern Sensorfelder
==1980 Diablo 630 Typenraddrucker==
[[File:DaisyWheel.jpg|thumb|200px|Typenrad]]
{{clear}}
==1981 IBM [[w:Personal Computer|Personal Computer]]==
Mit dem IBM Personal Computer beginnt die PC-Revolution.
==1981 Osborne 1==
[[Image:osborne1.jpg|thumb|250px|right|Ein geöffneter Osborne 1]]
Der Osborne 1 war der erste kommerziell erfolgreiche tragbare Microcomputer und wurde mit verschiedener Software ausgeliefert.
*CPU: Z80, 4 MHz
*RAM: 65 KB
*Display: 5 inch, 24 Zeilen zu 52 Zeichen
*Anschlüsse: IEEE-488, RS-232
*Diskette: 2 x 5 1/4 Floppy
*Betriebssystem: CP/M 2.2
*Peripherie: Modem, Monitor, Drucker
*Softwarepaket: CBasic/MBasic, Dbase II, Dbase II Tutor, Nominal Ledger, Purchase Ledger, Sales Ledger, Supercalc, Wordstar, Colossal_Cave (Spiel), Deadline (Spiel)
<br style="clear:both;" />
==1981 MS-DOS/PC-DOS==
Das Betriebssystem MS-DOS/PC-DOS basiert auf QDOS oder 86-DOS von SCP aus dem Jahr 1980, welches Microsoft am Ende des selben Jahres kaufte und an IBM lizenzierte. IBM vertrieb seine eigene Version unter dem Namen "PC-DOS". Üblicherweise veröffentlichte IBM die neuesten MS-DOS-Versionen, nach einer Überprüfung der Software, unter dem eigenen Produktnamen. MS-DOS 4.0 basierte jedoch auf PC-DOS 4.0, da sich Microsoft zu dieser Zeit auf die Entwicklung von OS/2 konzentrierte. Das letzte unabhängig veröffentlichte MS-DOS ist die Version 6.22. Die letzte veröffentlichte Version von PC-DOS ist PC-DOS 2000, oder intern PC-DOS 7.00A. MS-DOS wurde in der Version 7.00 mit geringfügigen Änderungen in Windows 95a eingesetzt, die Version 7.10 wurde in Windows 95b bis Windows 98 SE eingesetzt. MS-DOS 7.10 stellte technisch die höchste Entwicklungsstufe dar. Die aktuellste MS-DOS-Version, MS-DOS 8.00, wurde in Windows Millennium Edition eingesetzt. Windows XP, Windows Vista und Windows 7 verwenden die Version 8.00 auf den von ihnen erstellten MS-DOS-Startdisketten.
===Benutzerinterface===
Bei MS-DOS/PC-DOS handelt es sich um ein Befehlszeilen-basiertes Betriebssystem. Ab Version 4.0 war ein "quasi" grafischer Dateimanager namens "MS-DOS Shell" enthalten, der aber meist die Befehlszeile nicht komplett oder überhaupt nicht ersetzte.
===MS-DOS als "Altlast"===
Heute wird MS-DOS nicht mehr weiterentwickelt und ist auch nicht mehr als eigenständiges Betriebssystem erhältlich. Es wird während des Bootvorgangs von alten Windows-Versionen und auf den von Windows erstellten Notfall-Bootdisketten verwendet.
<!-- Folgender Satz ist Unfug. NT-basierte Windows (2000, XP, 2003, Vista) benutzen schon heute kein MS-DOS im Bootvorgang mehr!! Das einzige DOS-Vergleichbare (will sagen: REAL MODE Maschinensprache) in NT-basierten liegt im NTLDR und im Bootsektor, der ersteren ausführt.
=== Sollten sich Mainboards mit EFI (Extendable Firmware Interface) durchsetzen, ist zu erwarten dass zukünftige Windowsversionen ohne eingebettetes DOS auskommen. -->
<!-- Des Weiteren hat EFI auch ansonsten keine Relevanz für 86-DOS, da EFI für MBR- und BIOS-basierte OS einen Legacy-Modus haben soll. -->
===MS-DOS-Kompatible===
Da MS-DOS sich über Jahre hinweg etabliert hatte, kamen mit der Zeit verschiedene, zu MS-DOS kompatible Betriebssysteme auf. Die Wichtigsten waren, neben dem direkten Verwandten PC-DOS, DR-DOS (und die darauf basierenden Entwicklungen) und FreeDOS.
==1981 Xerox Star==
==1981 Sinclair ZX ("Spark Printer")==
==1982 Intel 80286==
==1982 [[w:Commodore 64|Commodore 64]]==
[[Image:Commodore64.jpg|thumb|Ein C64, auch liebevoll Brotkasten genannt]]
<br style="clear:both;" />
Prozessor 6510
38911 Bytes für Programmcode
==1982 3 Zoll / 3½ Zoll Floppy Disc==
Verschiedene Firmen experimentieren mit neuen Floppy-Versionen. Schließlich entwickelt sich Sonys 3½ Zoll Floppy Disc zum Standard. Das eigentliche magnetische Medium liegt im Gegensatz zur früheren 5-Zoll-Floppy in einem stabilen Plastikgehäuse. Seit ca. 2007 zeichnet sich ein langsames Verschwinden des Formates ab, da immer mehr OEM-PCs standardmäßig ohne Floppylaufwerk erscheinen. USB-Speichersticks beginnen, die Diskette abzulösen.
==1982 Compact Disc==
Die von Sony und Philips gemeinsam entwickelte, auf der Laserdisc basierende, Compact Disc erscheint.
*Material: Polycarbonat (1,2 mm dick) + Reflektionsschicht (Aluminium oder Gold) + Schutzlack
*Durchmesser: 120 mm
*Speichervolumen: 80 Minuten Audio, 16-bit PCM Encodierung, 44,1 kHz pro Kanal
Später erscheinen zahlreiche Abarten und verschiedene Größen und Formen. (Mini-CD, Shape-CD, CD-I, VCD etc.)
==1983 Galaksija==
Der Selbstbaucomputer Galaksija wird von Voja Antonić in der jugoslawischen Zeitschrift ''Računari u vašoj kući'' vorgestellt.
* CPU: ZiLOG Z80A 3.072 MHz
* ROM "A" oder "1" - 4 KB (2732 EPROM) enthält Bootstrap, Kernkontrolle und den Galaksija BASIC Interpreter
* ROM "B" oder "2" - 4 KB (optional, 2732 EPROM) - zusätzliche Galaksija BASIC Befehle und Maschinencode
* Schriftsatz ROM - 2 KB (2716 EPROM)
* RAM: 2 bis 6 KB statisches RAM, erweiterbar bis 54 KB
* Textmodus: 32 x 16 Zeichen, Schwarzweiß
* Pseudographik 2x3 Punkteraster 64x48 Punkte maximal
* Speichermedium: Kassette, 280 bit pro Sekunde
* I/O ports: 44-pin Edge Z80 Bus, tape (DIN-Verbindung), Schwarzweißvideoausgang (PAL, DIN-Verbindung) und UHF
==1983 IBM Personal Computer XT==
==1983 Apple Lisa==
==1984 Amstrad CPC 464 / Schneider CPC 464==
In Deutschland unter der Bezeichnung Schneider CPC 464 vermarktet; er verfügte über einen Z80A Prozessor und einen separaten Monochrommonitor (grün); als Variante konnte ein Farbmonitor bestellt werden mit der damals beachtlichen Auflösung von 400x200 Pixeln.
Die Datenspeicherung erfolgte über ein integriertes Kassettenlaufwerk (handelsübliche Audiokassetten als Speichermedium).
Nach der Markteinführung wurden von Amstrad 3 Zoll Diskettenlaufwerke propagiert, die sich gegen die aufkommenden 3,5 Zoll Laufwerke (IBM) aber nicht durchsetzen konnten.
Ein beachtlicher Fortschritt des CPC 464 war das implementierte Lokomotive Basic, das bereits die Programmierung von Fenstern unterstützte und für die damalige Zeit eine schnelle Programmausführung ermöglichte.
Später erfolgten Erweiterungen des RAMs auf 2x64 kByte, steckbare ROM-Erweiterungen zum Lokomotive Basic, 5-1/4-Zoll-Laufwerke über Adapter und die Implementierung von CPM von Digital Research.
CPM stand damals in Konkurrenz zu MS-DOS und war vom Funktionsumfang breiter aufgestellt als MS-DOS, konnte sich am Markt aber nicht durchsetzen.
==1984 IBM Personal Computer/AT==
==1984 Macintosh 128K==
Der Macintosh war von Apple als günstiger Einstiegsrechner für jedermann gedacht und sollte das GUI-Konzept des Lisa-Rechners bezahlbar machen. Dadurch wurde er im Gegensatz zum Lisa ein Verkaufserfolg und konnte die 8-Bit-Rechner von Apple ablösen. Durch Weiterentwicklung ist er bis heute das Synonym für die Computersysteme von Apple.
==1984 Mac OS==
==1984 MacWrite==
==1985 Atari 520ST==
Atari bringt mit dem 520ST eine neue Generation sehr leistungsfähiger Homecomputer auf den Markt.
Erster Super-Minicomputer: MicroVAX II.
==1985 Amiga==
Der Amiga war eine 16/32-Bit-Computerserie von Commodore, basierend auf Motorola 680x0 CPUs.
Er zeichnete sich für seine Zeit durch ungewöhnlich schnelle und farbenreiche Grafik aus. Drei speziell entworfene ASICs unterstützten den 68000 bei Grafik- und Tonausgabe. Des Weiteren hatte er ein sehr flexibles Betriebssystem, das als erstes Homecomputer-System preemptives Multitasking erlaubte.
Häufige Anwendungsgebiete des Amigas waren Spiele, 2D-/3D-Grafikerstellung, Desktop Video und Multimedia-Autorensysteme. Im Bereich der Büroanwendungen blieb er ein Nischenprodukt.
Die Serie wurde bis 1994 weiterentwickelt.
==1985 Windows 1.0==
==1985 Token-Ring==
Die Token-Ring-Technologie erlaubt ein neues Maß an Kontrolle in Local Area Networks (LANs) und wird zum Branchenstandard für die gemeinsame Nutzung von Computern, Druckern, Dateien und Geräten im Bürobereich. Sie schafft die Voraussetzungen für unternehmenseigene Intranets und die virtuelle Zusammenarbeit, wie wir sie heute kennen.
==1986 Schneider PC 1512==
Dieser PC war einer der ersten IBM-kompatiblen Computer Europas. Hergestellt wurde er von der Firma "Amstrad", in Deutschland aber von "Schneider Computer Division" vertrieben.
CPU: Intel 8086 8MHz
RAM: 512 KB (Aufrüstung auf 640 KB möglich)
Laufwerke: 2 x 5,25 Zoll
Monitor: Schwarzweiß oder Farbe (CGA)
OS: MS DOS, DOS Plus, Graphische Benutzeroberfläche "GEM"
Peripherie: 2-Tasten-Maus
==1986 Intel 80386==
==1987 Creative Music System==
==1987 Acorn Archimedes==
Der Archimedes war der erste Homecomputer mit einer RISC CPU. Dies verlieh ihm eine relativ hohe Rechenleistung. Grafik und Ton waren vergleichbar mit der Amiga Serie von Commodore.
Acorn war eine britische Firma und der Rechner war in seinem Heimatland am erfolgreichsten. Die speziell für den Archimedes entworfene RISC Architektur wird bis heute von der Firma ARM weiterentwickelt und von zahlreichen Chipschmieden lizenziert. Sie steckt in vielen PDAs und Handys, z.B. dem Newton und dem iPhone von Apple.
==1988 Game Blaster==
==1988 Flextra==
==1988 CD-MO==
==1989 Intel 80486==
==1989 Sound Blaster 1.0==
==199x MPEG Standard==
==1990 Intel 80960==
==1990 Windows 3.0==
Windows 3.0 wird zum großen Erfolg. Das Ende der zu diesem Zeitpunkt sehr erfolgreichen und gegenüber handelsüblichen PCs leistungsfähigeren Heimcomputer Atari 520ST und Commodore Amiga bahnt sich an. Die strikten Beschränkungen des Internets auf den wissenschaftlichen Bereich entfallen, womit das Internet sich als globales Kommunikationsmedium etablieren konnte.
==1990 NeXTstation==
NeXT wurde von Apple-Gründer Steve Jobs nach seinem Abgang bei Apple gegründet. Der NeXT-Rechner war ein auf den 32-Bit-CPUs Motorola 68030/40 basierendes System mit Mach/BSD Unix als Betriebssystem und NextStep als Applikations-Framework. Letzteres nutzte ''Display Postscript'' als Grafik-Subsystem.
==1990 Blue Laser Light==
IBM-Wissenschaftler entwickeln ein Verfahren für die Erzeugung von blauem Laserlicht, um die Kapazität von optischen Datenspeichereinheiten zu erhöhen.
==1991 Kodak DCS-100==
==1991 System 7 (Mac OS 7)==
==1991 Floptical==
==1991 PowerPC==
==1991 BeOS==
==1992 IBM ThinkPad==
IBM führt das erste Think Pad ein, das sofort zur Design-Ikone wird.
==1992 JPEG Standard==
==1993 Intel Pentium==
==1993 Windows for Workgroups 3.11==
==1994 FreeDOS==
Als Microsoft 1994 bekannt gab, dass der Vertrieb und die Produktunterstützung für MS-DOS eingestellt werden sollte, wurde das FreeDOS-Projekt (noch unter dem Namen ''PD-DOS'') ins Leben gerufen. Die Zielsetzung war, ein freies (also quelloffenes) Betriebssystem zu schreiben, das zu MS-DOS kompatibel ist. Die Entwicklung startete fast von Null, nur auf zwei schon vorhandene Projekte konnten die Entwickler aufbauen: DOS-C, was schließlich zum FreeDOS-Kernel wurde, und einem sehr primitiven Speichermanager, welcher nach sehr aufwendiger Überarbeitung zu FD-EMM386 wurde. FreeDOS wird fast vollständig unter der GNU General Public License veröffentlicht, unter der auch der bekannte, quelloffene Linux-Kernel steht.
Seit dem 3. September 2006 ist FreeDOS 1.0 komplett als Distribution für eine CD erhältlich und hat damit die Beta-Phase abgeschlossen. Im Gegensatz zu MS-DOS, DR-DOS und anderen DOS-Betriebssystemen wird FreeDOS noch heute weiterentwickelt und erreicht bald vermutlich Version 1.1 (2007/2008).
==1994 Zip-Laufwerk==
==1994 QR-Code==
http://de.wikipedia.org/wiki/QR_Code
==1994 Power Macintosh==
==1994 Risc PC==
==1995 StrongARM==
==1995 AMD K5==
==1995 SuperDisk==
==1995 BeBox==
==1995 Windows 95==
==1995 DVD==
==1997 IBM-Großrechner "Deep Blue"==
Es ist schon ein ungewöhnlicher Zweikampf, den der Schachweltmeister G. Kasparow gegen den Großrechner "Deep Blue", bestehend aus 32 vernetzten Rechnern, in einem Schachwettbewerb antrat. "Deep Blue" war in der Lage, 200 Millionen mögliche Schachzüge pro Sekunde zu berechnen und schaffte es so, den damaligen Weltmeister in der ersten Partie zu besiegen. Das erste Mal in der Geschichte Mensch gegen Maschine gelang damit dem IBM-Großrechner eine Sensation.
Insgesamt wurden 6 Partien gespielt. Die erste verlor Kasparow, 2 gingen remis aus und 3 gewann er gegen "Deep Blue".
==1997 CD-RW==
==1997 Power Macintosh G3==
==1997 Mac OS 8==
==1998 Sony HiFD==
==1998 Caleb UHD144==
==1999 AMD K7 (Athlon)==
==1999 Direct Rambus DRAM (RDRAM)==
==2003 AMD Athlon 64 (AMD K8)==
==2004==
==2005==
==2006==
==2007==
==2008==
==2009==
==2010 Watson versus Jeopardy "The next Grand Challenge"==
Der Supercomputer [http://www-05.ibm.com/de/pov/watson/ Watson], benannt nach dem IBM-Gründer, nutzt hoch entwickelte Frage-Antwort-Technologien, um natürliche Sprache zu verstehen und Nuancen von Wörtern, Ironie und Rätsel zu erkennen. Watson ist äußerst vielversprechend in den Bereichen Frage-und-Antwort-Programmierung, Suchabfragen und künstliche Intelligenz.
== Referenzen ==
<references />
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Liederbuch/ Oh My Darling Clementine/ Gitarrentabulatur
0
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1089753
1059366
2026-08-14T14:03:10Z
Mjchael
2222
/* Tabulatur für Oh My Darling Clementine */ Rotstift
1089753
wikitext
text/x-wiki
= Tabulatur für [[Liederbuch/ Oh My Darling Clementine| Oh My Darling Clementine]] =
einfaches Folkpicking, Anfänger-Level (Arrangement von [[Benutzer:Mjchael|Mjchael]])
Teile das Picking zuerst in zwei Abschnitte. Die Melodie (blau) ist auf den unteren Saiten der Gitarre. Spiele sie ruhig einmal völlig ohne Begleitung. Du erkennst die Melodie meist an den nach oben zeigenden Notenhälsen. Die Melodie wird zumeist mit dem Zeige- und Mittelfinger gespielt.
Die Begleitung ist auf den unteren Saiten. Sie leitet sich von typischen Begleitpattern ab. Rechne gelegentlich auch mal mit Verzierungen wie einem Basslauf.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
\time 4/4
\key c \major
\set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
\mergeDifferentlyHeadedOn
\clef "G_8"
}
myChords = \chordmode {
\set chordChanges = ##t
\partial 2 s2
c2 | c1 | c
}
myC = { c4 e c e }
myDiskant = {
\stemUp
\override NoteHead #'color = #blue
\partial 4 c'4 4 |
4. g8~ 2~ | 2 e'4 4 | 4. c'8~ 2~ |
2 c'4 e'|
}
myBass = {
\stemDown
\partial 2 c4 e |
\myC \myC \myC \myC
}
myLyrics = \lyricmode {
\set stanza = "1."
Oh my dar -- ling, oh my dar -- ling, Oh my
}
%% Layout
\score {
<<
\new ChordNames { \myChords }
{
%%Noten
\new Staff <<
\myKey
\mergeDifferentlyHeadedOn
\new Voice = "mySong" { \myDiskant }
\\
\myBass
>>
}
\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
\new TabStaff {
% \tabFullNotation
<<
\myDiskant
\\
\myBass
>>
}
>>
\layout {}
}
%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
\score {
<<
\new Staff <<
\myKey
\new Voice = "mySong" { \myDiskant}
\\
\myBass
>>
\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
%% Schluss
c2
>>
\midi {}
}
%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
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% DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm
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Mache dir nicht zu viele Gedanken über die Töne der Begleitung, denn sie ergeben sich automatisch aus dem angezeigten Akkord.
Die Bewegungsabläufe unterscheiden sich nur unwesentlich von den Zupfmustern aus dem Folkdiolom und den Picking-Pattern aus dem Balladendiplom.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
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%Tempo ausblenden
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%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
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\clef "G_8"
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c1 | c | g | g
}
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myRed = {\once \override NoteHead #'color = #red }
myDiskant = {
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d'8 \override NoteHead #'color = #black g d
\myRed d' b, g d4
r2
\override NoteHead #'color = #blue
d'4 e'|
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myBass = {
\stemDown
% \partial 2 c4 e |
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\set stanza = "1."
dar _ -- _ -- ling, _ -- _ -- _ -- oh Cle -- men -- tine, _ -- _ -- _ -- _ -- _ -- _ -- you are
}
%% Layout
\score {
<<
\new ChordNames { \myChords }
{
%%Noten
\new Staff <<
\myKey
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\\
\myBass
>>
}
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\myBass
>>
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>>
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\new Staff <<
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%% Schluss
c2
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Oft kommen zur Melodie und zum Wechselbass noch weitere Begleittöne dazu. Diese Töne sind simples Füllmaterial, das du schon aus typischen Picking-Patterns kennst. Wenn eine Gesangsnote lange gehalten wird, kann es passieren, dass man den Melodieton (rot) leise wiederholt, damit der Spielfluss erhalten bleibt. In einer anderen Strophe können an dieser Stelle auch zwei Silben ode Wörter stehen.
