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DieDatenlaube/Notizen
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2026-05-03T18:44:54Z
Jeb
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Mai
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wikitext
text/x-wiki
'''DatenlaubeJam''', dienstags 2026, meist ab 8:30, BBB: https://bbb.tu-dresden.de/rooms/l3b-ikm-u3c-2rd/join
[[Datei:Wikidata in Museen, Archiven und Bibliotheken.pdf|mini|Wikidata in Museen, Archiven und Bibliotheken]]
== Mai ==
* ''Wenn Kruzianer feiern'', https://www.musik-in-dresden.de/2026/05/03/wenn-kruzianer-feiern/ über Tafellieder
== April ==
[[Datei:Ortskarte des Königreichs Sachson 1-250.000. Auf Veranlassung der königlichen Ministerien sowie des evangelisch-lutherischen Landes-Consistoriums, nach amtlichen Quellen bearbeitet - btv1b53258207z.jpg|mini|Schöne übersichtliche politische Karte des Kgr. Sachsen, gespendet von der Franz. Nationalbibliothek]]
[[Datei:Dresden, Albertinum, Ludwig Richter, im Juni.JPG|mini|1859 in der Kunstakademie ausgestellt]]
;Frühjahrsputz beim Poenicke:
{{Wikisource|Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen}}
<gallery caption="neue Bilder" perrow="5" showfilename>
Posseck Vogtland 2017 xy11.jpg
Rittergut Untermarxgrün, Herrenhaus.jpg
Schloss Heinersgrün (1).jpg
Kirche St. Nikolaus (Rodau).jpg
Herrenhaus des Ritterguts Gutenfürst (2).jpg
</gallery>
; Interessant und hilfreich: https://sachsens-schloesser.de/
; Desiderat mit Hilfe [[w:Staatliche Kunstsammlungen Dresden|SKD-Kunstbibliothek]] erledigt
{{Wikisource|Katalog zu der von der Kön. Sächs. Akademie der bildenden Künste alljährlich veranstalteten Kunst-Ausstellung in Dresden 1859}}
; Neues Projekt
Marie Simon: [[s:Index:Die Krankenpflege 1876.pdf]]
== 31. März ==
[[Datei:Kesselsdorf und Maxen.Seite71.jpg|mini|Kesselsdorf und Maxen, S. 71]]
; Projekte
{{Wikisource|Kunstdenkmäler Amtshauptmannschaft Flöha}}
{{Wikisource|Kesselsdorf und Maxen – Zwei Winterschlachten bei Dresden}}
{{Wikisource|Im Verein (Kunsthütte)}}
{{Wikisource|Tafellied zur Crucianer-Feier am 2. Mai 1891}}
* [[c:Category:Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen (Heft 7, Chemnitz)]]
== 24. März ==
[[File:Die Gartenlaube (1898) b 0196 a 5.jpg|mini|Osterei als Tischkartenhalter, Die Gartenlaube, 1898, S. 196]]
; Zeitgemäßes neues Projekt?
''Ostereier für Buchhändler : mit Salz, Pfeffer, Essig oder Senf zu verspeisen im Jahre 1864'', https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb11267173
<gallery>
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0185_1.jpg|Das „Ritzen“ der Ostereier
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0185_2.jpg|Mährische Ostereier
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0186_1.jpg|Galizische Ostereier
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0186_2.jpg|Bemaltes und beschriebenes Gänseei
Eduard Unger (painter, 1853) eastereggs ChatGPT-Image.png
Die Gartenlaube (1894) b 180 3.jpg|[[s:Ein Gruß vom Osterhasen|Ein Gruß vom Osterhasen, 1894]]
</gallery>
== 17. März ==
Neue Themenseite: [[s:Kunsthütte Chemnitz]]
; Edits
* Deutsche Nationalbibliothek [[d:Q27302]]
* Sammelauftrag [[d:Q2217225]]
* Sondersammelgebiet [[d:Q1746046]]
* élections municipales de 2026 à Paris [[d:Q124423240]]
== 10. März ==
; Save the date
* Tagung „Lebendiges Netzwerk Industriekultur im Ehrenamt“, Tagung mit Markt der Akteure in Dresden, am 28. März 2026: [https://www.saechsischer-heimatschutz.de/files/heimatschutz/pdf/Denkmalnetz%20Sachsen/Lebendiges%20Netzwerk/Tagungsprogramm%20LNIK%2028.03.2026_Stand_15.01.2026.pdf Flyer]
; Lieder
Kunsthütte in [[s:Chemnitz#Kunst]]
{{Wikisource|1. Tafellied zum 20. Stiftungsfeste des Erzgebirgischen Gartenbauvereins}}
{{Wikisource|2. Tafellied zum 20. Stiftungsfeste des Erzgebirgischen Gartenbauvereins}}
{{Wikisource|Erstes Tafellied Erzgebirgischer Gartenbauverein 1884}}
{{Wikisource|Zweites Tafellied Erzgebirgischer Gartenbauverein 1884}}
; Instabil
{{Wikisource|Index:Kesselsdorf und Maxen.pdf}} Nach Leerspeicherung geht’s kurzfristig – Das Problem hat sich leider weiter manifestiert – Problem hat sich in Luft aufgelöst, da auf djvu umgestellt. Nichts zu danken.