Wenn du später mit mehr Erfahrung noch etwas ergänzen willst (Hammering, Basslauf usw.), probier es einfach aus. Vielleicht kennst du eine Verzierung aus der Liedbegleitung oder hörst etwas bei einem anderen Gitarristen. Wenn es sich vom Fingersatz her gut spielen lässt, nutze es. Fingerstyle sind keine klassischen Musikstücke, die man Note für Note exakt so spielt, wie der Komponist es wollte. Sieh vieles als Vorschlag des Arrangeurs, nicht als starre Vorgabe.
Bei Gesangspausen oder lang gehaltenen Tönen kannst du oft ein komplettes Zupfmuster spielen, zum Beispiel beim G-Dur-Akkord das Travis-Picking.
Wie weit sich die Begleitung von der Melodie entfernt, entscheidest du selbst. Manchmal nutzt man eine enge Stimmführung – die Begleitung sitzt dabei dicht unter der Melodie. Ein anderes Mal möchtest du Melodie und Begleitung klar voneinander trennen, dann spricht man von einer weiten Lage. Meist nurzr man die Routinen, die man sich bei der einfachen Liedbegleitung angeeignet hat
Sehr häufig werden die Melodietöne (blau) kürzer notiert, als sie in Wirklichkeit klingen. Das macht das Lesen der Noten einfacher. Die Töne klingen in der Regel weiter, bis der Akkord gewechselt wird oder ein neuer Ton auf derselben Saite gespielt wird.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
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\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
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\clef "G_8"
}
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\override NoteHead #'color = #blue
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f'8~ <f' b>4 f'~ <f'~ b>4.| f'4 f' g' f' | e'8~ e'4 c'~ <c'~ g>4. | c'2 4 e' |
}
myBass = {
\stemDown
% \partial 2 c4 e |
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lost and your gone for -- ev -- er
dread -- ful
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%% Layout
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{
%%Noten
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\\
\myBass
>>
}
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\new TabStaff {
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<<
\myDiskant
\\
\myBass
>>
}
>>
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
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\myKey
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%% Schluss
c2
>>
\midi {}
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% bookTitleMarkup=##f
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}
</score>
Viele Tabulaturprogramme wie GuitarPro oder TuxGuitar sind zweistimmig ausgelegt. Man kann in einer Stimme jedoch Intervalle und Akkorde unterbringen. Will man Bass, Melodie und Begleittöne gleichzeitig anzeigen, und soll die Musikausgabe halbwegs korrekt erklingen, so muss man manchmal mit überbundenen Noten arbeiten. Die Bindebögen zeigen an, dass die zuerst gezupfte Melodienote weiterklingen soll, wärend die Begleitung gezupft wird. Dies macht es nicht unbedingt leicht, den Takt korrekt auszuzählen. Um den Überblick zu behalten, hilft es dann, in die Tabulatur zu schauen. Meist jedoch versucht der Arrangeur zwischen exakter Notendarstellung und leichter Lesbarkeit einen Kompromiss zu finden. Eine enorme Hilfe ist es, wenn du die Melodie dchon kennst, oder wenn es zumindest ein Hörbeispiel gibt.
Die größte Herausforderung wird es sein, herauszufinden, wann man der Melodie folgen muss und wann man einem einfachen Picking-Pattern folgen darf, und wann ein Ton der reinen Begleitung besser weg bleibt, wenn er mit der Melodie konkuriert.
Jetzt am Anfang überfordert es dich vermutlich, alles zu beachten. Später mit etwas mehr Geläufigkeit fällt es dir leichter, auf die Details zu achten. Da es inzwischen üblich ist, mit verschiedenen Quellen zu arbeiten, sollst du zumindest wissen, warum man zu ein und dem selben Lied verschiedene Interpretationen findet.
Wenn man mit dem Rhythmus nicht mehr weiter weiß, muss man schlicht und ergreifend alles durchzählen. Die Notenwerte können dir helfen herauszufinden, wann eine Note auf die Zahl (1234) gespielt wird (wie beim Blues-Picking) oder wann sie als Synkopen ("und") zu spielen sind. Auch hier hilft es schlicht und ergreifend, das Original anzuhören.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
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\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
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%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
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\clef "G_8"
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\set chordChanges = ##t
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g1:7 | g:7 | c | c
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% \partial 4 c'4 |
d'4. g4~ <g~ d>4. | g4 4 b d' |
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c'2
}
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\myG \myG c4 e c e \myC
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sorr -- ry my Cle -- men -- tine.
}
%% Layout
\score {
<<
\new ChordNames { \myChords }
\new Lyrics \lyricmode {
"1"8 "." "2" "+" "3" "+" "4" "."
"."8 "." "2" "." "3" "." "4" "."
"1"8 "+" "2" "+" "3" "+" "4" "."
"1"8 "." "2" "." "3" "." "4" "."
}
{
%%Noten
\new Staff <<
\myKey
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\new Voice = "mySong" { \myDiskant }
\\
\myBass
>>
}
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\new TabStaff {
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<<
\myDiskant
\\
\myBass
>>
}
>>
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
\score {
<<
\new Staff <<
\myKey
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\myBass
>>
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%% Schluss
c2
>>
\midi {}
}
%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
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% DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm
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% bookTitleMarkup=##f
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}
</score>
;übrigens
Anstelle des G7-Akkordes könnte man auch einen F-Dur-Akkord spielen, doch ich habe mich hier für die einfachere Picking-Variante mit nur zwei Akkorden entschieden.
Geübte Gitarristen, die auch ein wenig Noten lesen können, benötigen keine Tabulatur mehr. Sie fügen die Noten gleich vom Blatt in ein Zupfmuster ein und orientieren sich bei der Begleitung an den Akkorden.
Es bleibt zu hoffen, dass du dich im Laufe des Melodiepicking-Kurs entscheidest, "Noten vom Blatt spielen" für Gitarre zu lernen.
[[Datei:Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf]]
{{Audio|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid}}
{{PDF-Version|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf|hier das Folkpicking für "Oh My Darling Clementine" herunterladen}}
[[Kategorie: Liederbuch/ Melodiepicking|Oh My Darling Clementine]]
gluil7nprjs1b4icr4fl3tvb6i0g7n3
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2026-08-14T14:22:25Z
Mjchael
2222
/* Tabulatur für Oh My Darling Clementine */ Rotstift
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wikitext
text/x-wiki
= Tabulatur für [[Liederbuch/ Oh My Darling Clementine| Oh My Darling Clementine]] =
einfaches Folkpicking, Anfänger-Level (Arrangement von [[Benutzer:Mjchael|Mjchael]])
Teile das Picking zuerst in zwei Abschnitte. Die Melodie (blau) ist auf den unteren Saiten der Gitarre. Spiele sie ruhig einmal völlig ohne Begleitung. Du erkennst die Melodie meist an den nach oben zeigenden Notenhälsen. Die Melodie wird zumeist mit dem Zeige- und Mittelfinger gespielt.
Die Begleitung ist auf den unteren Saiten. Sie leitet sich von typischen Begleitpattern ab. Rechne gelegentlich auch mal mit Verzierungen wie einem Basslauf.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
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\clef "G_8"
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\override NoteHead #'color = #blue
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4. g8~ 2~ | 2 e'4 4 | 4. c'8~ 2~ |
2 c'4 e'|
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\stemDown
\partial 2 c4 e |
\myC \myC \myC \myC
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\set stanza = "1."
Oh my dar -- ling, oh my dar -- ling, Oh my
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%% Layout
\score {
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\new ChordNames { \myChords }
{
%%Noten
\new Staff <<
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\new Voice = "mySong" { \myDiskant }
\\
\myBass
>>
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\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
\new TabStaff {
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<<
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\myBass
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>>
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
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Mache dir nicht zu viele Gedanken über die Töne der Begleitung, denn sie ergeben sich automatisch aus dem angezeigten Akkord.
Die Bewegungsabläufe unterscheiden sich nur unwesentlich von den Zupfmustern aus dem Folkdiolom und den Picking-Pattern aus dem Balladendiplom.
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\version "2.20.0"
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%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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</score>
Oft kommen zur Melodie und zum Wechselbass noch weitere Begleittöne dazu. Diese Töne sind simples Füllmaterial, das du schon aus typischen Picking-Patterns kennst. Wenn eine Gesangsnote lange gehalten wird, kann es passieren, dass man den Melodieton (rot) leise wiederholt, damit der Spielfluss erhalten bleibt. In einer anderen Strophe können an dieser Stelle auch zwei Silben ode Wörter stehen.
Wenn du später mit mehr Erfahrung noch etwas ergänzen willst (Hammering, Basslauf usw.), probier es einfach aus. Vielleicht kennst du eine Verzierung aus der Liedbegleitung oder hörst etwas bei einem anderen Gitarristen. Wenn es sich vom Fingersatz her gut spielen lässt, nutze es. Fingerstyle sind keine klassischen Musikstücke, die man Note für Note exakt so spielt, wie der Komponist es wollte. Sieh vieles als Vorschlag des Arrangeurs, nicht als starre Vorgabe.
Bei Gesangspausen oder lang gehaltenen Tönen kannst du oft ein komplettes Zupfmuster spielen, zum Beispiel beim G-Dur-Akkord das Travis-Picking.
Wie weit sich die Begleitung von der Melodie entfernt, entscheidest du selbst. Manchmal nutzt man eine enge Stimmführung – die Begleitung sitzt dabei dicht unter der Melodie. Ein anderes Mal möchtest du Melodie und Begleitung klar voneinander trennen, dann spricht man von einer weiten Lage. Meist nurzr man die Routinen, die man sich bei der einfachen Liedbegleitung angeeignet hat
Sehr häufig werden die Melodietöne (blau) kürzer notiert, als sie in Wirklichkeit klingen. Das macht das Lesen der Noten einfacher. Die Töne klingen in der Regel weiter, bis der Akkord gewechselt wird oder ein neuer Ton auf derselben Saite gespielt wird.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
\time 4/4
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}
myChords = \chordmode {
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% \partial 2 s2
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myC = { c4 g e g }
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Viele Tab-Programme wie GuitarPro oder TuxGuitar arbeiten mit zwei Stimmen. In einer Stimme kannst du trotzdem Intervalle und Akkorde unterbringen.
Damit Bass, Melodie und Begleitung gleichzeitig sinnvoll notiert sind und die Wiedergabe realistisch klingt, nutzt man oft überbundene Noten. Der Bindebogen bedeutet: Die zuerst angeschlagene Melodienote soll weiterklingen, während du die Begleitung zupfst.
Das Auszählen des Taktes wird dadurch komplizierter. Schau zur Kontrolle in die Tabulatur, und verlasse dich im Zweifel auf dein Ohr.
Die meisten Arrangeure suchen einen Kompromiss aus genauer Notation und guter Lesbarkeit. Extrem hilfreich ist es daher, wenn du die Melodie schon kennst oder ein Hörbeispiel hast.
Die Hauptaufgabe für dich ist: herausfinden,
* wann du strikt der Melodie folgst,
* wann ein einfaches Picking-Pattern reicht,
* und wann ein Begleitton besser wegbleibt, weil er mit der Melodie kollidiert.
Am Anfang ist das viel, später mit mehr Routine kannst du diese Entscheidungen entspannter treffen. Da heute viele verschiedene Versionen eines Songs im Umlauf sind, ist es normal, dass sich die Interpretationen unterscheiden.
Wenn der Rhythmus unklar ist, hilft nur: alles zählen. Achte auf die Notenwerte, um zu sehen, ob ein Ton auf die Zählzeiten (1 2 3 4) liegt (z.B. beim Blues-Picking) oder als Synkope auf „und“. Hör dir zur Sicherheit das Original an und gleiche dein Spiel damit ab.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
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%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
\mergeDifferentlyHeadedOn
\clef "G_8"
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myChords = \chordmode {
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% \partial 2 s2
g1:7 | g:7 | c | c
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myC = { c4 g e g }
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myDiskant = {
\stemUp
\override NoteHead #'color = #blue
% \partial 4 c'4 |
d'4. g4~ <g~ d>4. | g4 4 b d' |
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myBass = {
\stemDown
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\new Lyrics \lyricmode {
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"1"8 "+" "2" "+" "3" "+" "4" "."
"1"8 "." "2" "." "3" "." "4" "."
}
{
%%Noten
\new Staff <<
\myKey
\mergeDifferentlyHeadedOn
\new Voice = "mySong" { \myDiskant }
\\
\myBass
>>
}
\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
\new TabStaff {
% \tabFullNotation
<<
\myDiskant
\\
\myBass
>>
}
>>
\layout {}
}
%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
\score {
<<
\new Staff <<
\myKey
\new Voice = "mySong" { \myDiskant}
\\
\myBass
>>
\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
%% Schluss
c2
>>
\midi {}
}
%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
\paper {
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% DinA4 0 210mm - 10mm Rand - 20mm Lochrand = 180mm
line-width=180\mm
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</score>
;übrigens
Anstelle des G7-Akkordes könnte man auch einen F-Dur-Akkord spielen, doch ich habe mich hier für die einfachere Picking-Variante mit nur zwei Akkorden entschieden.
Geübte Gitarristen, die auch ein wenig Noten lesen können, benötigen keine Tabulatur mehr. Sie fügen die Noten gleich vom Blatt in ein Zupfmuster ein und orientieren sich bei der Begleitung an den Akkorden.
[[Datei:Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf]]
{{Audio|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid}}
{{PDF-Version|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf|hier das Folkpicking für "Oh My Darling Clementine" herunterladen}}
[[Kategorie: Liederbuch/ Melodiepicking|Oh My Darling Clementine]]
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1089760
1089754
2026-08-15T09:53:32Z
Mjchael
2222
/* Tabulatur für Oh My Darling Clementine */
1089760
wikitext
text/x-wiki
= Tabulatur für [[Liederbuch/ Oh My Darling Clementine| Oh My Darling Clementine]] =
einfaches Folkpicking, Anfänger-Level (Arrangement von [[Benutzer:Mjchael|Mjchael]])
Teile das Picking zuerst in zwei Abschnitte. Die Melodie (blau) ist auf den unteren Saiten der Gitarre. Spiele sie ruhig einmal völlig ohne Begleitung. Du erkennst die Melodie meist an den nach oben zeigenden Notenhälsen. Die Melodie wird zumeist mit dem Zeige- und Mittelfinger gespielt.
Die Begleitung ist auf den unteren Saiten. Sie leitet sich von typischen Begleitpattern ab. Rechne gelegentlich auch mal mit Verzierungen wie einem Basslauf.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
\time 4/4
\key c \major
\set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
\mergeDifferentlyHeadedOn
\clef "G_8"
}
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\set chordChanges = ##t
\partial 2 s2
c2 | c1 | c
}
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myDiskant = {
\stemUp
\override NoteHead #'color = #blue
\partial 4 c'4 4 |
4. g8~ 2~ | 2 e'4 4 | 4. c'8~ 2~ |
2 c'4 e'|
}
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\stemDown
\partial 2 c4 e |
\myC \myC \myC \myC
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\set stanza = "1."
Oh my dar -- ling, oh my dar -- ling, Oh my
}
%% Layout
\score {
<<
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%%Noten
\new Staff <<
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>>
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<<
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\myBass
>>
}
>>
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
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<<
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%% Schluss
c2
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Mache dir nicht zu viele Gedanken über die Töne der Begleitung, denn sie ergeben sich automatisch aus dem angezeigten Akkord.
Die Bewegungsabläufe unterscheiden sich nur unwesentlich von den Zupfmustern aus dem Folkdiolom und den Picking-Pattern aus dem Balladendiplom.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
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%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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\set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
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\clef "G_8"
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%% Layout
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<<
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%%Noten
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</score>
Oft kommen zur Melodie und zum Wechselbass noch weitere Begleittöne dazu. Diese Töne sind simples Füllmaterial, das du schon aus typischen Picking-Patterns kennst. Wenn eine Gesangsnote lange gehalten wird, kann es passieren, dass man den Melodieton (rot) leise wiederholt, damit der Spielfluss erhalten bleibt. In einer anderen Strophe können an dieser Stelle auch zwei Silben ode Wörter stehen.
Bei Gesangspausen oder lang gehaltenen Tönen kannst du oft ein komplettes Zupfmuster spielen, zum Beispiel beim G-Dur-Akkord das Travis-Picking.
Wie weit sich die Begleitung von der Melodie entfernt, entscheidest du selbst. Manchmal nutzt man eine enge Stimmführung – die Begleitung sitzt dabei dicht unter der Melodie. Ein anderes Mal möchtest du Melodie und Begleitung klar voneinander trennen, dann spricht man von einer weiten Lage. Meist nurzr man die Routinen, die man sich bei der einfachen Liedbegleitung angeeignet hat
Sehr häufig werden die Melodietöne (blau) kürzer notiert, als sie in Wirklichkeit klingen. Das macht das Lesen der Noten einfacher. Die Töne klingen in der Regel weiter, bis der Akkord gewechselt wird oder ein neuer Ton auf derselben Saite gespielt wird.
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\stemUp
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Viele Tab-Programme wie GuitarPro oder TuxGuitar arbeiten mit zwei Stimmen. In einer Stimme kannst du trotzdem Intervalle und Akkorde unterbringen.
Damit Bass, Melodie und Begleitung gleichzeitig sinnvoll notiert sind und die Wiedergabe realistisch klingt, nutzt man oft überbundene Noten. Der Bindebogen bedeutet: Die zuerst angeschlagene Melodienote soll weiterklingen, während du die Begleitung zupfst.
Das Auszählen des Taktes wird dadurch komplizierter. Schau zur Kontrolle in die Tabulatur, und verlasse dich im Zweifel auf dein Ohr.
Die meisten Arrangeure suchen einen Kompromiss aus genauer Notation und guter Lesbarkeit. Extrem hilfreich ist es daher, wenn du die Melodie schon kennst oder ein Hörbeispiel hast.
Die Hauptaufgabe für dich ist: herausfinden,
* wann du strikt der Melodie folgst,
* wann ein einfaches Picking-Pattern reicht,
* und wann ein Begleitton besser wegbleibt, weil er mit der Melodie kollidiert.
Am Anfang ist das viel, später mit mehr Routine kannst du diese Entscheidungen entspannter treffen. Da heute viele verschiedene Versionen eines Songs im Umlauf sind, ist es normal, dass sich die Interpretationen unterscheiden.
Wenn der Rhythmus unklar ist, hilft nur: alles zählen. Achte auf die Notenwerte, um zu sehen, ob ein Ton auf die Zählzeiten (1 2 3 4) liegt (z.B. beim Blues-Picking) oder als Synkope auf „und“. Hör dir zur Sicherheit das Original an und gleiche dein Spiel damit ab.
<score sound="1" raw="1">
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%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
\mergeDifferentlyHeadedOn
\clef "G_8"
}
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\set chordChanges = ##t
% \partial 2 s2
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myDiskant = {
\stemUp
\override NoteHead #'color = #blue
% \partial 4 c'4 |
d'4. g4~ <g~ d>4. | g4 4 b d' |
c'8~ <c' g>4 c'~ <c'~ g>4. |
c'2
}
myBass = {
\stemDown
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\myG \myG c4 e c e \myC
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sorr -- ry my Cle -- men -- tine.
}
%% Layout
\score {
<<
\new ChordNames { \myChords }
\new Lyrics \lyricmode {
"1"8 "." "2" "+" "3" "+" "4" "."
"."8 "." "2" "." "3" "." "4" "."
"1"8 "+" "2" "+" "3" "+" "4" "."
"1"8 "." "2" "." "3" "." "4" "."
}
{
%%Noten
\new Staff <<
\myKey
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\\
\myBass
>>
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>>
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
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\new Staff <<
\myKey
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%% Schluss
c2
>>
\midi {}
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%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
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</score>
;übrigens
Anstelle des G7-Akkordes könnte man auch einen F-Dur-Akkord spielen, doch ich habe mich hier für die einfachere Picking-Variante mit nur zwei Akkorden entschieden.
Geübte Gitarristen, die auch ein wenig Noten lesen können, benötigen keine Tabulatur mehr. Sie fügen die Noten gleich vom Blatt in ein Zupfmuster ein und orientieren sich bei der Begleitung an den Akkorden.
[[Datei:Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf]]
{{Audio|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid}}
{{PDF-Version|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf|hier das Folkpicking für "Oh My Darling Clementine" herunterladen}}
[[Kategorie: Liederbuch/ Melodiepicking|Oh My Darling Clementine]]
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1089760
2026-08-15T09:54:41Z
Mjchael
2222
/* Tabulatur für Oh My Darling Clementine */
1089761
wikitext
text/x-wiki
= Tabulatur für [[Liederbuch/ Oh My Darling Clementine| Oh My Darling Clementine]] =
einfaches Folkpicking, Anfänger-Level (Arrangement von [[Benutzer:Mjchael|Mjchael]])
Teile das Picking zuerst in zwei Abschnitte. Die Melodie (blau) ist auf den unteren Saiten der Gitarre. Spiele sie ruhig einmal völlig ohne Begleitung. Du erkennst die Melodie meist an den nach oben zeigenden Notenhälsen. Die Melodie wird zumeist mit dem Zeige- und Mittelfinger gespielt.
Die Begleitung ist auf den unteren Saiten. Sie leitet sich von typischen Begleitpattern ab. Rechne gelegentlich auch mal mit Verzierungen wie einem Basslauf.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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\set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
\mergeDifferentlyHeadedOn
\clef "G_8"
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\stemUp
\override NoteHead #'color = #blue
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4. g8~ 2~ | 2 e'4 4 | 4. c'8~ 2~ |
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\stemDown
\partial 2 c4 e |
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\set stanza = "1."
Oh my dar -- ling, oh my dar -- ling, Oh my
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%% Layout
\score {
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\new ChordNames { \myChords }
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%%Noten
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%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
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Mache dir nicht zu viele Gedanken über die Töne der Begleitung, denn sie ergeben sich automatisch aus dem angezeigten Akkord.
Die Bewegungsabläufe unterscheiden sich nur unwesentlich von den Zupfmustern aus dem Folkdiolom und den Picking-Pattern aus dem Balladendiplom.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
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%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
\new TabStaff {
% \tabFullNotation
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\myBass
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
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</score>
Oft kommen zur Melodie und zum Wechselbass noch weitere Begleittöne dazu. Diese Töne sind simples Füllmaterial, das du schon aus typischen Picking-Patterns kennst. Wenn eine Gesangsnote lange gehalten wird, kann es passieren, dass man den Melodieton (rot) leise wiederholt, damit der Spielfluss erhalten bleibt. In einer anderen Strophe können an dieser Stelle auch zwei Silben ode Wörter stehen.
Bei Gesangspausen oder lang gehaltenen Tönen kannst du oft ein komplettes Zupfmuster spielen, zum Beispiel beim G-Dur-Akkord das Travis-Picking.
Wie weit sich die Begleitung von der Melodie entfernt, entscheidest du selbst. Manchmal nutzt man eine enge Stimmführung – die Begleitung sitzt dabei dicht unter der Melodie. Ein anderes Mal möchtest du Melodie und Begleitung klar voneinander trennen, dann spricht man von einer weiten Lage. Meist nurzr man die Routinen, die man sich bei der einfachen Liedbegleitung angeeignet hat
Sehr häufig werden die Melodietöne (blau) kürzer notiert, als sie in Wirklichkeit klingen. Das macht das Lesen der Noten einfacher. Die Töne klingen in der Regel weiter, bis der Akkord gewechselt wird oder ein neuer Ton auf derselben Saite gespielt wird.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
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\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
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\set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
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%% Midiausgabe mit Wiederholungen, ohne Akkorde
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\new Staff <<
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\myBass
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\new Lyrics \lyricsto "mySong" { \myLyrics }
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%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
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Viele Tab-Programme wie GuitarPro oder TuxGuitar arbeiten mit zwei Stimmen. In einer Stimme kannst du trotzdem Intervalle und Akkorde unterbringen.
Damit Bass, Melodie und Begleitung gleichzeitig sinnvoll notiert sind und die Wiedergabe realistisch klingt, nutzt man oft überbundene Noten. Der Bindebogen bedeutet: Die zuerst angeschlagene Melodienote soll weiterklingen, während du die Begleitung zupfst.
Das Auszählen des Taktes wird dadurch komplizierter. Schau zur Kontrolle in die Tabulatur, und verlasse dich im Zweifel auf dein Ohr.
Die meisten Arrangeure suchen einen Kompromiss aus genauer Notation und guter Lesbarkeit. Extrem hilfreich ist es daher, wenn du die Melodie schon kennst oder ein Hörbeispiel hast.
Die Hauptaufgabe für dich ist: herausfinden,
* wann du strikt der Melodie folgst,
* wann ein einfaches Picking-Pattern reicht,
* und wann ein Begleitton besser wegbleibt, weil er mit der Melodie kollidiert.
Am Anfang ist das viel, später mit mehr Routine kannst du diese Entscheidungen entspannter treffen. Da heute viele verschiedene Versionen eines Songs im Umlauf sind, ist es normal, dass sich die Interpretationen unterscheiden.
Wenn der Rhythmus unklar ist, hilft nur: alles zählen. Achte auf die Notenwerte, um zu sehen, ob ein Ton auf die Zählzeiten (1 2 3 4) liegt (z.B. beim Blues-Picking) oder als Synkope auf „und“. Hör dir zur Sicherheit das Original an und gleiche dein Spiel damit ab.
<score sound="1" raw="1">
\version "2.20.0"
myKey = {
\tempo 4 = 120
%Tempo ausblenden
\set Score.tempoHideNote = ##t
\time 4/4
\key c \major
\set Staff.midiInstrument = #"acoustic guitar (nylon)"
%% verschmilzt unterschiedliche Notenköpfe
\mergeDifferentlyHeadedOn
\clef "G_8"
}
myChords = \chordmode {
\set chordChanges = ##t
% \partial 2 s2
g1:7 | g:7 | c | c
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%% Schluss
c2
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%% unterdrückt im raw="1"-Modus das DinA4-Format.
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</score>
;übrigens
Anstelle des G7-Akkordes könnte man auch einen F-Dur-Akkord spielen, doch ich habe mich hier für die einfachere Picking-Variante mit nur zwei Akkorden entschieden.
Geübte Gitarristen, die auch ein wenig Noten lesen können, benötigen keine Tabulatur mehr. Sie fügen die Noten gleich vom Blatt in ein Zupfmuster ein und orientieren sich bei der Begleitung an den Akkorden.
Wenn du später mit mehr Erfahrung noch etwas ergänzen willst (Hammering, Basslauf usw.), probier es einfach aus. Vielleicht kennst du eine Verzierung aus der Liedbegleitung oder hörst etwas bei einem anderen Gitarristen. Wenn es sich vom Fingersatz her gut spielen lässt, nutze es. Fingerstyle sind keine klassischen Musikstücke, die man Note für Note exakt so spielt, wie der Komponist es wollte. Sieh vieles als Vorschlag des Arrangeurs, nicht als starre Vorgabe.
[[Datei:Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf]]
{{Audio|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.mid}}
{{PDF-Version|Guitar - Oh My Darling Clementine - Folkpicking.pdf|hier das Folkpicking für "Oh My Darling Clementine" herunterladen}}
[[Kategorie: Liederbuch/ Melodiepicking|Oh My Darling Clementine]]
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Zweideutigkeit als System - Thomas Manns Forderung an die Kunst: Leiden und Größe Richard Wagners
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2026-08-14T15:47:00Z
ErikDunsing
78011
Nachsatz korrigiert
1089755
wikitext
text/x-wiki
:<small>'''Entstehung:''' Mitte Dezember 1932 bis Ende Januar 1933</small>
''"Auf jeden Fall bleibt Wagner für mich der Künstler, auf den ich mich am besten verstehe und in dessen Schatten ich lebe."'' <ref> Thomas Mann am 4.6.1920 an Ernst Bertram </ref> Und ein weiteres Eingeständnis: ''"Wagner war mein stärkstes, bestimmendstes künstlerisches Erlebnis."'' <ref> am 25.5.1926 an Ernst Fischer </ref> Doch hält diese Priorität nicht ein Leben lang vor. Im amerikanischen Exil wird sich Thomas Mann mehr und mehr mit Goethe identifizieren. Der Paradigmenwechsel findet seinen Niederschlag in dem Goetheroman [[w:Lotte in Weimar|Lotte in Weimar]] (1939). Wagner sei die große Passion seiner Jugend gewesen.<ref> am 18.2.1952 an Roger de Campagnolle </ref>
Anlass für den Wagner-Essay war das Ersuchen der Goethe-Gesellschaft, am 10.2.1933, zur fünfzigsten Wiederkehr des Todestages von Richard Wagner, einen Festvortrag im Auditorium maximum der Universität München zu halten.<ref> Georg Potempa: Thomas Mann-Bibliographie. Morsum/Sylt: Cicero Presse 1992, S. 401 </ref> Beim Schreiben wuchs sich das Vortragsmanuskript zu einer größeren Abhandlung aus. Der eigentliche Vortragstext musste auf einen Auszug reduziert werden.
In Vortrag und Essay äußert sich Thomas Mann pointiert über Komik und Tragik in der Kunst. Zu ihrer gegenseitigen Durchdringung im Kunstwerk schreibt er, ''"dass Tragödie und Posse aus ein und derselben Wurzel kommen. Eine Beleuchtungsdrehung verwandelt die eine in die andere; die Posse ist ein geheimes Trauerspiel, die Tragödie – zuletzt – ein sublimer Jux."'' - Irrendes Handeln als ''"sublimer Jux"''.
Bezogen auf das Naturell des Künstlers fährt Thomas Mann fort: ''"Der Ernst des Künstlers – ein nachdenkliches Kapitel."'' <ref> Mann, Thomas: Adel des Geistes. Stockholm: Bermann - Fischer Verlag 1945,S. 434 </ref> ''"Neue «Wahrheits»- Erlebnisse bedeuten dem Künstler neue Spielreize und Ausdrucksmöglichkeiten, weiter nichts. Er glaubt genau so weit an sie – er nimmt sie genau so weit ernst – als es erforderlich ist, um sie zum höchsten Ausdruck zu bringen und den tiefsten Eindruck damit zu machen. Es ist ihm folglich sehr ernst damit, zu Tränen ernst, - aber nicht ganz und also gar nicht."'' Sein künstlerischer Ernst ist ''"Ernst im Spiel"''.
In dem vielschichtigen Essay zieht Thomas Mann Parallelen zwischen Ibsen und Wagner. Beide nennt er Magier. ''"Denn nordische Magier, schlimm verschmitzte alte Hexenmeister waren sie beide, tief bewandert in allen Einflüsterungskünsten einer so sinnigen wie ausgepichten Teufelsartistik, groß in der Organisation der Wirkung, im Kultus des Kleinsten, in aller Doppelbödigkeit und Symbolbildung, in diesem Zelebrieren des Einfalls, diesem Poetisieren des Intellekts."'' <ref> a. a. O. S. 403 </ref> ''"Beide sind sie schöpferisch in dem perfektionierend-übersteigernden Sinn, dass sie aus dem Gegebenen das Neue und Ungeahnte entwickeln." <ref> a. a. O. S. 404 </ref>
Was hier über Kunst und persönlichen Stil der beiden ´Magier´ angemerkt wird, trifft auch auf den ´Zauberer´ Thomas Mann zu. <ref> Mendelssohn, Peter de : Der Zauberer. Das Leben des deutschen Schriftstellers Thomas Mann. Frankfurt am Main: S. Fischer 1975
</ref> Für Leser, die das Gesamtwerk überblicken, kündigen ''"Einflüsterungskünste einer so sinnigen wie ausgepichten Teufelsartistik"'' bereits ein Motiv an, das zehn Jahre später in [[w:Doktor Faustus|Doktor Faustus]] zum ''"General-Thema"'' wird.<ref> Thomas Mann am 23.9.1945 an Karl Kerény über «Doktor Faustus»: "Das Teufelsbündnis ist das General-Thema des Buches." </ref>
Dem Kunstwerk spricht Thomas Mann einen ''"metaphysischen Eigenwillen"'' zu, mit dem es nach Verwirklichung strebe. Der Künstler sei nur das ''"Werkzeug"'' und seine Mühen ein ''"freiwillig-unfreiwilliges Opfer."'' <ref> Mann, Thomas: Adel des Geistes. Stockholm: Bermann - Fischer Verlag 1945, S. 428 </ref> In der kleinen Schiller-Erzählung ''Schwere Stunde'' (1905) hatte er das Werk, die künstlerische Arbeit ''"eine unglückselige und der Verzweiflung geweihte Empfängnis"'' genannt. <ref> Mann, Thomas: Schwere Stunde. In: Das Wunderkind. Berlin: S. Fischer Verlag 1914, S. 31 </ref> Im Vortrag ''Lübeck als geistige Lebensform'' (1926) führt Thomas Mann aus: ''"Es ist etwas höchst Merkwürdiges um diesen Eigenwillen eines Werkes, das werden soll, das ideell eigentlich schon da ist, und bei dessen Verwirklichung den Autor selbst die größten Überraschungen treffen."'' <ref> Mann, Thomas: Lübeck als geistige Lebensform. Lübeck: Quitzow 1926, S. 17 </ref>
Der Philosophie Platons folgend, sah Thomas Mann im Kunstwerk das wieder zur Idee verdichtete ''"reine Urbild des Seins, lange bevor es sich Gleichnis und Kleid aus der Welt der Erscheinung lieh."'' <ref> Mann, Thomas: Schwere Stunde. In: Das Wunderkind. Berlin: S. Fischer Verlag 1914, S. 41 </ref>
Am Beispiel Richard Wagners wird die ''"Verführungsmacht"'' der Kunst angesprochen. <ref> Mann, Thomas: Adel des Geistes. Stockholm: Bermann - Fischer Verlag 1945, S. 432 </ref> Große Kunst ist suggestiv. Unreflektiert scheinen ihre Aussagen dem Rezipienten zutiefst wahrhaftig, - müssen diese Wirkung auch erzielen, wenn es sich um große Kunst handelt. In einem Brief an die Lübecker Dichterin Ida Boy-Ed charakterisiert der neunundzwanzigjährige Thomas Mann das Kunsterlebnis mit dem Paradoxon ''"Wirklichkeitsillusion"'', - erzielt durch ''"die außerordentliche Kraft der Darstellung"''. <ref> Thomas Mann am 22.02.1904 an Ida Boy-Ed </ref>
''"Die Kunst, welch ein Betrug um wahrhaftes Sinnenglück und um das Heil zugleich sie nun sei - das Werk, dank elastischer Kräfte, die er [Richard Wagner] im Stillen bewundern muss, schreitet unaufhaltsam fort."'' <ref> Mann, Thomas: Adel des Geistes. Stockholm: Bermann - Fischer Verlag 1945, S. 433 </ref> Die Kunst als Surrogat für ''"wahrhaftes Sinnenglück"'' mag auf Wagner zutreffen. Doch eher spricht sich hier Thomas Mann aus. Er hat sein selbst verhängtes (homoerotisches) Liebesverbot mit Hilfe der Kunst ertragen, sich durch das ''"höhere Leben"'', das künstlerisches Schaffen ihm bedeutete, entschädigt gesehen.
Q u e l l e n :
<references/>
<small> Partieller Gleichklang mit dem gleichnamigen Wikipedia-Artikel beruht auf der Identität des Verfassers. </small>
:[[Zweideutigkeit als System - Thomas Manns Forderung an die Kunst: Joseph und seine Brüder| weiter]]
:[[Zweideutigkeit als System - Thomas Manns Forderung an die Kunst: Inhalt.| Inhaltsverzeichnis]]
:[[Zweideutigkeit als System - Thomas Manns Forderung an die Kunst: Betrachtungen eines Unpolitischen| zurück]]
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Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 65
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wikitext
text/x-wiki
{{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}}
{{:Traktorenlexikon: Modell-Infobox
| HERSTELLER = [[Traktorenlexikon: Massey Ferguson|Massey Ferguson]]
| MODELLREIHE = 10er-Baureihe
| MODELL = MF 65
| BILD = Red Massey Ferguson 65.jpg
| BILDBESCHREIBUNG = Massey Ferguson MF65
| BAUWEISE = rahmenlose Blockbauweise
| PRODUKTIONSBEGINN = 1958
| PRODUKTIONSENDE = 1961
| STÜCKZAHL =
| EIGENGEWICHT = 1.950
| LÄNGE = 3.335
| BREITE = 1.840
| HÖHE = 1.610
| RADSTAND = 2.138
| BODENFREIHEIT = 362
| SPURWEITE =
| SPURWEITE VORNE = 1.220–2.032
| SPURWEITE HINTEN = 1.320–2.235
| WENDERADIUS MIT LENKBREMSE = 3.500
| WENDERADIUS OHNE LENKBREMSE = 3.900
| BEREIFUNG VORNE = 6.00-16 ASF
| BEREIFUNG HINTEN = 11-32 AS = ab ~ 1970: 12.4-32 AS
| LEISTUNG KW =
| LEISTUNG PS = 58
| NENNDREHZAHL = 1.980
| ZYLINDER = 4
| HUBRAUM = 3.346
| DREHMOMENTANSTIEG =
| KRAFTSTOFF = Diesel
| KÜHLSYSTEM = Wasserkühlung
| ANTRIEBSTYP = Hinterradantrieb
| GETRIEBE = 6/2-Getriebe
| HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT = 20
| KATEGORIESORTIERUNG = Massey Ferguson MF 65
}}
Der '''MF 65''' ist ein Standardschlepper von [[Traktorenlexikon: Massey Ferguson|Massey Ferguson]]. Gebaut wurde er ab 1958 an mehreren Produktionsstandorten. Er war die konsequente Weiterentwicklung des FE 35. Bereits 1961 wurde der MF 65 durch den drehmomentstärkeren [[Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 65 Mark II|MF 65 Mark II]] abgelöst.
==Motor==
* Perkins, Typ: A 4-192 Y, stehender wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihen-Dieselmotor mit Vorkammer-Verfahren, hängenden Ventilen, CAV-Kraftstoffpumpe, fünffach-gelagerter Kurbelwelle, zahnradgetriebener Nockenwelle, CAV-Einspritzdüsen, Druckumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, Ölbadluftfilter mit Abscheider, CAV-Düsenhalter, trockene-auswechselbare Zylinderlaufbuchsen, Fünfring-Leichtmetall-Kolben, mechanischer CAV-Fliehkraftverstellregler, Wasserumlaufkühlung mit Thermostat und Lamellenkühler.
* Bohrung = 88,9 mm, Hub = 127 mm
* Verdichtungsverhältnis = 16,5:1
* Max. Drehmoment = 18,8 mkg bei 1.400 U/min.
* Kompressionsdruck = 30,5 atü
* Leerlaufdrehzahl = 500 U/min.
* Öldruck = 3,5 bis 4,2 atü
* Max. Einspritzdruck = 140 + 15 atü
* Förderleistung der Wasserpumpe = 100 l/min. mit 2.000 U/min.
* Förderleistung der Ölpumpe = 13,4 l/min. mit 2.000 U/min.
* CAV-Kraftsoffpumpe, Typ: DPA 3232 131
* CAV-Einspritzdüse, Typ: BDL 110 S 6257
* CAV-Düsenhalter, Typ: BKB 32 SD 5026
==Kupplung==
* Pedal betätigte, trockene Laycock-Doppelkupplung, Typ: Auburn
==Getriebe==
* Im Ölbad laufendes, gerade verzahntes Standard-Motor-Triebwerk
* Schubradgeschaltetes Wechselgetriebe mit separatem Schalthebel und drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang
* Zweite Gruppe mit separatem Schalthebel und drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang, mittels nachgeschaltetem Planetengetriebe
* Untersetzungsverhältnis des Planetengetriebe = 4:1
* 6 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge
Gesamtübersetzung:
* 1.Gang = 255,4:1
* 2.Gang = 170,3:1
* 3.Gang = 92,7:1
* 4.Gang = 63,9:1
* 5.Gang = 42,6:1
* 6.Gang = 23,2:1
* 1.Rückwärtsgang = 187,5:1
* 2.Rückwärtsgang = 46,9:1
Übersetzungsverhältnis-Wegzapfwelle:
* 1.Gang = 31,3:1
* 2.Gang = 20,5:1
* 3.Gang = 11,4:1
* 4.Gang = 7,8:1
* 5.Gang = 5,2:1
* 6.Gang = 2,84:1
* 1.Rückwärtsgang = 22,9:1
* 2.Rückwärtsgang = 5,2:1
==Geschwindigkeiten vor- und rückwärts==
Geschwindigkeiten mit Bereifung 11-32 AS
* 1.Gang = 1,81 km/h
* 2.Gang = 2,72 km/h
* 3.Gang = 4,98 km/h
* 4.Gang = 7,25 km/h
* 5.Gang = 10,87 km/h
* 6.Gang = 19,92 km/h
* 1.Rückwärtsgang = 2,47 km/h
* 2.Rückwärtsgang = 9,86 km/h
==Zapfwelle==
* Handhebel betätigte, unabhängige Motorzapfwelle, als gangabhängige Zapfwelle umschaltbar
* Stummel = 29 x 34,9 x 9,7 mm (Form-1)
* Übersetzungsverhältnis = 2,78:1
* 540 U/min. mit 1.500 U/min.
* Oder 713 U/min. mit Nenndrehzahl
* Übertragbare Leistung = 51,9 PS
Umdrehungen der Wegzapfwelle (Übersetzung Zapfwelle : Rad = 8,13:1)
* 1.Gang = 63 U/min.
* 2.Gang = 96 U/min
* 3.Gang = 174 U/min.
* 4.Gang = 254 U/min.
* 5.Gang = 380 U/min.
* 6.Gang = 697 U/min.
* 1.Rückwärtsgang = 86 U/min.
* 2.Rückwärtsgang = 380 U/min.
* Optional Riementrieb mit 228,6 mm Durchmesser und 165 mm Breite
* Übersetzungsverhältnis = 1,495:1
* Drehzahl = 1.323 U/min. mit Nenndrehzahl
* Riemengeschwindigkeit = 19,9 m/s
==Bremsen==
* Pedal betätigte Scheibenbremse auf die Halbachsen wirkend
* Zwei rechtsseitige Pedale sind als Einzelradbremse ausgebildet
* Feststellbare Handbremse als Innen-Backenbremse ausgebildet, auf die Hinterräder wirkend
==Achsen==
* Pendeln gelagerte Vorderachse mit ausziehbaren Halbachsen
Spurweiten = 1.220, 1.320, 1.420, 1.525, 1.625, 1.725, 1.830, 1.930 und 2.030 mm
* Starre Hinterachse mit Kegelradgetriebe und Stirnradübersetzung
Achtfach-verstellbare Spurweite mittels Verstellräder und Radumschlag = 1.320, 1.420, 1.525, 1.625, 1.725, 1.830, 1.930, 2.135 und 2.235 mm
* Pedal betätigte, selbstausrückende Differentialperre
==Lenkung==
* Mechanische Finger-Lenkung
* Optional mit hydraulischer Lenkhilfe
==Hydrauliksystem und Kraftheber==
* Hydraulischer MF-Kraftheber mit Oberlenkerregelung
* Einfachwirkender Hubzylinder
* Pumpenkolben-Durchmesser = 23,24 mm
* Dreipunktkupplung der Kategorie I oder II
Funktionen:
* Heben, Senken und Transportstellung
* Schwimmstellung, Positionsregelung und automatische Tiefenregelung incl. Reaktionsregelung
* Organisch verbaute Vierzylinder-Kolbenpumpe
* Förderleistung = 15,1 l/min. bei 2.000 U/min. und 175 atü Betriebsdruck
* Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 1.134 kg
==Steuergeräte==
* Ein einfachwirkendes MF-Steuergerät
==Elektrische Ausrüstung==
* 12 Volt-Einrichtung
* Batterie, 12 V-96 Ah
* Lucas-Lichtmaschine, Typ: C 39 P 2
* Lucas-Anlasser, Typ: 45 GRF 15
==Maße und Abmessungen==
* Länge über alles = 3.335 mm
* Breite über alles = 1.840 mm
* Höhe über Lenkrad = 1.610 mm
* Radstand = 2.138 mm
* Bodenfreiheit = 362 mm
* Eigengewicht = 1.950 kg
==Bereifung==
Standardbereifung:
* Vorne = 6.00-16 AS Front
* Hinten = 11-32 AS = ab ~ 1970: 12.4-32 AS
Optional:
* Hinten = 14.9-28 AS
==Füllmengen==
* Tankinhalt = 50 l
* Motoröl = 6 l
* Kühlsystem = 10,2 l
* Triebwerk = 30,3 l
==Verbrauch==
* Optimaler Kraftstoffverbrauch = 170 g/PSh bei 41,3 PS und 1.400 U/min.
==Kabine==
* Fahrerstand mit gefederter Sitzschale, Amperemeter, Öldruckmesser, Traktormeter und linkem Kotflügelsitz
* Optional mit Verdeck
==Sonderausrüstung==
* Riemenscheibe
* Frontlader
* Verdeck
* Zugpendel
* Hitch
* Zwillingsbereifung
* Hydraulische Lenkhilfe
==Literatur==
* Massey Ferguson-Das Typenbuch (Albert Mößmer) Seite 67
* Ferguson-Prospekte von 1948-1964 (Klaus Bergner) Seite 188
* Massey Ferguson Einstellungen-Technische Daten-Toleranzen (F 04)
* OLDTIMER TRAKTOR Ausgabe 07/2014, Seite 8 ff.
==Weblinks==
<references />
{{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}}
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Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 65 Mark II
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2026-08-14T12:44:28Z
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wikitext
text/x-wiki
{{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}}
{{:Traktorenlexikon: Modell-Infobox
| HERSTELLER = Massey Ferguson
| MODELLREIHE = 10er-Baureihe
| MODELL = MF 65 Mark-II
| BILD = M-F 65 Mark 2 1961.JPG
| BILDBESCHREIBUNG = Massey Ferguson MF 65 Mark II
| BAUWEISE = Blockbauweise
| PRODUKTIONSBEGINN = 1961
| PRODUKTIONSENDE = 1964
| STÜCKZAHL =
| EIGENGEWICHT = 2.075
| LÄNGE = 3.450
| BREITE = 1.840
| HÖHE = 1.610
| RADSTAND = 2.138
| BODENFREIHEIT = 360
| SPURWEITE =
| SPURWEITE VORNE = 1.220-2.030
| SPURWEITE HINTEN = 1.320-2.030
| WENDERADIUS MIT LENKBREMSE = 3.500
| WENDERADIUS OHNE LENKBREMSE = 3.900
| BEREIFUNG VORNE = 6.00-16 ASF
| BEREIFUNG HINTEN = 11-32 AS
| LEISTUNG KW = 42,7
| LEISTUNG PS = 58
| NENNDREHZAHL = 2.000
| ZYLINDER = 4
| HUBRAUM = 3.335
| DREHMOMENTANSTIEG =
| KRAFTSTOFF = Diesel
| KÜHLSYSTEM = Wasserkühlung
| ANTRIEBSTYP = Hinterradantrieb
| GETRIEBE = 6V/2R
| HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT = 20
| KATEGORIESORTIERUNG =
}}
Vor allem für Großbetriebe exportierte Massey Ferguson den in Detroit gefertigten MF 65 Mark-II nach Europa. Massey Ferguson hatte beim [[Traktorenlexikon: Massey Ferguson MF 65|MF 65]] eine Leistungssteigerung mittels Direkteinspritzverfahren und größerem Hubraum erreicht. Um auf diesen Umstand hinzuweisen, wurde offiziell die Zusatzbezeichnung "Mark-II" verwendet. Davon abgesehen war er mit seinem Vorgänger weitgehend identisch.
==Motor==
* Perkins, Typ: AD 4.203, stehender wassergekühlter Viertakt-Vierzylinder-Reihen-Dieselmotor mit Direkteinspritzung, hängenden Ventilen, CAV-Verteiler-Einspritzpumpe, fünffach-gelagerter Kurbelwelle, zahnradgetriebener Nockenwelle, CAV-Mehrloch-Düsen, Druckumlaufschmierung mittels Zahnradpumpe, Ölbadluftfilter mit Abscheider, CAV-Düsenhalter, trockene-auswechselbare Zylinderlaufbuchsen, Fünfring-Leichtmetall-Kolben, mechanischer CAV-Fliehkraft-Verstellregler, Wasserumlaufkühlung mit Thermostat und Lamellenkühler.
* Bohrung = 91,44 mm, Hub = 127 mm
* Verdichtungsverhältnis = 17,4:1
* Max. Drehmoment = 23,3 mkg bei 1.260 U/min.
* Kompressionsdruck = 31,5 atü
* Leerlaufdrehzahl = 500 U/min.
* Öldruck = 3,5 bis 4,2 atü
* Max. Einspritzdruck = 175 + 15 atü
* Förderleistung der Wasserpumpe = 100 l/min. mit 2.000 U/min.
* Förderleistung der Ölpumpe = 24,3 l/min. mit 2.000 U/min.
* CAV-Einspritzdüse, Typ: BDLL 150 S 6355
* CAV-Düsenhalter, Typ: BKBL 675 D 5064
==Kupplung==
* Pedal betätigte, trockene und luftgekühlte Laycock-Doppelkupplung, Typ: Auburn
==Getriebe==
* Im Ölbad laufendes, gerade verzahntes Standard-Motor-Triebwerk
* Schubradgeschaltetes Wechselgetriebe mit separatem Schalthebel und drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang
* Zweite Gruppe mit separatem Schalthebel und drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang, mittels nachgeschaltetem Planetengetriebe
* Untersetzungsverhältnis des Planetengetriebe = 4:1
* 6 Vorwärts- und 2 Rückwärtsgänge
Gesamtübersetzung:
* 1.Gang = 255,4:1
* 2.Gang = 170,3:1
* 3.Gang = 92,7:1
* 4.Gang = 63,9:1
* 5.Gang = 42,6:1
* 6.Gang = 23,2:1
* 1.Rückwärtsgang = 187,5:1
* 2.Rückwärtsgang = 46,9:1
Übersetzungsverhältnis-Wegzapfwelle:
* 1.Gang = 31,3:1
* 2.Gang = 20,5:1
* 3.Gang = 11,4:1
* 4.Gang = 7,8:1
* 5.Gang = 5,2:1
* 6.Gang = 2,84:1
* 1.Rückwärtsgang = 22,9:1
* 2.Rückwärtsgang = 5,2:1
==Geschwindigkeiten vor- und rückwärts==
Geschwindigkeiten mit Bereifung 11-32 AS
* 1.Gang = 1,81 km/h
* 2.Gang = 2,72 km/h
* 3.Gang = 4,98 km/h
* 4.Gang = 7,25 km/h
* 5.Gang = 10,87 km/h
* 6.Gang = 19,92 km/h
* 1.Rückwärtsgang = 2,47 km/h
* 2.Rückwärtsgang = 9,86 km/h
==Zapfwelle==
* Handhebelbetätigte, unabhängige Motorzapfwelle, als gangabhängige Zapfwelle umschaltbar
* Stummel = 29 x 34,9 x 9,7 mm (Form-1)
* Übersetzungsverhältnis = 3,15:1
* Drehzahl = 540 U/min.
Umdrehungen der Wegzapfwelle (Übersetzung Zapfwelle : Rad = 8,13:1)
* 1.Gang = 63 U/min.
* 2.Gang = 96 U/min
* 3.Gang = 174 U/min.
* 4.Gang = 254 U/min.
* 5.Gang = 380 U/min.
* 6.Gang = 697 U/min.
* 1.Rückwärtsgang = 86 U/min.
* 2.Rückwärtsgang = 380 U/min.
* Optional Riementrieb mit 228,6 mm Durchmesser und 165 mm Breite
==Bremsen==
* Pedal betätigte Doppel-Scheibenbremse auf die Halbachsen wirkend
* Zwei rechtsseitige Pedale sind als Einzelradbremse ausgebildet
* Feststellbare Handbremse als Innen-Backenbremse ausgebildet, auf die Hinterräder wirkend
==Achsen==
* Pendeln gelagerte Vorderachse mit ausziehbaren Halbachsen
Spurweiten = 1.220, 1.320, 1.420, 1.525, 1.625, 1.725, 1.830, 1.930 und 2.030 mm
* Starre Hinterachse mit Kegelradgetriebe und Stirnradübersetzung
Verstellbare Spurweite mittels Verstellräder und Radumschlag = 1.320, 1.420, 1.525, 1.625, 1.725, 1.830, 1.930 und 2.030 mm
* Pedal betätigte, selbstausrückende Differentialperre
==Lenkung==
* Mechanische Finger-Lenkung
* Optional mit hydraulischer Lenkhilfe
==Hydrauliksystem und Kraftheber==
* Hydraulischer MF-Kraftheber mit Oberlenkerregelung
* Einfachwirkender Hubzylinder
* Pumpenkolben-Durchmesser = 23,24 mm
* Dreipunktkupplung der Kategorie I oder II
Funktionen:
* Heben, Senken und Transportstellung
* Schwimmstellung, Positionsregelung und automatische Tiefenregelung incl. Reaktionsregelung
* Organisch verbaute Vierzylinder-Kolbenpumpe
* Förderleistung = 15,1 l/min. bei 2.000 U/min. und 175 atü Betriebsdruck
* Max. Hubkraft an den Koppelpunkten = 1.134 kg
==Steuergeräte==
* Ein einfachwirkendes MF-Steuergerät
==Elektrische Ausrüstung==
* 12 Volt-Einrichtung
* Batterie, 12 V-96 Ah
* Lucas-Lichtmaschine, Typ: C 39 P 2
* Lucas-Anlasser, Typ: 45 GRF 15
==Maße und Abmessungen==
* Länge über alles = 3.450 mm
* Breite über alles = 1.840 mm
* Höhe über Lenkrad = 1.610 mm
* Radstand = 2.138 mm
* Bodenfreiheit = 362 mm
* Eigengewicht = 2.075 kg
==Bereifung==
Standardbereifung:
* Vorne = 6.00-16 AS Front
* Hinten = 11-32 AS
Optional:
* Hinten = 13-28 AS
==Füllmengen==
* Tankinhalt = 50 l
* Motoröl = 8 l
* Kühlsystem = 10,2 l
* Triebwerk = 30,3 l
==Verbrauch==
==Kabine==
* Fahrerstand mit gefederter Sitzschale, Amperemeter, Öldruckmesser, Traktormeter und linkem Kotflügelsitz
* Optional mit hydraulisch-gefedertem Fahrersitz, rechtem Beifahrersitz und Verdeck
==Sonderausrüstung==
* Vordere Kotflügel
* Auspuff nach oben
* Riemenscheibe
* Frontlader
* Verdeck
* Zweiter Beifahrersitz
* Zugpendel
* Hitch
* Zwillingsbereifung
* Hydraulische Lenkhilfe
==Literatur==
* Massey Ferguson-Das Typenbuch (Albert Mößmer) Seite 67
* Ferguson-Prospekte von 1948-1964 (Klaus Bergner) Seite 207
* Massey Ferguson Einstellungen-Technische Daten-Toleranzen (F 04)
==Weblinks==
<references />
{{:Traktorenlexikon: Navigation |HERSTELLER-LINK=Traktorenlexikon: Massey Ferguson |HERSTELLER= Massey Ferguson}}
4fs2hxqd4lq8eg330vk109ojz8mc20h
Amateurfunklehrgang – HB9 Essentials/Empfänger
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2026-08-14T21:54:51Z
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text/x-wiki
== Typen ==
=== Einfacher Superheterodyne-Empfänger ===
Das Wort "Superheterodyne" setzt sich zusammen aus "Supersonic" (über der hörbaren Frequenz) und "Heterodyne" (Mischung). Das Prinzip wurde 1918 von Edwin Armstrong erfunden.
==== '''Prinzip''' ====
Die ankommende Hochfrequenz (HF) von der Antenne wird in einem Mischer mit der Frequenz eines lokalen Oszillators (LO) gemischt. Dabei entsteht eine neue Frequenz, die Zwischenfrequenz (ZF). Diese ZF ist konstant (z. B. 455 kHz bei AM oder 10,7 MHz bei UKW), egal welche Frequenz du am Funkgerät einstellst. Nach der ZF-Stufe wird das Signal demoduliert.
{| class="wikitable"
!Titel
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!Formel
!Legende
|-
|Zwischenfrequenz
|
|<math>f_{ZF}=|f_{HF}+f_{LO}|</math>
|f<sub>ZF:</sub> Zwischenfrequenz
f<sub>HF:</sub> Eingangsfrequenz
f<sub>LO:</sub> Frequenz Lokaloszillator
|}
==== '''Vorteile''' ====
* '''Hohe Selektivität:''' Da die ZF immer gleich bleibt, kann man dort sehr hohe und steile Filter (z.B. Keramik- oder Quarzfilter) einbauen. Man kann Stationen, die dicht beieinander liegen, gut trennen.
* '''Hohe Empfindlichkeit:''' Die Verstärkung auf einer festen Frequenz (ZF) aufzubauen, ist viel einfacher und stabiler als auf wechselnden HF-Frequenzen.
==== '''Nachteile''' ====
Die Spiegelfrequenz. Beim Mischen entstehen ''immer'' zwei Frequenzen:
{| class="wikitable"
!Titel
!Schema
!Formel
!Legende
|-
|Spiegelfrequenzen
|
|obere: <math>f_{ZF}=f_{HF}+f_{LO}</math>
untere: <math>
f_{ZF}=f_{HF}-f_{LO}</math>
|f<sub>ZF:</sub> Zwischenfrequenz
f<sub>HF:</sub> Eingangsfrequenz
f<sub>LO:</sub> Frequenz Lokaloszillator
|}
Wenn du eine Station auf 10.000 MHz empfangen willst und deine ZF bei 500 kHz liegt, muss dein LO auf 9.500 MHz stehen. Das funktioniert. ''Aber:'' Wenn auf 11.000 MHz eine andere Station sendet, passiert Folgendes:
11.000MHz−9.500MHz=1.500MHz
Der Mischer "sieht" auch die Differenz in die andere Richtung:
11.000MHz−9.500MHz
ergibt mathematisch genauso 500 kHz (bzw. -500kHz).
'''Die Spiegelfrequenz ist immer um''' <math>2 \cdot f_{ZF}</math> '''entfernt!'''
Beim Beispiel 10.000MHz+2⋅0,5MHz=11.000MHz
Lösung im Empfänger: Man braucht vorgeschaltete HF-Filter (Vorselektion), um die Spiegelfrequenz schon vor dem Mischer auszusperren. Bei Kurzwelle geht das noch gut, bei VHF/UHF wird es sehr schwer.
=== Doppelter Superheterodyne-Empfänger ===
Dieser Empfänger wird verwendet, um das Hauptproblem des einfachen Superhets – die Spiegelfrequenz bei hohen Frequenzen – zu lösen.
==== Das Prinzip ====
Es gibt einfach zwei Mischstufen hintereinander.
'''1. Mischstufe:''' Wandelt die hohe HF auf eine hohe 1. Zwischenfrequenz (z. B. 10,7 MHz oder sogar 40 MHz) um.
'''2. Mischstufe:''' Wandelt diese 1. ZF auf eine niedrige 2. Zwischenfrequenz (z. B. 455 kHz oder 9 kHz für SSB) um.
Warum macht man das
* Die '''1. ZF ist hoch gewählt''' (z.B. 10,7 MHz). Weil dann die Spiegelfrequenz 2×10,7MHz=21,4MHz entfernt ist. Ein einfaches HF-Filter vor dem ersten Mischer kann diese Spiegelfrequenz problemlos unterdrücken.
* Die '''2. ZF ist niedrig gewählt''' (z.B. 9 kHz bei SSB). Warum? Weil man nur mit einer niedrigen ZF die extrem schmalen Filter bauen kann, die man braucht, um ein schmales SSB-Signal (ca. 2,5 kHz breit) vom Nachbarsignal zu trennen. Bei 10,7 MHz könnte man ein 9 kHz Filter physikalisch kaum bauen.
==== '''Vorteile''' ====
* Exzellente Unterdrückung der Spiegelfrequenz (ideal für VHF/UHF/SHF).
* Kombiniert die gute Spiegelfrequenzunterdrückung einer hohen ZF mit der extrem guten Trennschärfe einer niedrigen ZF.
==== '''Nachteile''' ====
* Aufwändiger (mehr Bauteile, zwei Oszillatoren).
* Gefahr von "Birdies" (Spurious Responses): Wenn die 1. ZF oder die 2. ZF oder eine ihrer Harmonischen exakt auf der Frequenz liegen, die du empfangen willst, hörst du ein permanentes Pfeifen (ein "Birdie"), weil der Oszillator ins Empfangsteil einstrahlt.
=== Direct-Conversion-Empfänger (Direktmischer) ===
Dies ist der älteste und gleichzeitig (durch SDR-Technik) wieder der modernste Empfängertyp. Hier gibt es keine Zwischenfrequenz im klassischen Sinn.
==== '''Das Prinzip''' ====
Der lokale Oszillator (LO) wird exakt auf die Frequenz der gewünschten Sendung (HF) eingestellt.
f<sub>LO</sub>=f<sub>HF</sub>
Die Differenzfrequenz ist somit 0.
Das HF-Signal wird direkt auf das Audiofrequnz-Band heruntergemischt. Ein SSB-Signal, das z.B. bei 3.700,000 MHz mit einer Sprachfrequenz von 1 kHz moduliert ist (Seitenband bei 3.700,001 MHz), kommt nach dem Mischer als reine 1 kHz Audiospannung heraus.
==== '''Vorteile''' ====
* Keine Spiegelfrequenz! (Theoretisch. Die "Spiegelfrequenz" läge bei fH F+0Hz , ist also identisch mit der Nutzfrequenz).
* Sehr einfacher Aufbau (ideal für Selbstbauten / QRP).
* Hervorragend für CW (Morsecode) und SSB, da das Signal direkt als Audio anliegt.
==== '''Nachteile''' ====
* Trägerrückwirkung (LO-Leakage): Da der Oszillator auf exakt der Empfangsfrequenz schwingt, strahlt die Antenne diese Frequenz ungewollt ab (stört andere). Gleichzeitig strahlt die Antenne das Signal wieder in den Oszillator zurück, was ihn "ziehen" lässt (Frequenzinstabilität).
* Gleichspannungs-Drift (DC-Offset): Da die ZF bei 0 Hz liegt, liegt auch der Träger (bei AM) oder das Rauschen bei exakt 0 Hz. Das erzeugt eine Gleichspannung am Ausgang des Mischers, die die nachfolgenden Audio-Verstärker übersteuern kann. Man muss sie oft mit einem sogenannten "DC-Block" (ein Hochpass, der 0 Hz sperrt) wegschneiden.
* '''AM-Durchschlag:''' Ein starker AM-Sender in der Nähe übersteuert den Mischer direkt, bevor er gefiltert werden kann.
== Blockschaltbilder ==
=== CW-Empfänger (A1A) ===
=== AM-Empfänger (A3E) ===
=== SSB-Empfänger für Telefonie mit unterdrücktem Träger (J3E) ===
=== FM-Empfänger (F3E) ===
== Funktion und Betrieb der folgenden Stufen (nur Behandlung als Blockschaltbild) ==
=== HF-Verstärker ===
(mit abgestimmtem oder festem Bandpass)
=== Oszillator ===
(fest und variabel)
=== Mischer ===
=== Zwischenfrequenz-Verstärker (ZF-Verstärker) ===
=== Begrenzer (Limiter) ===
=== Demodulator (Detektor), einschließlich Produktdetektor ===
=== NF-Verstärker ===
Audio
=== Automatische Verstärkungsregelung (AGC) ===
=== S-Meter ===
=== Rauschsperre (Squelch) ===
== Empfängereigenschaften (einfache beschreibende Behandlung) ==
=== Nachbarkanal ===
=== Selektivität ===
=== Empfindlichkeit, Empfängerrauschen, Rauschzahl ===
=== Stabilität ===
=== Spiegelfrequenz ===
=== Desensibilisierung / Blockierung (Blocking) ===
=== Intermodulation und Kreuzmodulation ===
=== Reziprokes Mischen (Reciprocal Mixing / Phasenrauschen) ===
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Amateurfunklehrgang – HB9 Essentials/Elektrizitäts-, elektromagnetische und Funktheorie
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Dieses Kapitel behandelt die Grundlagen der Elektrotechnik. Das Verständnis ist essenziell um später Funkgeräte, Antennen und Stromversorgungen zu betreiben und zu verstehen.
== Leitfähigkeit von Stoffen ==
=== Leiter, Halbleiter und Isolator ===
Stoffe werden nach ihrer Fähigkeit, elektrischen Strom zu leiten, in drei Kategorien eingeteilt:
* '''Leiter''': Materialien, die elektrischen Strom sehr gut leiten. Sie haben freie Elektronen. Beispiele: Kupfer, Aluminium, Silber, Gold. In der Funktechnik wird fast ausschliesslich Kupfer, ggf. versilbert, als Leiter verwendet.
* '''Isolator''': Materialien, die den Stromfluss stark behindern oder ganz verhindern. Sie haben keine freien Elektronen. Beispiele: Plastik, Glas, Porzellan, Gummi. Isolatoren werden genutzt, um Leitungen voneinander zu trennen (z.B. der Plastikmantel eines Koaxkabels).
* '''Halbleiter''': Materialien, deren Leitfähigkeit zwischen der von Leitern und Isolatoren liegt. Ihre Leitfähigkeit kann gezielt durch Zugabe von Fremdatomen (Dotierung), Spannung, Temperatur oder Licht verändert werden. Beispiele: Silizium, Germanium. Halbleiter sind das Herzstück jeder modernen Funktechnik (Transistoren, Dioden, Mikrochips).
=== Strom, Spannung und Widerstand ===
Um elektrische Vorgänge zu beschreiben, nutzen wir drei physikalische Grössen, die man sich am besten wie einen Wasserkreislauf vorstellt:
* '''Strom''': Entspricht der Wassermenge, die durch ein Rohr fliesst. Strom ist die Bewegung von elektrischen Ladungen (Elektronen) in einem Leiter.
* '''Spannung''': Entspricht dem Wasserdruck, der das Wasser durch das Rohr drückt. Die Spannung ist die treibende Kraft, die die Elektronen durch den Leiter bewegt. Sie entsteht z.B. in einer Batterie oder wenn ein wechselndes Magnetfeld auf einen Leiter einwirkt.
* '''Widerstand''': Entspricht einer Verengung im Rohr, die den Wasserfluss bremst. Widerstand ist die Eigenschaft eines Bauteils, den Stromfluss zu behindern.
==== Die Einheiten Ampere, Volt und Ohm ====
Jede dieser Grössen hat natürlich ihre Einheit:
* '''Ampere (A, Formelzeichen I)''': Die Einheit des Stroms. Ein Ampere entspricht einem Fluss von einer Coulomb Ladung pro Sekunde.
* '''Volt (V, Formelzeichen U)''': Die Einheit der Spannung.
* '''Ohm (Ω, Formelzeichen R)''': Die Einheit des Widerstands. Ein Ohm ist definiert als der Widerstand, bei dem ein Volt genau einen Ampere Strom durch den Leiter treibt.
==== Ohmsches Gesetz ====
Das Ohmsche Gesetz beschreibt den exakten Zusammenhang zwischen Strom, Spannung und Widerstand in einem elektrischen Leiter. Es ist die wichtigste Formel in der Elektronik.
{| class="wikitable"
|+
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|-
|Ohmschens Gesetz
|
|<math>U=R \cdot I</math>
|U: Spannung [V]
R: Widerstand [Ω]
I: Strom [A]
|}
=== Kirchhoffsche Gesetze ===
Bei komplexeren Schaltungen mit mehreren Widerständen oder Spannungsquellen reichen das Ohmsche Gesetz allein nicht aus. Hier kommen die Gesetze von Kirchhoff ins Spiel:
'''1. Kirchhoffsches Gesetz (Knotenpunktregel / KCL - Kirchhoff's Current Law):''' Die Summe aller Ströme, die in einen Knotenpunkt (eine Verzweigung) hineinfliessen, ist gleich der Summe aller Ströme, die aus ihm herausfliessen. Was hineingeht, muss auch wieder herauskommen. (Erhaltung der Ladung).
'''2. Kirchhoffsches Gesetz (Maschenregel / KVL - Kirchhoff's Voltage Law):''' Die Summe aller Spannungen in einem geschlossenen Stromkreis (Masche) ist gleich null. Die Spannungen, die von den Quellen geliefert werden, werden durch die Spannungsabfälle an den Bauteilen (Widerständen) im Kreis komplett aufgebraucht. (Erhaltung der Energie).
=== Elektrische Leistung ===
Elektrische Leistung gibt an, wie schnell elektrische Energie umgewandelt wird (z.B. in Wärme in einem Widerstand oder Hochfrequenz in einem Sender).
{| class="wikitable"
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|-
|Leistung
|
|<math>P = U \cdot I</math>; <math>P = \frac{U^2}{R}</math>
<math>P=I^2\cdot R</math>
|P: Leistung [W]
R: Widerstand [Ω]
U: Spannung [V]
I: Stromstärke [A]
|}
Mithilfe des Ohmschen Gesetzes lässt sich diese Formel auch umstellen, sodass man die Leistung berechnen kann, wenn man nur Strom und Widerstand oder nur Spannung und Widerstand kennt.
==== Die Einheit Watt ====
Die Einheit der elektrischen Leistung ist '''Watt (W)'''. Ein Watt ist die Leistung, wenn ein Strom von einem Ampere bei einer Spannung von einem Volt fliesst (1 W = 1 A * 1 V). In der Funktechnik ist diese Einheit besonders wichtig, da die zulässige Sendeleistung von Funkgeräten in Watt angegeben wird.
=== Elektrische Energie ===
Während Leistung (Watt) angibt, wie schnell Energie umgewandelt wird, beschreibt die elektrische Energie die absolute Menge an umgewandelter Energie über eine bestimmte Zeit. Die Formel lautet:
{| class="wikitable"
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|-
|Arbeit
|
|<math>W = P \cdot t</math>
|W: Arbeit [J]
P: Leistung [W]
t: Zeit [s]
|}
''Beispiel:'' Wenn ein Sender 10 Watt für 60 Sekunden sendet, beträgt die umgewandelte Energie 600 Joule (60 s * 10 W = 600 J). In der normalen Hausenergieversorgung wird Energie oft in Kilowattstunden (kWh) gemessen, in der Funktechnik arbeitet man jedoch meist mit Joule.
=== Die Kapazität einer Batterie ===
Bei Batterien und Akkus verwenden wir nicht das Joule, sondern sondern Ampere-stunden (Ah).
Die Kapazität in Ampere-stunden gibt an, wie viel Strom eine Batterie über einen bestimmten Zeitraum liefern kann. Ein Akku mit 10 Ah kann theoretisch 10 Stunden lang einen Strom von 1 Ampere liefern, oder 1 Stunde lang 10 Ampere.
In der Realität kann eine Batterie bei sehr hohen Strömen (z.B. beim Starten eines Motors oder bei sehr starken Sendern) die angegebene Kapazität nicht voll ausnutzen, da chemische Prozesse Zeit benötigen. Ausserdem sollte ein Akku nie vollständig entleert werden, um seine Lebensdauer nicht zu verkürzen.
== Stromquellen und ihre Eigenschaften ==
In der Praxis betrachten wir Spannungsquellen (wie Batterien, Akkus oder Netzgeräte) nicht als ideal, sondern als ''reale'' Quellen. Eine ideale Quelle würde unabhängig vom gezogenen Strom immer exakt die gleiche Spannung liefern. In der Realität ist dies jedoch nicht der Fall.
=== Quellenspannung (EMK) ===
Die Quellenspannung ist die Spannung, die eine Stromquelle intern erzeugt, wenn kein Strom fliessen kann. Man nennt sie auch EMK (Elektromotorische Kraft). In den Formeln wird dafür meist der Buchstabe E verwendet. Wenn einen Akku unbelastet (ohne angeschlossenes Gerät) mit einem Voltmeter gemessen wird, misst man ungefähr diese Quellenspannung.
=== Innenwiderstand ===
Jede reale Stromquelle besitzt einen internen Widerstand, den sogenannten Innenwiderstand (R<sub>i</sub>). Dieser Widerstand entsteht durch den inneren Aufbau der Batterie (z.B. elektrolytischer Widerstand der Säure, Widerstand der Elektroden). Er ist wie ein normaler Widerstand in Reihe zur idealen Spannungsquelle geschaltet.
=== Klemmenspannung ===
Die Klemmenspannung (U<sub>k</sub>) ist die Spannung, die man tatsächlich an den Aussenklemmen (Polen) der Batterie messen kann, während ein Gerät daran betrieben wird.
Da ein Strom (I) durch den Aussenkreis und auch durch den Innenwiderstand der Quelle fliessen muss, baut sich am Innenwiderstand ein Spannungsabfall nach dem Ohmschen Gesetz auf. Die Klemmenspannung berechnet sich somit nach der Formel:
{| class="wikitable"
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|-
|Klemmenspannung
|
|<math>U_k = E - (I \cdot R_i)</math>
|U<sub>k</sub>: Klemmenspannung [V]
E: Elektromorische Kraft [V]
I: Strom [A]
R<sub>i</sub>: Innenwiderstand der Stromquelle [A]
|}
Je höher der gezogene Strom (I) ist, desto grösser wird der Spannungsabfall am Innenwiderstand, und desto kleiner wird die messbare Klemmspannung. Wenn Sie ein grosses Funkgerät auf Sendestelle schalten und die Anzeigespannung des Geräts bricht kurz ein, ist das ein typisches Zeichen für einen zu hohen Innenwiderstand (z.B. eine schwache Batterie).
=== Kurzschlussstrom ===
Was passiert, wenn man die beiden Pole einer Batterie direkt ohne externen Widerstand miteinander verbindet? Man erzeugt einen Kurzschluss. Der externe Widerstand fällt weg (R<sub>a</sub> = 0). Der gesamte Strom wird nur noch durch den Innenwiderstand der Quelle begrenzt.
Der Kurzschlussstrom (I<sub>k</sub>) berechnet sich nach dem Ohmschen Gesetz:
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|-
|Kurzschlussstrom
|
|<math>I_k = \frac E {R_i}
</math>
|I<sub>k</sub>: Kurzschlussstrom [A]
E: Elektromorische Kraft [V]
R<sub>i</sub>: Innenwiderstand der Stromquelle [A]
|}
Da der Innenwiderstand von Batterien normalerweise sehr klein ist, kann der Kurzschlussstrom extrem gross werden. Die gesamte Leistung <math>P = (I_k)^2 * R_i</math> wird innerhalb der Batterie in Wärme umgewandelt. Das führt zu einem gefährlichen Temperaturanstieg, bis hin zu Explosionen oder Brand der Batterie.
=== Reihenschaltung von Spannungsquellen ===
Wenn man mehrere Spannungsquellen in Reihe schaltet (der Pluspol der einen wird mit dem Minuspol der nächsten verbunden, wie in einer normalen Taschenlampenbatterie), ändert sich Folgendes:
* '''Quellenspannung (EMK):''' Die Einzelspannungen addieren sich. Eges = E1 + E2 + ...
* '''Innenwiderstand:''' Die Innenwiderstände addieren sich ebenfalls, da sie hintereinander im Stromkreis liegen. <math>R_{i,\mathrm{ges}} = \sum_{k=1}^{n} R_{ik} </math>
{| class="wikitable"
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|-
|Innenwiderstand
Spannungsquelle in
Reihenschaltung
|
|<math>R_{i,\mathrm{ges}} = \sum_{k=1}^{n} R_{ik} </math>
|R<sub>i, ges</sub>: Innenwiderstand gesmt [A]
R<sub>ik</sub>: Innenwiderstand der Stromquelle [A]
|}
''Anwendung:'' Man erhöht die Spannung (z.B. vier 1,5V-Batterien ergeben 6V). Der Kurzschlussstrom bleibt im Vergleich zu einer einzelnen Zelle jedoch gleich, da sich ja sowohl die Spannung als auch der Widerstand verdoppeln/vervierfachen.
''Wichtig:'' Die Quellen sollten gleiche Kapazität und den gleichen Ladezustand haben, da man sie sonst entlädt.
=== Parallelschaltung von Spannungsquellen ===
Bei der Parallelschaltung werden alle Pluspole miteinander und alle Minuspole miteinander verbunden.
* '''Quellenspannung (EMK):''' Die Gesamtspannung bleibt gleich der Spannung einer einzelnen Quelle. <math>E_{ges} = E_1 = E_2 = ...</math>
* '''Innenwiderstand:''' Da die Strompfade nebeneinander liegen, wird der Gesamt-Innenwiderstand kleiner. Bei zwei identischen Quellen halbiert er sich.
{| class="wikitable"
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!Schema
!Formel
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|-
|Innenwiderstand
Spannungsquelle in
Parallelschaltung
|
|<math>{1 \over {R_{i,\mathrm{ges}}}} = \sum_{k=1}^{n} {1 \over {R_{ik}}} </math>
|R<sub>i, ges</sub>: Innenwiderstand gesmt [A]
R<sub>ik</sub>: Innenwiderstand der Stromquelle [A]
n: Anzahl Quellen
|}
Man erhöht die verfügbare Stromstärke (und verringert den Spannungsabfall unter Last), da der Strom sich auf die Quellen aufteilt. Der Kurzschlussstrom würde im Vergleich zu einer einzigen Quelle deutlich ansteigen, weil der Innenwiderstand gesunken ist.
Parallelschaltungen von Spannungsquellen dürfen nur mit identischen Quellen (gleicher Typ, gleiche Spannung, gleicher Ladezustand) durchgeführt werden! Schliesst man z.B. eine volle 12V-Batterie parallel an eine leere Batterie an, wirkt die volle Batterie wie ein Ladegerät. Es fliesst ein enormer Ausgleichsstrom zwischen den Batterien (begrenzt nur durch die winzigen Innenwiderstände), was zu Zerstörung oder Brand führen kann.
== Das Elektrische Feld ==
Neben dem Strom, der durch Leitungen fliessen kann, existiert in der Umgebung von geladenen Körpern oder Spannungsquellen ein Zustand, der als "elektrisches Feld" bezeichnet wird. Für den Funkamateur ist dieses Feld besonders wichtig, da es einen Teil der elektromagnetischen Welle ausmacht, die vom Sender zur Antenne und von dort in die Welt hinaus wandert.
=== Elektrische Feldstärke ===
Das elektrische Feld ist ein Vektor, das heisst, es hat eine bestimmte Richtung und einen bestimmten Betrag. Die Grösse dieses Feldes nennt man elektrische Feldstärke.
Physikalisch definiert ist die elektrische Feldstärke (Formelzeichen oft E, aber Vorsicht: nicht zu verwechseln mit der Spannung!) als die Kraft, die auf eine positive Ladung in diesem Feld wirkt, geteilt durch die Grösse dieser Ladung. Die Feldlinien einer positiven Ladung zeigen immer nach aussen weg, die einer negativen Ladung zeigen immer auf die Ladung hin. Zwischen zwei parallelen Platten (wie in einem Kondensator) verlaufen die Feldlinien gerade von der Plus- zur Minusplatte.
=== Die Einheit Volt pro Meter ===
In der Hochfrequenztechnik und für die HB9 Prüfung ist das Verständnis für die elektrische Feldstärke wichtig. Die Einheit dafür lautet:
'''Volt pro Meter (V/m)'''
Dies leitet sich sehr anschaulich aus der Spannung (Volt) und dem Abstand (Meter) ab: Wenn man zwischen zwei Punkten im Raum, die genau einen Meter voneinander entfernt sind, eine Spannung von 1 Volt misst, dann beträgt die elektrische Feldstärke genau 1 V/m.
''Bedeutung für die Funktechnik:''
* Die Stärke eines empfangenen Funksignals wird oft in V/m (oder kleineren Einheiten wie mV/m oder μV/m) angegeben.
* Gesetzliche Grenzwerte zum Schutz von Menschen vor elektromagnetischen Feldern (NIS) werden für den Nahbereich häufig in V/m festgelegt. Ein typischer Grenzwert für den Amateurfunkdienst liegt je nach Frequenzband zwischen 29 und 65 V/m (Anh. 2 NISV).
=== Abschirmung elektrischer Felder ===
Elektrische Felder können sehr einfach und effektiv abgeschirmt werden. Dies machen dich HF-Techniker zu Nutzen.
* Das Prinzip (Faradayscher Käfig): Ein elektrisches Feld kann nicht in einen elektrischen Leiter eindringen. Wenn ein elektrisches Feld auf einen Leiter trifft, verschieben sich die freien Elektronen im Leiter sofort so, dass sie ein genaues Gegengewicht aufbauen. Das Feld im Inneren des Leiters wird komplett aufgehoben (ausgeglichen).
* Das Material: Zur Abschirmung elektrischer Felder reicht jedes leitende Material. Es muss nicht magnetisch sein und es kann sehr dünn sein. Selbst eine hauchdünne Metallschicht (z.B. Alufolie) oder ein feines Kupfergeflecht reicht aus, um ein elektrisches Wechselfeld zu blocken.
* Umsetzung im Amateurfunk - Das Koaxialkabel: Ein Koaxialkabel besteht aus einem Innenleiter und einem Aussenleiter (Schirm). Das hochfrequente elektrische Feld, das den Strom begleitet, existiert ausschliesslich im Raum zwischen dem Innenleiter und dem Aussenleiter (im Dielektrikum). Der Aussenleiter schirmt dieses Feld nach aussen ab. Das verhindert, dass das Kabel selbst wie eine Antenne strahlt und stört (Abstrahlverluste verhindern) und verhindert auch, dass störende Signale von aussen in das Kabel eindringen.
''Wichtiger Unterschied:'' Während sich elektrische Felder mit einfachen leitenden Hüllen (Faraday-Käfig) abschirmen lassen, ist die Abschirmung von magnetischen Feldern (die den anderen Teil der Funkwelle bilden) deutlich schwieriger und erfordert oft spezielle magnetisch leitfähige Materialien (wie Mu-Metall) oder dicke Eisenschichten.
== Magnetisches Feld ==
Ein Magnetfeld ist eine unsichtbare Kraftfeldregion, in der magnetische Kräfte auf magnetische Materialien oder auf bewegte elektrische Ladungen wirken. Man stellt sich Magnetfelder in der Regel als Feldlinien vor. Diese verlaufen immer von Nord- nach Südpol ausserhalb des Magneten und schliessen sich im Inneren des Magneten wieder.
Wichtige Eigenschaften von Magnetfeldlinien:
* Feldlinien haben keinen Anfang und kein Ende (geschlossene Linien).
* Feldlinien kreuzen sich niemals.
* Die Dichte der Feldlinien gibt die Stärke des Magnetfeldes an (je dichter, desto stärker).
* Die Richtung der Feldlinien gibt die Richtung der magnetischen Kraft an.
Das Magnetfeld wird in der Einheit Tesla (T) gemessen. In der Praxis, insbesondere bei der Amateurfunkprüfung arbeitet man oft mit kleineren Werten, weshalb auch Millitesla (mT) oder Mikrotesla (µT) gebräuchlich sind. Eine ältere Einheit ist das Gauss (G), wobei 1 T = 10 000 G gilt.
== Magnetisches Feld um einen stromführenden Leiter ==
Jeder stromführende Leiter erzeugt ein Magnetfeld um sich herum. Die Feldlinien bilden konzentrische Kreise um den Leiter. Die Richtung dieser Feldlinien hängt von der Flussrichtung des elektrischen Stromes ab.
Um die Richtung des Magnetfeldes zu bestimmen, gibt es zwei einfache Merkregeln:
=== Die Rechte-Hand-Regel ===
Man umfasst den Leiter mit der rechten Hand so, dass der ausgestreckte Daumen in Richtung des technischen Stromflusses (vom Plus- zum Minuspol) zeigt. Die gekrümmten Finger zeigen dann die Richtung der magnetischen Feldlinien an.
=== Die Korkenzieher-Regel (Schraubenregel) ===
Man stellt sich einen rechtsdrehenden Korkenzieher vor. Dreht man ihn im Sinne des technischen Stromflusses vorwärts, zeigt seine Drehrichtung die Richtung der magnetischen Feldlinien um den Leiter an.
=== Feldstärke und Abstand ===
Die magnetische Feldstärke um einen geraden Leiter ist nicht überall gleich. Sie nimmt mit zunehmendem Abstand vom Leiter ab. Das Magnetfeld ist also direkt an der Leiteroberfläche am stärksten und wird mit grösserem Abstand schwächer.
Wenn man einen geraden Leiter zu einer Schleife oder Spule biegt, überlagern sich die Magnetfelder der einzelnen Leitungsabschnitte. Im Inneren einer Spule entsteht ein nahezu homogenes (gleichmässiges) Magnetfeld. Auch hier gilt die Rechte-Hand-Regel: Wenn man die Spule mit der rechten Hand so umfasst, dass die Finger in Richtung des Stromflusses zeigen, zeigt der Daumen in Richtung des magnetischen Nordpols der Spule.
== Abschirmung magnetischer Felder ==
Im Gegensatz zu elektrischen Feldern, die sich sehr einfach mit einem leitfähigen Material (z.B. einem Faradayschen Käfig aus Kupfer) abschirmen lassen, ist die Abschirmung von magnetischen Feldern wesentlich schwieriger.
Der Grund dafür ist, dass Magnetfeldlinien nicht einfach auf einer Metallfläche "enden" können, da es keine magnetischen Ladungen gibt. Die Feldlinien wollen immer einen geschlossenen Weg finden.
Es gibt jedoch zwei physikalische Prinzipien, um magnetische Felder abzuschwächen oder umzuleiten:
=== Abschirmung durch Weicheisen (Magnetische Leitfähigkeit) ===
Materialien mit einer hohen magnetischen Permeabilität (wie Weicheisen, Mu-Metall oder spezielle Nickellegerierungen) leiten magnetische Feldlinien sehr gut. Wenn man eine solche Hülle um eine Störquelle (oder ein zu schützendes Bauteil) baut, werden die Feldlinien vom Material "aufgesaugt" und durch die Hülle selbst hindurchgeleitet. Der Raum im Inneren der Hülle bleibt nahezu feldfrei.
* Wichtig: Die Abschirmwirkung hängt massgeblich von der Wandstärke des Materials ab. Je dicker das Weicheisen, desto besser die Abschirmung.
* Diese Methode funktioniert besonders gut bei statischen (gleichstrommässigen) Magnetfeldern und niederfrequenten Wechselfeldern.
=== Abschirmung durch Wirbelströme (Elektromagnetische Abschirmung) ===
Bei hochfrequenten magnetischen Wechselfeldern (wie sie im Amateurfunk vorkommen) kann man leitfähige, aber nicht magnetische Materialien wie Kupfer oder Aluminium zur Abschirmung nutzen. Das schnell veränderliche Magnetfeld induziert in der Abschirmhülle starke Wirbelströme. Diese Wirbelströme erzeugen nach der Lenzschen Regel ein eigenes Magnetfeld, das dem ursprünglichen Feld genau entgegengesetzt ist und es somit kompensiert oder stark schwächt.
* Je höher die Frequenz, desto stärker ist dieser Effekt und desto dünner darf die Abschirmung sein (aufgrund der Skin-Tiefe).
* Bei Niederfrequenz oder Gleichfeld funktioniert diese Methode nicht.
'''Zusammenfassung für die Praxis:'''
* Ein Katzengitter aus Kupfer schirmt HF-Magnetfelder hervorragend ab.
* Ein Katzengitter aus Kupfer schirmt das Magnetfeld eines gleichstromdurchflossenen Leitungsbündels oder eines Transformators (Netzfrequenz 50 Hz) nicht ab. Hierfür wäre eine dicke Umhüllung aus Weicheisen oder Mu-Metall erforderlich.
== Elektromagnetisches Feld und Funkwellen ==
In den vorherigen Kapiteln haben wir das elektrische Feld und den Strom kennengelernt. Um zu verstehen, wie Funk funktioniert, müssen wir diese Konzepte mit dem Magnetismus verbinden.
=== Elektromagnetisches Feld ===
Ein Grundprinzip der Physik besagt: Ein sich änderndes elektrisches Feld erzeugt ein magnetisches Feld. Genauso erzeugt ein sich änderndes magnetisches Feld ein elektrisches Feld.
Wenn wir nun einen Wechselstrom (wie ihn unser Funkgerät erzeugt) durch eine Leitung fliessen lassen, baut sich ein elektrisches Wechselfeld auf. Weil dieser Strom ständig seine Richtung ändert, ändert sich auch das elektrische Feld ständig. Dieses ändernde elektrische Feld erzeugt ein magnetisches Wechselfeld, welches wiederum ein neues elektrisches Feld erzeugt. Diese beiden Felder durchdringen sich gegenseitig und bilden zusammen das '''elektromagnetische Feld'''.
=== Funkwellen als elektromagnetische Wellen ===
Solange sich das elektromagnetische Feld an eine Leitung (z.B. ein Koaxkabel) hält, sprechen wir von einer geführten Welle.
Wenn wir aber eine Antenne angeschlossen haben, wird dieses elektromagnetische Feld von der Antenne in den freien Raum "abgestrahlt". Es löst sich von der Antenne und reist als selbstständige '''elektromagnetische Welle''' (Funkwelle) durch den Raum. Im Gegensatz zu Schallwellen, die Luft oder Wasser brauchen, können elektromagnetische Wellen sich auch im vollen Vakuum (z.B. im Weltall) ausbreiten. Sie transportieren Energie und Informationen vom Sender zum Empfänger.
Im sogenannten Fernfeld (in einiger Entfernung von der Antenne) stehen das elektrische Feld (E-Feld) und das magnetische Feld (H-Feld) immer senkrecht zueinander und beide stehen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der Welle. Man nennt dies eine Transversalwelle.
=== Ausbreitungsgeschwindigkeit und Zusammenhang mit Frequenz und Wellenlänge ===
Elektromagnetische Wellen breiten sich im Raum mit Lichtgeschwindigkeit aus. Im Vakuum und in der Erdatmosphäre ist diese Geschwindigkeit (c) etwa: c = 300'000 Kilometer pro Sekunde (oder 300 * 10<sup>6</sup> Meter pro Sekunde).
Für eine Funkwelle sind zwei Grössen zentral:
* '''Frequenz (f)''': Gibt an, wie viele Schwingungen pro Sekunde stattfinden. Die Einheit ist Hertz (Hz).
* '''Wellenlänge (λ)''': Gibt die physische Länge einer kompletten Schwingung an (z.B. von einem Wellenberg zum nächsten Wellenberg). Die Einheit ist Meter (m).
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit, Frequenz und Wellenlänge sind direkt mathematisch miteinander verknüpft. Die Grundformel lautet:
<nowiki>*******************************************************</nowiki>
* Z W I S C H E N S S T A N D *
<nowiki>*******************************************************</nowiki>
'''c = λ * f''' (Geschwindigkeit = Wellenlänge mal Frequenz)
Da die Lichtgeschwindigkeit c konstant ist, kann man die Formel umstellen, um die Wellenlänge zu berechnen, wenn man die Frequenz kennt:
λ '''= c / f'''
''Kleiner Tipp für die Prüfung:'' Wenn man die Frequenz in '''MHz''' (Megaherz) einsetzt und die Lichtgeschwindigkeit als 300 verwendet, erhält man die Wellenlänge direkt in '''Metern''':
'''λ [Meter] = 300 / f [MHz]'''
Beispiele:
Ein Funkgerät sendet auf 144 MHz: λ = 300 / 144 = 2,08 Meter.
Das 27 MHz CB-Funkband: λ = 300 / 27 = 11,11 Meter.
Ein Kurzwellenband auf 10 MHz: λ = 300 / 10 = 30 Meter.
Daraus ergibt sich auch der Name der Bänder: Das 2-Meter-Band liegt um 144 MHz, das 10-Meter-Band um 28 MHz.
=== Polarisation ===
Die '''Polarisation''' beschreibt die räumliche Ausrichtung des elektrischen Feldes (E-Feld) einer elektromagnetischen Welle. Nach Konvention wird die Polarisation immer durch die Richtung des E-Feldes bestimmt.
Man unterscheidet:
==== '''Lineare Polarisation''' ====
'''Vertikale Polarisation:''' Das E-Feld verläuft senkrecht zur Erdoberfläche (auf und ab). Erzeugt wird sie typischerweise durch vertikal montierte Antennen (z.B. eine einfache Stabantenne auf dem Auto oder ein Vertikal-Dipol).
'''Horizontale Polarisation:''' Das E-Feld verläuft parallel zur Erdoberfläche (links und rechts). Erzeugt wird sie von horizontal aufgehängten Antennen (z.B. ein horizontaler Dipol oder eine Yagi-Antenne auf dem Dach).
==== '''Zirkulare Polarisation (Drehsinn):''' ====
Hier dreht sich das E-Feld wie eine Spirale um die Ausbreitungsachse. Man unterscheidet zwischen Links- und Rechtszirkularer Polarisation. Diese wird hauptsächlich im Satellitenfunk verwendet, da sich Satelliten oft drehen und die Polarisations Ebene sich so ständig ändern würde (Faraday-Rotation).
''Ganz wichtig für die Funkpraxis:'' Für den besten Empfang müssen die Sende- und Empfangsantenne die gleiche Polarisation haben. Wenn eine vertikal polarisierte Welle auf eine horizontal montierte Empfangsantenne trifft, "sieht" die Antenne die Welle fast gar nicht. Dies führt zu einem massiven Signalverlust, der '''Polarisationsdämpfung''' genannt wird. Sie beträgt bei komplett gekreuzten Antennen (90 Grad Unterschied) theoretisch über 20 bis 30 dB! In der Praxis auf Kurzwelle spielt Polarisation durch Reflexionen an der Ionosphäre kaum eine Rolle, auf UKW (VHF/UHF) ist sie jedoch extrem wichtig.
== Sinusförmige Signale ==
Sinusförmige Signale sind die wichtigste Form von Wechselspannungen und Wechselströmen in der Elektrotechnik und im Amateurfunk. Sie lassen sich mathematisch einfach beschreiben und sind die Grundlage für jede Art von Modulation (wie AM oder FM). Ihr Verlauf folgt der mathematischen Sinusfunktion.
== Grafische Darstellung im Zeitbereich ==
Die Darstellung im Zeitbereich ist die bekannteste Form, um ein Signal zu betrachten (z.B. auf einem Oszilloskop).
* Die horizontale Achse (X-Achse) repräsentiert die Zeit (''t'').
* Die vertikale Achse (Y-Achse) repräsentiert die Amplitude, also den Momentanwert der Spannung (''u'') oder des Stromes (''i'').
Eine ideale Sinuskurve beginnt bei Null, steigt steil an, erreicht ihr positives Maximum, fällt wieder auf Null durch, erreicht das negative Minimum (gleich gross wie das positive) und kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Dieser gesamte Ablauf wiederholt sich ständig.
== Momentanwert, Amplitude (Emax), Effektivwert (RMS) und Mittelwert ==
Bei der Beschreibung sinusförmiger Signale muss zwingend zwischen verschiedenen Wertebegriffen unterschieden werden:
=== Momentanwert ===
Der Momentanwert (kleingeschrieben, z.B. ''u'' oder ''i'') ist der tatsächliche Wert der Spannung oder des Stromes zu einem ganz bestimmten, exakt definierten Zeitpunkt. Er ändert sich fortlaufend.
=== Amplitude (Emax) ===
Die Amplitude ist der grösste positiv oder negativ erreichende Wert der Schwingung. Sie wird auch Scheitelwert oder Spitzenwert genannt. Das Formelzeichen ist grossgeschrieben, oft mit Index max versehen (z.B. ''U''max oder ''Ê''). Sie gibt die Auslenkung ab der Nulllinie an.
=== Mittelwert ===
Bei einer rein sinusförmigen Schwingung, die symmetrisch um die Nulllinie verläuft, heben sich die positiven und negativen Flächen exakt auf. Der arithmetische Mittelwert über eine volle Periode ist daher exakt '''Null'''. (Für Gleichrichterschaltungen wird teilweise der gleichgerichtete Mittelwert betrachtet, für das reine AC-Signal im Amateurfunk ist der Mittelwert jedoch Null).
=== Effektivwert (RMS) ===
Der Effektivwert (Root Mean Square) ist für die Praxis der wichtigste Wert. Er gibt an, welche Gleichspannung bzw. welcher Gleichstrom an einem ohmschen Widerstand die exakt gleiche Leistung (Wärme) erzeugen würde wie das vorliegende Wechselsignal. In Europa werden Netzspannungen immer als Effektivwert angegeben (230 V). Bei einer reinen Sinusschwingung besteht ein fester mathematischer Zusammenhang zwischen Scheitelwert und Effektivwert:
* ''U''eff = ''U''max / Wurzel(2) (ca. ''U''max * 0,707)
* ''U''max = ''U''eff * Wurzel(2) (ca. ''U''eff * 1,414)
Beispiel: Eine Netzspannung von 230 V Effektivwert hat einen Scheitelwert (Emax) von ca. 325 V.
== Periode und Periodendauer ==
Eine Periode ist ein vollständiger Durchlauf einer Schwingung, der exakt so aussieht wie der nächste Durchlauf. Die Zeit, die für genau eine solche Periode benötigt wird, nennt man Periodendauer.
* Das Formelzeichen der Periodendauer ist **T**.
* Die Masseinheit ist die Sekunde (s).
== Frequenz ==
Die Frequenz gibt an, wie viele Perioden (vollständige Schwingungen) in einer bestimmten Zeitspanne ablaufen. Je kürzer die Periodendauer ''T'', desto mehr Schwingungen passen in eine Sekunde, desto höher ist also die Frequenz.
* Das Formelzeichen der Frequenz ist f.
* Der Zusammenhang zur Periodendauer lautet: '''f = 1 / T'''
== Die Einheit Hertz ==
Die Einheit der Frequenz ist Hertz (Einheitenzeichen: Hz). Ein Hertz bedeutet "eine Schwingung pro Sekunde" (1 Hz = 1/s). Die Einheit ist nach dem deutschen Physiker Heinrich Hertz benannt.
Da Frequenzen im Amateurfunk sehr hohe Werte annehmen, werden Vorsätze (Präfixe) verwendet:
* 1 kHz (Kilohertz) = 1 000 Hz = 10³ Hz
* 1 MHz (Megahertz) = 1 000 000 Hz = 10⁶ Hz
* 1 GHz (Gigahertz) = 1 000 000 000 Hz = 10⁹ Hz
== Phasendifferenz ==
Wenn man zwei sinusförmige Signale gleicher Frequenz betrachtet, können diese zeitlich gegeneinander verschoben sein. Diese zeitliche Verschiebung nennt man Phasendifferenz oder Phasenverschiebung.
Da eine volle Periode einem Kreisbogen von 360 Grad (oder 2π Rad) entspricht, wird die Phasendifferenz in der Regel in Grad (°) angegeben:
* '''0° Phasenverschiebung:''' Beide Signale erreichen ihre Nulldurchgänge und Maxima exakt zur gleichen Zeit. Sie sind "in Phase".
* '''180° Phasenverschiebung:''' Die Signale sind genau um eine halbe Periode verschoben. Wenn Signal A sein positives Maximum hat, hat Signal B sein negatives Minimum. Sie sind "in Gegenphase".
* '''90° Phasenverschiebung:''' Die Signale sind um eine Viertelperiode verschoben. Dies ist z.B. bei Spannung und Strom an einer idealen Spule der Fall.
Die Phasendifferenz ist ein essenzielles Konzept, um das Verhalten von Bauteilen wie Spulen und Kondensatoren in Wechselstromkreisen zu verstehen.
== Nicht-sinusförmige Signale ==
In der theoretischen Elektrotechnik betrachtet man oft ideale sinusförmige Wechselspannungen. In der Realität und insbesondere in der Funktechnik sehen Signale jedoch fast immer anders aus. Jedes Signal, das keine reine Sinusform aufweist, nennt man nicht-sinusförmig.
=== Audiosignale ===
Ein klassisches Beispiel für nicht-sinusförmige Signale sind '''Audiosignale''' (Sprache und Musik).
* Sprache setzt sich aus unzähligen, ständig wechselnden Frequenzen und Amplituden zusammen. Vokale enthalten eher tonale Anteile, während Konsonanten (wie "s" oder "sch") rauschähnliche oder impulsartige Formen aufweisen.
* Musiksignale sind noch komplexer, da hier gleichzeitig verschiedene Tonhöhen (Grundtöne und Obertöne verschiedener Instrumente) erklingen.
* Im Zeitbereich (auf einem Oszilloskop betrachtet) sieht ein Audiosignal wie ein unregelmässiges, chaotisches wellenförmiges Muster aus, das sich um die Nulllinie bewegt.
=== Grafische Darstellung im Zeitbereich ===
Die Darstellung im Zeitbereich ist die Sichtweise, die man auf dem Bildschirm eines Oszilloskops sieht.
* Die horizontale X-Achse stellt die Zeit (t) dar.
* Die vertikale Y-Achse stellt den Momentanwert der Spannung (U) oder des Stroms (I) dar.
* Diese Darstellung ist ideal, um Signalformen (Amplitude, Periodendauer, Pulsbreite) visuell zu beurteilen und Fehler wie Verzerrungen (Klirr) sofort zu erkennen. Sie sagt jedoch ohne weitere Analyse wenig über die genaue Zusammensetzung der Frequenzen aus.
=== Rechtecksignal ===
Das Rechtecksignal ist eine weitere wichtige nicht-sinusförmige Signalform. Es springt in der Regel sofort von einem Minimum (z.B. 0 V) auf ein Maximum (z.B. 5 V) und bleibt dort für eine bestimmte Zeit konstant, bevor es wieder abrupt abfällt. Rechtecksignale werden in der Digitaltechnik als Takt-signale verwendet, aber auch in der Funktechnik bei der Pulsmodulation (Pulskodemodulation, Pulse Width Modulation).
=== Gleichspannungsanteil, Grundwelle und Oberschwingungen ===
Der französische Mathematiker Jean-Baptiste Joseph Fourier hat bewiesen, dass jedes periodische, nicht-sinusförmige Signal durch eine Superposition (Addition) von sinusförmigen Signalen dargestellt werden kann. Ein Rechtecksignal setzt sich demnach aus folgenden Bestandteilen zusammen:
* '''Gleichspannungsanteil (DC-Anteil):''' Das ist der Mittelwert des Signals über eine Periode. Bei einem symmetrischen Rechtecksignal (das gleich weit nach oben wie nach unten geht) ist dieser Anteil null. Bei einem asymmetrischen Signal (0 V bis 5 V) gibt es einen positiven Gleichspannungsanteil.
* '''Grundwelle:''' Das ist die Sinusschwingung, die exakt dieselbe Frequenz (f) wie das periodische Rechtecksignal selbst hat.
* '''Oberschwingungen (Harmonische):''' Das sind weitere Sinusschwingungen mit Frequenzen, die ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz betragen (2f, 3f, 4f usw.).
* '''Besonderheit beim Rechteck:''' Ein perfektes, symmetrisches Rechtecksignal enthält nur ungerade Oberschwingungen (3., 5., 7. Frequenz, usw.). Die Amplitude dieser Oberschwingungen nimmt mit steigender Frequenz ab (1/3, 1/5, 1/7 der Amplitude der Grundwelle).
'''Funktechnische Bedeutung:''' Nicht-sinusförmige Signale haben ein starkes Spektrum an Oberschwingungen. Wenn man ein Rechtecksignal ohne Filterung senden würde, würde man nicht nur auf der Grundfrequenz senden, sondern störe auch auf den Vielfachen dieser Frequenz. Daher müssen Sender für digitale Signale (z.B. FT8, Morsezeichen mit scharfen Flanken) immer gefiltert werden, um die Oberschwingungen zu unterdrücken.
== Rauschen ==
Das Rauschen ist eine ungewollte, statistisch zufällige Schwankung von Spannung oder Strom in einem elektrischen Kreis. Es überlagert das nützliche Signal und kann es soweit stöeren, dass es nicht mehr verständlich oder messbar ist. Rauschen setzt der Empfindlichkeit jedes Empfängers eine absolute physikalische Grenze.
=== Thermisches Rauschen ===
Das '''thermische Rauschen''' (auch Widerstandsrauschen, Johnson-Rauschen oder Nyquist-Rauschen genannt) entsteht in jedem elektrischen Leiter und in jedem Widerstand, solange seine Temperatur über dem absoluten Nullpunkt (0 Kelvin) liegt. Die freien Elektronen im Material führen aufgrund der thermischen Bewegung eine ungeordnete Brown'sche Bewegung aus. Diese zufälligen Bewegungen erzeugen winzige, rasch wechselnde Spannungen. Dieses Rauschen ist "weisses Rauschen", das heisst, seine Energie ist über einen weiten Frequenzbereich gleichmässig verteilt.
=== Die Rauschformel: P_N = k · T · B ===
Die zur Verfügung stehende Rauschleistung (P_N) lässt sich exakt berechnen:
'''$P_N = k \cdot T \cdot B$'''
Dabei bedeuten:
* '''P_N''': Die verfügbare Rauschleistung (Noise Power) in Watt (W).
* '''k''': Die Boltzmann-Konstante (1,38 \cdot 10^{-23}$ J/K).
* '''T''': Die absolute Temperatur des Widerstands in Kelvin (K). Bei Zimmertemperatur (ca. 20 °C) rechnet man in der HF-Technik meist mit $T = 290$ K.
* '''B''': Die betrachtete Bandbreite (Bandwidth) in Hertz (Hz).
=== Rauschdichte ===
Die '''Rauschdichte''' gibt an, wie viel Rauschleistung pro Hertz Bandbreite erzeugt wird. Wenn man in der Formel die Bandbreite $B = 1$ Hz setzt, erhält man die Rauschleistungsdichte:
$P_N / B = k \cdot T$
Bei Raumtemperatur (290 K) beträgt die thermische Rauschdichte exakt:
$k \cdot 290 \approx 4,00 \cdot 10^{-21}$ Watt/Hz.
Umgerechnet in das für Funker übliche logarithmische Mass (dBm) ergibt das den wichtigen Merksatz: Die thermische Rauschdichte bei Zimmertemperatur beträgt -174 dBm/Hz.
=== Bandrauschen und Rauschleistung in der Empfängerbandbreite ===
Ein Empfänger kann nicht alle Frequenzen gleichzeitig empfangen, er hat eine bestimmte '''Empfängerbandbreite''' (B), die durch seine Filter (z.B. ZF-Filter) bestimmt wird. Das Rauschen, das am Ausgang des Empfängers ankommt, ist proportional zu dieser Bandbreite.
* '''Bandrauschen''' ist somit das Rauschen, das innerhalb eines definierten Frequenzbandes gemessen wird.
Berechnungsbeispiel:
Ein SSB-Empfänger hat eine typische ZF-Bandbreite von B = 2400 Hz.
Die Rauschleistung in dieser Bandbreite berechnet sich aus der Rauschdichte multipliziert mit der Bandbreite. Im dBm-Mass rechnet man einfach logarithmisch:
<math>-174 \text{ dBm/Hz} + 10 \cdot \log_{10}(2400 \text{ Hz}) \approx -174 \text{ dBm} + 33,8 \text{ dB} = -140,2 \text{ dBm}</math>
'''Praxistipp für die HB9-prüfung:'''
* Je breiter der Filter im Empfänger eingestellt ist, desto mehr Rauschleistung (P_N) gelangt zum Lautsprecher. Das Rauschen wird lauter.
* Wenn man ein sehr schmales Filter wählt (z.B. 250 Hz für CW-Morsebetrieb), reduziert man die Rauschleistung um ca. 10 dB gegeüeber SSB (2400 Hz). Das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) verbessert sich, und der Empfang wird "ruhiger", sofern das Signal komplett in das Filter passt.
== Modulierte Signale ==
Um Informationen (Sprache, Daten, Morsezeichen) über Funk übertragen zu können, müssen wir einer hochfrequenten Trägerwelle diese Informationen aufprägen. Dieser Vorgang nennt sich '''Modulation'''. Ohne Modulation würde ein Sender nur eine unnütze, konstante Hochfrequenz ausstrahlen, die keine Information enthält.
=== CW (Continuous Wave) ===
CW ist die einfachste Form der Modulation. Hierbei wird die Trgerwelle einfach ein- und ausgeschaltet (Tastung).
* '''Anwendung:** Morsebetrieb (Telegrafie).'''
* '''Wellenform:** Man sieht auf einem Oszilloskop reine Sinuswellen-Pakete, die durch Pausen getrennt sind. Die Höhe (Amplitude) und die Frequenz der Welle bleiben konstant, solange der Schlüssel gedrückt ist.'''
* '''Spektrum:** Das Spektrum ist sehr schmal. Theoretisch besteht es nur aus einer einzigen Linie auf der Trgerfrequenz. Durch das schnelle Ein- und Ausschalten (Tastflanken) entstehen zwar geringfügige Seitenbnder, aber eine CW-Station benötigt extrem wenig Bandbreite (oft weniger als 100 Hz).'''
=== Amplitudenmodulation (AM) ===
Bei der AM wird die Amplitude (Höhe) der Trgerwelle im Rhythmus des NF-Signals (z.B. Sprachsignal) verändert.
* '''Wellenform:** Die Höhe der Hochfrequenzschwingung steigt und fällt im Takt der niederrfrequenten Sprachschwingung. Die Einhüllende (Umriss) der HF-Welle sieht genau wie das ursprüngliche NF-Signal aus.'''
* '''Spektrum, Träger und Seitenbnder:**'''
Bei AM entsteht ein Spektrum aus drei Teilen:
1. Dem originalen '''Träger''' (mittlere Frequenz).
2. Dem '''oberen Seitenband''' (USB - Upper Sideband): Trägerfrequenz + NF-Frequenz.
3. Dem '''unteren Seitenband''' (LSB - Lower Sideband): Trägerfrequenz - NF-Frequenz.
* '''Bandbreite:** Da Sprache Frequenzen bis ca. 3 kHz enthält, reicht das obere Seitenband bis 3 kHz über dem Träger und das untere bis 3 kHz darunter. Die Gesamtbandbreite einer AM-Station beträgt somit das Doppelte der höchsten Modulationsfrequenz (z.B. 2 * 3 kHz =''' 6 kHz''').'''
=== Einseitenbandmodulation (SSB) ===
AM ist sehr ineffizient, da der Träger keine Information trägt und die Information im oberen und unteren Seitenband identisch ist. Bei SSB (Single Sideband) werden der Träger und ein Seitenband durch Filter unterdrückt. Es wird nur ein Seitenband übertragen.
* '''Wellenform:** Auf dem Oszilloskop sieht ein SSB-Signal ähnlich aus wie CW, aber die Amplitude verändert sich kontinuierlich und unregelmässig entsprechend der Sprache. Es gibt keine klare Einhüllende mehr wie bei AM.'''
* '''Spektrum:** Es ist nur noch ein einziges Seitenband vorhanden (entweder USB oder LSB).'''
* '''Bandbreite:** Sie entspricht exakt der Bandbreite des NF-Signals (z.B.''' 3 kHz'''). SSB ist extrem bandbreitensparend und wird daher auf Kurzwelle fast ausschliesslich für Sprachübertragung genutzt.'''
=== Frequenzmodulation (FM) und Phasenmodulation (PM) ===
Bei der FM wird die Frequenz der Trägerwelle im Rhythmus des NF-Signals verändert. Die Amplitude bleibt dabei immer konstant. Die Phasenmodulation (PM) funktioniert ähnlich, verändert aber die Phase der Welle. FM und PM sind eng verwandt und in der Praxis oft schwer zu unterscheiden.
* '''Wellenform:** Die Wellenberge und -täler der HF-Schwingung werden ständig enger und weiter auseinandergezogen (Frequenzveränderung), während die Höhe der Schwingung immer gleich bleibt.'''
* '''Frequenzabweichung (Delta-f):''' Das ist die maximale Auslenkung der Frequenz nach oben und unten vom unmodulierten Träger. Wird oft mit der maximalem NF-Amplitude erreicht.
* '''Modulationsindex (m):''' Er beschreibt das Verhältnis zwischen Frequenzabweichung und der Frequenz des Modulationssignals. Die Formel lautet:
'''m = Δf / f_mod'''
(Delta-f = Frequenzabweichung, f_mod = Frequenz des Modulationssignals). Der Modulationsindex ist massgeblich dafür verantwortlich, wie gross die Bandbreite eines FM-Signals wird.
=== Träger, Seitenbnder und Bandbreite (Zusammenfassung) ===
* '''Träger (Carrier):''' Die unmodulierte Grundfrequenz des Senders.
* '''Seitenbnder (Sidebands):''' Durch Modulation neu entstandene Frequenzen neben dem Träger, die die eigentliche Information tragen.
* '''Bandbreite (Bandwidth):''' Der Frequenzbereich im Spektrum, den ein Signal einnimmt. für die prüfung wichtig: CW sehr schmal, AM doppelt so breit wie das NF-Signal, SSB genauso breit wie das NF-Signal, FM am breitesten (abhängig von der Frequenzabweichung).
=== Digitale Modulationen ===
Wenn keine Sprache, sondern Daten (0er und 1er, Bits) übertragen werden, nutzt man digitale Modulationsarten. Der Zustand der Hochfrequenz wird in diskreten Stufen verändert.
* '''FSK (Frequency Shift Keying):''' Die einfachste digitale Modulation. Zwei Frequenzen werden fest zugewiesen: Eine Frequenz steht für "0", die andere für "1". (z.B. RTTY).
* '''2-PSK (BPSK - Binary Phase Shift Keying):''' Die Phase der Trägerwelle wird zwischen zwei Zustanden umgeschaltet, meistens 0 Grad und 180 Grad. "0" und "1" werden also durch verschiedene Phasenlagen dargestellt.
* '''4-PSK (QPSK - Quadrature Phase Shift Keying):''' Hier gibt es vier Phasenlagen (z.B. 0, 90, 180, 270 Grad). Jeder Phasenlage werden zwei Bits zugewiesen (z.B. 00, 01, 10, 11). Dadurch kann man bei gleicher Geschwindigkeit nur halb so viele Schwingungen pro Sekunde übertragen.
* '''QAM (Quadrature Amplitude Modulation):''' Kombiniert PSK mit Amplitudenmodulation. Es werden gleichzeitig mehrere Phasenlagen und verschiedene Amplitudenstaufen verwendet (z.B. 16-QAM, 64-QAM). Das ermöglicht eine extrem hohe Datenrate auf sehr begrenztem Raum, ist aber anfälligiger für Störungen.
=== Bitrate, Symbolrate (Baudrate) und Bandbreite ===
Diese drei Begriffe werden in der prüfung oft verwechselt:
* '''Bitrate:''' Die Anzahl der übertragenen Bits pro Sekunde (z.B. 1200 Bit/s).
* '''Symbolrate (Baudrate):''' Die Anzahl der Statuswechsel (Symbole) pro Sekunde auf der Hochfrequenz. Die Einheit ist Baud.
* Nur bei FSK und 2-PSK gilt: 1 Symbol = 1 Bit (Bitrate = Baudrate).
* Bei 4-PSK gilt: 1 Symbol = 2 Bits (Bitrate = 2 * Baudrate).
* Bei 16-QAM gilt: 1 Symbol = 4 Bits (Bitrate = 4 * Baudrate).
* '''Bandbreite:** Die nötige Bandbreite hängt direkt von der Symbolrate (Baudrate) ab, nicht von der Bitrate! Eine höhere Symbolrate erfordert immer mehr Bandbreite. (Näherungsweise gilt: Bandbreite $\approx$ Symbolrate).'''
=== Fehlererkennung und Fehlerkorrektur ===
Bei der digitalen Datenübertragung können durch Störungen Bits kippen (aus einer 0 wird eine 1). Um die Daten dennoch nutzbar zu machen, gibt es verschiedene Verfahren:
* '''CRC (Cyclic Redundancy Check):''' Ein mathematisches Verfahren zur '''Fehlererkennung'''. Der Sender berechnet aus den Daten einen prüfwert (Checksumme) und hängt diesen an. Der Empfänger rechnet den gleichen Wert nach. Stimmen sie nicht überein, weiss er, dass ein Fehler aufgetreten ist. CRC kann Fehler aber '''nicht''' korrigieren.
* '''Wiederholungen (z.B. Packet Radio / AX.25):''' Dieses Verfahren nennt man ARQ (Automatic Repeat Request). Wenn der Empfänger durch den CRC feststellt, dass ein Datenpaket fehlerhaft ist, schickt er eine Anforderung an den Sender, das Paket noch einmal zu schicken. Das funktioniert gut bei guten Verbindungen, verschwendet aber Zeit und Bandbreite, wenn die Leitung sehr störungsanfällig ist.
* '''Vorwärtsfehlerkorrektur / FEC (z.B. AMTOR FEC):''' FEC bedeutet Forward Error Correction. Der Sender fügt den Nutzdaten von vornherein extra "Redundanz" (zusätzliche Bits) hinzu, die es ermöglichen, aufgetretene Fehler beim Empfänger direkt zu berechnen und zu reparieren, '''ohne''' dass eine Rückfrage oder Wiederholung nötig ist. Dies ist essenziell, wenn Verbindungen nur in eine Richtung möglich sind (z.B. bei Broadcast-Signalen) oder wenn Wiederholungen zu lange dauern würden.
== Leistung und Energie ==
In der Physik unterscheidet man strikt zwischen Energie und Leistung:
* '''Energie''' ist die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Die Einheit ist Wattsekunde (Ws) oder Joule (J). In der Praxis rechnet man oft mit Kilowattstunden (kWh).
* '''Leistung''' gibt an, wie schnell Energie umgewandelt oder übertragen wird (Energie pro Zeit). Die Einheit der Leistung ist Watt (W).
== Leistung sinusförmiger Signale ==
Um die Leistung eines Wechselstroms zu berechnen, darf man nicht einfach den Scheitelwert (Emax) verwenden, da der Strom nicht ständig auf seinem Maximum ist. Stattdessen rechnet man mit den Effektivwerten (RMS), da diese den gleichen Leistungseffekt wie ein gleichgrosser Gleichstrom haben.
Für ohmsche Widerstände gelten folgende Grundgleichungen (hierbei stehen U und I implizit für die Effektivwerte U_eff und I_eff):
* '''P = U_eff · I_eff'''
* '''P = U²_eff / R'''
* '''P = I²_eff · R'''
'''Wichtig für die Prüfung:''' Wenn in Formeln mit U oder I gerechnet wird und das Ergebnis die Leistung P in Watt sein soll, handelt es sich immer um Effektivwerte, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes (z.B. P_spitze) verlangt wird!
== Leistungsverhältnisse und Dezibel ==
In der Nachrichtentechnik arbeitet man oft mit extrem grossen oder extrem kleinen Leistungswerten. Um diese leichter handhaben zu können, verwendet man das logarithmische Mass Dezibel (dB). Dezibel geben ein Verhältnis (einen Faktor) zwischen zwei Leistungen an.
Die Basisformel lautet:
* Gewinn (dB) = 10 · log10 (P_aus / P_ein)
Für die HB9-Prüfung müssen folgende feste Dezibel-Werte auswendig gewusst werden:
'''Positiv (Verstärkung):'''
* '''0 dB''' = Faktor 1 (Leistung verdoppelt sich nicht)
* '''3 dB''' = Faktor 2 (Leistung verdoppelt sich)
* '''6 dB''' = Faktor 4 (Leistung vervierfacht sich)
* '''10 dB''' = Faktor 10 (Leistung verzehnfacht sich)
* '''20 dB''' = Faktor 100 (Leistung verhundertfacht sich)
'''Negativ (Dämpfung):'''
* '''0 dB''' = Faktor 1
* '''-3 dB''' = Faktor 0,5 (Leistung halbiert sich)
* '''-6 dB''' = Faktor 0,25 (Leistung viertelt sich)
* '''-10 dB''' = Faktor 0,1 (Leistung wird auf ein Zehntel reduziert)
* '''-20 dB''' = Faktor 0,01 (Leistung wird auf ein Hundertstel reduziert)
== Ein-/Ausgangsleistungsverhältnis in dB von in Reihe geschalteten Verstärkern und/oder Dämpfungsgliedern ==
Der grösste Vorteil der Dezibel-Rechnung liegt in der einfachen Addition und Subtraktion. Wenn in einer Signalkette mehrere Bauteile hintereinander geschaltet sind, werden deren dB-Werte einfach addiert (Verstärkung) bzw. subtrahiert (Dämpfung).
'''Beispiel:''' Ein Signal durchläuft:
# Ein Verstärker mit +10 dB Gewinn
# Ein Kabel mit -2 dB Dämpfung
# Ein Filter mit -3 dB Dämpfung
# Einen weiteren Verstärker mit +20 dB Gewinn
'''Gesamtgewinn = +10 dB - 2 dB - 3 dB + 20 dB = +25 dB''' Man muss die Leistung nicht in Watt umrechnen, bis man das Endresultat in dB hat. Erst wenn man die tatsächliche Ausgangsleistung in Watt wissen will, rechnet man den Gesamtfaktor (hier 10^(25/10) = ~316) mit der Eingangsleistung aus.
== Anpassung (Maximaler Leistungsübertragung) ==
Anpassung (Impedanzanpassung) bedeutet, dass der Ausgangswiderstand einer Signalquelle (z.B. eines Senders) genau so gross ist wie der Eingangswiderstand der Last (z.B. einer Antenne).
Der Grund für diese Anpassung ist der '''Maximale Leistungsübertragung'''. Nur wenn der Quellwiderstand gleich dem Lastwiderstand ist (z.B. 50 Ohm Quelle an 50 Ohm Antenne), wird die maximal mögliche Leistung von der Quelle zur Last übertragen.
* Wäre die Last zu klein, fliessst zwar ein hoher Strom, aber die Spannung bricht zusammen.
* Wäre die Last zu gross, liegt zwar eine hohe Spannung an, aber es fliessst kaum Strom.
'''Besonderheit im HF-Bereich:''' Bei Hochfrequenz führt eine Fehlanpassung dazu, dass ein Teil der Leistung zur Quelle zurückgeworfen wird (Reflexion). Es entstehen stehende Wellen auf der Leitung, gemessen als Stehwellenverhältnis (SWR). Das kann zur Zerstörung des Endverstärkers führen.
== Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsleistung und Wirkungsgrad ==
Jeder Verstärker wandelt nicht nur die gewünschte HF-Leistung um, sondern erzeugt auch Verlustwärme. Der Wirkungsgrad (Eta, η) gibt an, wie viel der aufgenommenen Eingangsleistung nutzbar als Ausgangsleistung abgegeben wird.
Die Formel lautet:
* '''η = (P_aus / P_ein) · 100 %'''
'''Beispiel:''' Ein Verstärker zieht aus der Stromversorgung 100 W (P_ein) und gibt an der Antenne 50 W (P_aus) ab. Sein Wirkungsgrad beträgt (50 / 100) · 100 % = 50 %. Die anderen 50 W werden als Wärme im Gerät vernichtet.
== Spitzenhüllleistung (PEP) ==
PEP steht für "Peak Envelope Power" (Spitzenhüllleistung). Dieser Wert ist speziell bei modulierten Signalen wie SSB (Einseitenband) wichtig, da hier die Leistung ständig schwankt.
* Die '''Hüllkurve''' (Envelope) ist die Linie, die die Spitzen der Hochfrequenzschwingung miteinander verbindet. Sie repräsentiert die Sprachmodulation.
* Die '''PEP''' ist nun die Leistung, die genau im absoluten Spitzenpunkt dieser Hüllkurve gemessen wird.
* Berechnet wird sie mit den Scheitelwerten (Spitzenwerten) von Spannung und Strom in diesem Moment: PEP = U_spitze · I_spitze (wobei dies der Effektivwert der HF-Schwingung genau in diesem Spitzenmoment der Modulation entspricht).
'''Wichtig:''' Die gesetzlichen Sendeleistungslimits (z.B. in der HB9-Prüfung) beziehen sich bei SSB fast immer auf die PEP. Die durchschnittliche abgestrahlte Leistung (Durchschnittsleistung) ist bei Sprache aufgrund von Sprechpausen deutlich niedriger (oft nur 10 % bis 20 % der PEP). Ein Sender, der "100 Watt PEP" ausstrahlt, sendet im Durchschnitt über längere Zeit eher im Bereich von 10 bis 20 Watt.
== Digitale Signalverarbeitung (DSP) ==
Früher wurden Funkgeräte ausschliesslich mit analogen Bauteilen wie Spulen, Kondensatoren und Transistoren aufgebaut. Heute findet man in fast jedem modernen Transceiver einen DSP (Digital Signal Processor). Dabei wird das analoge Funksignal in digitale Daten verwandelt, von einem Mikroprozessor mathematisch bearbeitet (gefiltert, demoduliert) und gegebenenfalls wieder zurück in ein analoges Signal gewandelt. Dies ermöglicht Filter mit unvorstellbarer Schärfe und störfreie Signalverarbeitung.
=== ADC / DAC (Analog-Digital- bzw. Digital-Analog-Umsetzer) ===
Diese beiden Bausteine sind die Tore zwischen der realen (analogen) Welt und der digitalen Welt des Prozessors:
* '''ADC (Analog-Digital-Umsetzer):''' Wandelt eine kontinuierliche analoge Spannung (z.B. vom Empfänger) in digitale Zahlenwerte um. Der ADC "macht Schnappschüsse" der Spannung. Er ist der Eingang der DSP-Kette.
* '''DAC (Digital-Analog-Umsetzer):''' Macht genau das Gegenteil. Er nimmt digitale Zahlenwerte vom Prozessor und wandelt sie in eine kontinuierliche analoge Spannung um (z.B. um das NF-Signal für den Lautsprecher zu erzeugen).
=== Abtastung und Quantisierung ===
Damit der ADC ein analoges Signal verarbeiten kann, muss er zwei Schritte ausführen:
* '''Abtastung (Sampling):''' Das analoge Signal wird in festen, gleichmässigen Zeitabständen "abgetastet" (gemessen). Es entstehen diskrete Messpunkte auf der Zeitachse.
* '''Quantisierung (Quantization):''' Die bei der Abtastung gemessenen analogen Spannungswerte müssen in digitale Zahlen (Bits) umgewandelt werden. Da ein digitaler Wert nur endlich viele Stufen hat (z.B. 256 Stufen bei 8 Bit, 65536 Stufen bei 16 Bit), muss der gemessene Wert auf die nächstgelegene zulässige Stufe gerundet werden. Dieser Rundungsfehler nennt sich '''Quantisierungsrauschen'''. Je höher die Auflösung in Bit ist, desto geringer ist dieses Rauschen.ä
=== Minimale Abtastrate (Nyquist-Frequenz) ===
Wie oft muss man ein Signal abtasten, um keine Information zu verlieren? Die Antwort gibt das '''Nyquist-Shannon-Abtasttheorem''':
Die Abtastrate (Sampling-Rate) muss mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste Frequenz, die im analogen Signal enthalten ist.
* '''Formel:''' '''f<sub>abtast</sub> $\ge$ 2 * f<sub>max</sub>'''
* '''Nyquist-Frequenz:** Ist genau die Hälfte der Abtastrate (f<sub>abtast</sub> / 2). Sie stellt die absolute obere Grenzfrequenz dar, die ein System fehlerfrei verarbeiten kann.'''
* Beispiel:* Wenn ein Audiosignal höchstens 4 kHz enthält, muss der ADC mit mindestens 8 kHz abtasten (was bei 8 kHz Abtastrate exakt der Telefontonqualität entspricht). In modernen SDR-Funkgeräten (Software Defined Radio) wird oft direkt die ganze HF abgetastet, was Abtastraten von vielen Megahertz erfordert.
=== Anti-Aliasing-Filter und Rekonstruktionsfilter ===
* '''Anti-Aliasing-Filter:''' Was passiert, wenn man das Nyquist-Theorem verletzt und ein Signal mit höherer Frequenz als der halben Abtastrate abtastet? Es entstehen so genannte '''Alias-Signale''' (Schein Frequenzen). Das hochfrequente Signal fälscht sich im digitalen Bereich zu einer niedrigeren Frequenz, die gar nicht ursprünglich vorhanden war. Diese stören die Übertragung massiv.
Um das zu verhindern, muss **vor** dem ADC zwingend ein analoges Tiefpassfilter (das Anti-Aliasing-Filter) geschaltet werden. Dieses Filter löscht alle Frequenzen oberhalb der Nyquist-Frequenz aus dem Signal heraus, bevor der ADC sie falsch interpretieren kann.
* '''Rekonstruktionsfilter:''' Die Ausgangsdaten eines DACs sind nicht glatt, sondern bilden eine "Treppenfunktion" (Stufen), da die Spannung nur in Sprüngen zwischen den Abtastwerten verändert wird. Diese Treppenform enthält harte Kanten, die sich als ungewollte höchfrequente Spektralanteile (Obertöne) äussern. Ein analoges Tiefpassfilter **nach** dem DAC (das Rekonstruktionsfilter) glättet diese Stufen wieder zu einer fließenden analogen Kurve.
=== Faltung (Zeitbereich / Frequenzbereich) ===
Die Faltung (Convolution) ist das mathematische Herzstück der DSP. Jede Art von Filterung (z.B. ein Bandpass, der nur das gewünschte SSB-Signal durchlässt lässt) wird in der DSP durch Faltung berechnet.
* '''Im Zeitbereich (grafische Darstellung):'''
Man stellt sich vor, das Eingangssignal ist eine Kurve. Das Filter wird durch seine sogenannte "Impulsantwort" beschrieben (das ist das Signal, das herauskommt, wenn man einen extrem kurzen Impuls hineinschickt).
Grafisch wird die Impulsantwort wie eine Schablone genommen, an den Anfang des Eingangssignals gelegt, punktweise multipliziert und die Fläche aufaddiert (Faltungsintegral). Dann schiebt man die Schablone einen Schritt weiter und wiederholt das Ganze. Das Ergebnis ist das gefilterte Ausgangssignal. Im Zeitbereich ist die Faltung also eine aufwendige Gleitoperation.
* '''Im Frequenzbereich:'''
Hier kommt die Magie der DSP zum Tragen. Nach den Gesetzen der Fourier-Transformation entspricht die aufwendige Faltung im Zeitbereich einer einfachen **Multiplikation** im Frequenzbereich.
Man wandelt das Signal mit einer FFT (Fast Fourier Transform) vom Zeitbereich in den Frequenzbereich. Dann nimmt man das Frequenzspektrum des Signals und multipliziert es einfach punktweise mit der Filterkurve (z.B. ein Rechteck, das nur den Funkbereich durchlässt). Das Ergebnis wird zurück in den Zeitbereich gewandelt.
Dieser "Umweg" über den Frequenzbereich ist für Mikroprozessoren viel schneller zu berechnen als die grafische Gleitoperation im Zeitbereich.
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First Responder/Einsatzablauf
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2026-08-14T13:17:30Z
2ndoptimist
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wikitext
text/x-wiki
== Anfahrt ==
First Responder haben keine besonderen Rechte wie z.B. Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht. In der Regel wird ein Parkieren an unüblichen Orten toleriert, resp. allfällige Bussen nach Intervention der kantonalen Stelle erlassen. Um dieses Risiko im Voraus schon zu vermindern empfielt es sich, einen Zettel mit dem Hinweis "First Responder im Einsatz" und ggf. Handynummer sichtbar auf das Armaturenbrett zu legen.
=== Parkieren und Warnblinker ===
Das eigene Fahrzeug strategisch parken: Nicht einfach vor dem Einsatzort abstellen. Das eigene Auto dient auch als Wegweiser. Es hat sich etabliert, dass beim Abstellen des Fahrzeuges der Warnblinker eingeschaltet wird um den nachfolgenden Kräften die Orientierung zu erleichtern. Es muss so stehen, dass es den nachfolgenden Rettungsdienst oder der Feuerwehr nicht den Zugang versperrt.
Es ist zu erwarten, dass noch weitere Fahrzeuge zur Hilfeleistung eintreffen.:
* '''Der''' '''Krankenwagen:''' Braucht eine Zufahrt so nah wie möglich an den Patienten resp. den Hauseingang, aber er muss auch wieder wegkommen können (keine Sackgassen blockieren!).
* '''Die Feuerwehr:''' Braucht Zugriff auf Hydranten (Hydranten dürfen nicht zugeparkt werden).
* '''Der Hubretter''' '''oder eine Drehleiter''' brauchen einen massiven Stellplatz. Er benötigt eine ebene, tragfähige Fläche (keine Grünstreifen mit Kanaldeckeln darunter) und vor allem den '''Drehkreis'''. Stützen sind oft bis zu 3,50 Meter lang. Der Bereich rund um den Hubretter (ein Kreis von ca. 10-15 Metern Radius) muss absolut frei von Menschen und Fahrzeugen sein.
* '''Der Notarztwagen:''' Muss nah an den Patienten, aber nicht im Weg der schweren Technik stehen.
* '''Der''' '''Rettungshubschrauber:''' Braucht eine freie, waagerechte Fläche (mindestens 20x20 Meter), idealerweise ohne Laternenmasten oder Stromleitungen im Anflugbereich.
Wenn man Passanten am Einsatzort hat: Diese ggf. anweisen, Fahrzeuge wegzufahren oder diese Passanten dazu zu bewegen, die Flächen freizuhalten und dem Krankenwagen den Weg zu weisen.
=== Einsatzkleidung ===
Die First-Responder Weste gehört auf, so bist due einerseits für die Angehörigen und Anwesenden klar erkennbar, ebenso bist du für nachfolgende Einsatzkräfte sichtbar.
== Ankunft ==
Wer zuerst da ist, bestimmt (bis jemand mit höherer Qualifikation das Kommando übernimmt), wo was passiert.
=== Lagebeurteilung ===
=== Gefahren erkennen ===
=== Zugang schaffen ===
=== Haustiere ===
=== Schaulustige ===
== Einweisen weiterer Einsatzkräfte ==
Sichtbar werden: Tageslicht = Arme hoch und wedeln, Warnweste an. Bei Nacht, wenn vorhanden, Taschenlampe schwenken. Das am besten mit klarer Zeichengebung: Eindeutig auf die freigehaltene Fläche zeigen, auf die das Fahrzeug fahren soll.
=== Rettungswagen & Notarzt ===
=== Feuerwehr ===
=== Polizei ===
=== Helikopter ===
=== Handzeichen ===
== Zugang zum Patienten ==
=== Mehrfamilienhäuser ===
==== Türen offen halten ====
==== Lift Reservieren ====
=== Betriebe/Landwirtschaft ===
=== Freies Gelände ===
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Intruder
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text/x-wiki
== Anfahrt ==
First Responder haben keine besonderen Rechte wie z.B. Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht. In der Regel wird ein Parkieren an unüblichen Orten toleriert, resp. allfällige Bussen nach Intervention der kantonalen Stelle erlassen. Um dieses Risiko im Voraus schon zu vermindern empfiehlt es sich, einen Zettel mit dem Hinweis "First Responder im Einsatz" und ggf. Handynummer sichtbar auf das Armaturenbrett zu legen.
=== Parkieren und Warnblinker ===
Das eigene Fahrzeug strategisch parken: Nicht einfach vor dem Einsatzort abstellen. Das eigene Auto dient auch als Wegweiser. Es hat sich etabliert, dass beim Abstellen des Fahrzeuges der Warnblinker eingeschaltet wird um den nachfolgenden Kräften die Orientierung zu erleichtern. Es muss so stehen, dass es den nachfolgenden Rettungsdienst oder der Feuerwehr nicht den Zugang versperrt.
Es ist zu erwarten, dass noch weitere Fahrzeuge zur Hilfeleistung eintreffen.:
* '''Der''' '''Krankenwagen:''' Braucht eine Zufahrt so nah wie möglich an den Patienten resp. den Hauseingang, aber er muss auch wieder wegkommen können (keine Sackgassen blockieren!).
* '''Die Feuerwehr:''' Braucht Zugriff auf Hydranten (Hydranten dürfen nicht zugeparkt werden).
* '''Der Hubretter''' '''oder eine Drehleiter''' brauchen einen massiven Stellplatz. Er benötigt eine ebene, tragfähige Fläche (keine Grünstreifen mit Kanaldeckeln darunter) und vor allem den '''Drehkreis'''. Stützen sind oft bis zu 3,50 Meter lang. Der Bereich rund um den Hubretter (ein Kreis von ca. 10-15 Metern Radius) muss absolut frei von Menschen und Fahrzeugen sein.
* '''Der Notarztwagen:''' Muss nah an den Patienten, aber nicht im Weg der schweren Technik stehen.
* '''Der''' '''Rettungshubschrauber:''' Braucht eine freie, waagerechte Fläche (mindestens 20x20 Meter), idealerweise ohne Laternenmasten oder Stromleitungen im Anflugbereich.
Wenn man Passanten am Einsatzort hat: Diese ggf. anweisen, Fahrzeuge wegzufahren oder diese Passanten dazu zu bewegen, die Flächen freizuhalten und dem Krankenwagen den Weg zu weisen.
=== Einsatzkleidung ===
Die First-Responder Weste gehört auf, so bist due einerseits für die Angehörigen und Anwesenden klar erkennbar, ebenso bist du für nachfolgende Einsatzkräfte sichtbar.
== Ankunft ==
Wer zuerst da ist, bestimmt (bis jemand mit höherer Qualifikation das Kommando übernimmt), wo was passiert.
=== Lagebeurteilung ===
=== Gefahren erkennen ===
=== Zugang schaffen ===
=== Haustiere ===
=== Schaulustige ===
== Einweisen weiterer Einsatzkräfte ==
Sichtbar werden: Tageslicht = Arme hoch und wedeln, Warnweste an. Bei Nacht, wenn vorhanden, Taschenlampe schwenken. Das am besten mit klarer Zeichengebung: Eindeutig auf die freigehaltene Fläche zeigen, auf die das Fahrzeug fahren soll.
=== Rettungswagen & Notarzt ===
=== Feuerwehr ===
=== Polizei ===
=== Helikopter ===
=== Handzeichen ===
== Zugang zum Patienten ==
=== Mehrfamilienhäuser ===
==== Türen offen halten ====
==== Lift Reservieren ====
=== Betriebe/Landwirtschaft ===
=== Freies Gelände ===
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2026-08-15T11:01:19Z
Intruder
1513
/* Einsatzkleidung */
1089762
wikitext
text/x-wiki
== Anfahrt ==
First Responder haben keine besonderen Rechte wie z.B. Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht. In der Regel wird ein Parkieren an unüblichen Orten toleriert, resp. allfällige Bussen nach Intervention der kantonalen Stelle erlassen. Um dieses Risiko im Voraus schon zu vermindern empfiehlt es sich, einen Zettel mit dem Hinweis "First Responder im Einsatz" und ggf. Handynummer sichtbar auf das Armaturenbrett zu legen.
=== Parkieren und Warnblinker ===
Das eigene Fahrzeug strategisch parken: Nicht einfach vor dem Einsatzort abstellen. Das eigene Auto dient auch als Wegweiser. Es hat sich etabliert, dass beim Abstellen des Fahrzeuges der Warnblinker eingeschaltet wird um den nachfolgenden Kräften die Orientierung zu erleichtern. Es muss so stehen, dass es den nachfolgenden Rettungsdienst oder der Feuerwehr nicht den Zugang versperrt.
Es ist zu erwarten, dass noch weitere Fahrzeuge zur Hilfeleistung eintreffen.:
* '''Der''' '''Krankenwagen:''' Braucht eine Zufahrt so nah wie möglich an den Patienten resp. den Hauseingang, aber er muss auch wieder wegkommen können (keine Sackgassen blockieren!).
* '''Die Feuerwehr:''' Braucht Zugriff auf Hydranten (Hydranten dürfen nicht zugeparkt werden).
* '''Der Hubretter''' '''oder eine Drehleiter''' brauchen einen massiven Stellplatz. Er benötigt eine ebene, tragfähige Fläche (keine Grünstreifen mit Kanaldeckeln darunter) und vor allem den '''Drehkreis'''. Stützen sind oft bis zu 3,50 Meter lang. Der Bereich rund um den Hubretter (ein Kreis von ca. 10-15 Metern Radius) muss absolut frei von Menschen und Fahrzeugen sein.
* '''Der Notarztwagen:''' Muss nah an den Patienten, aber nicht im Weg der schweren Technik stehen.
* '''Der''' '''Rettungshubschrauber:''' Braucht eine freie, waagerechte Fläche (mindestens 20x20 Meter), idealerweise ohne Laternenmasten oder Stromleitungen im Anflugbereich.
Wenn man Passanten am Einsatzort hat: Diese ggf. anweisen, Fahrzeuge wegzufahren oder diese Passanten dazu zu bewegen, die Flächen freizuhalten und dem Krankenwagen den Weg zu weisen.
=== Einsatzkleidung ===
Die First-Responder-Weste gehört angezogen, so bist du einerseits für die Angehörigen und Anwesenden klar erkennbar, ebenso bist du für nachfolgende Einsatzkräfte sichtbar.
== Ankunft ==
Wer zuerst da ist, bestimmt (bis jemand mit höherer Qualifikation das Kommando übernimmt), wo was passiert.
=== Lagebeurteilung ===
=== Gefahren erkennen ===
=== Zugang schaffen ===
=== Haustiere ===
=== Schaulustige ===
== Einweisen weiterer Einsatzkräfte ==
Sichtbar werden: Tageslicht = Arme hoch und wedeln, Warnweste an. Bei Nacht, wenn vorhanden, Taschenlampe schwenken. Das am besten mit klarer Zeichengebung: Eindeutig auf die freigehaltene Fläche zeigen, auf die das Fahrzeug fahren soll.
=== Rettungswagen & Notarzt ===
=== Feuerwehr ===
=== Polizei ===
=== Helikopter ===
=== Handzeichen ===
== Zugang zum Patienten ==
=== Mehrfamilienhäuser ===
==== Türen offen halten ====
==== Lift Reservieren ====
=== Betriebe/Landwirtschaft ===
=== Freies Gelände ===
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