{{Wikisource|Index:Kesselsdorf und Maxen.djvu}}
== 3. März ==
; C.
{{Wikisource|Kunsthütte oder Pechhütte|Kunsthütte oder – Pechhütte?}}
{{Wikisource|Die Geschichte von der Kunsthütte}}
{{Wikisource|Die Chemnitzer wollten e Kunstvereinl hamm}}
; Deutsche Digitale B.
Dokumention: [[meta:WikiKult - Offene Kulturdaten/Virtuelle Ausstellungen|Virtuelle Ausstellungen]] der DDB
== 24. Februar ==
[[Datei:Liddy Böttcher.pdf|thumb|Die hochverehrte Mitbegründerin des Gewerbschul-Damenkränzchens ihre aufrichtige Freundin und treue Beratherin Frau Geh. Regierungsrath Liddy Böttcher in Dresden begrüssen in dankbarer Anerkennung ihres verdienstlichen Wirkens hierdurch als ihr Ehrenmitglied die gegenwärtigen Mitglieder dieser Vereinigung. Chemnitz, den 21. Juni 1882.]]
; Dresden: Plauen
* Altarverhüllung und Passionsandachten, https://jakobikirchgemeinde-dresden.de/aktuelles/altarverhuellung-und-passionsandachten
; Kunsthütte Chemnitz
* [[c:Category:Kunsthütte Chemnitz]], Kunstsammlungen Chemnitz: [https://www.kunstsammlungen-chemnitz.de/bibliothek-archiv/ Bibliothek und Archiv]
; Archiverlebnisse
... ''13. Tag der Archive'' am 7./8. März 2026, https://www.staatsarchiv.sachsen.de/tag-der-archive-2026-8099.html
: ''Ordnung muss sein. Extra-Touren mit historischen Tanzkarten – und mit GLAM'', https://osl.hypotheses.org/21052
: ''Unboxing: Tafellieder, Tanzkarten, Bücher, Dachböden'', https://nearby.hypotheses.org/5225
; Datenpflege
* automatische Rückverlinkung zu WD in Echtzeit -> super! siehe: https://personen.niedersaechsische-bibliographie.de/person/1786778084/
== 17. Februar ==
[[Datei:Trostworte DDB.jpg|mini|Konrad Dielitz, DDB: Trostworte]]
; Es wollt' die Kunsthütt' auch einmal auf eine Reise gehen
[[c:Category:Kunsthütte Chemnitz]]
; DDBstudio
Kennt Ihr die [https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen Virtuellen Ausstellungen] der [[c:Category:Deutsche Digitale Bibliothek|Deutschen Digitalen Bibliothek]]?
; Urheber gesucht:
<gallery>
Meyers Universum Band 01 06 7. Auflage.jpg|[[d:Q138292728]] nicht in Marienbad, sondern in Karlsbad
</gallery>
== 10. Februar ==
[[Datei:Bildnisse hervorragender Dresdner (1908) August Tiedge.jpg|mini|hochkant|Christoph August Tiedge]]
; WP-Artikel gesucht
[[d:Q138029143]], Stadtwiki hat vorgelegt: https://www.stadtwikidd.de/wiki/Tiedge-Stiftung
; [[Projekt:Tanzkarten]]
Wie können historische Tanzkarten heute als Lern- und Lehrmittel dienen?
; Volltext bei Wikisource
[[d:Q138038625]] = https://swb.bsz-bw.de/DB=2.304/PPNSET?PPN=1124690913&INDEXSET=21
{{Wikisource|Verzeichniss der von Speck’schen Gemälde-Sammlung, Teil 1 (1827)}}
; "Grüne Liste" für die Recherche von Lehrerbiografien im Königreich Sachsen
{{Wikisource|Sächsischer Gymnasiallehrerverein}}
== 3. Februar ==
[[Datei:Bildnisse hervorragender Dresdner (1908) Ludwig Richter.jpg|mini|hochkant|[[w:Ludwig Richter|Ludwig Richter]] war Lehrer an der Zeichenschule Meißen]]
; Tafellieder Heute
* {{Wikisource|Tafellied Hebammenverein Bautzen|Tafel-Lied zum 25jährigen Stiftungsfest des Hebammenvereins Bautzen und Umg. am 7. Oktober 1926}}
; Universitäts- und Stadtbibliothek Köln über Wikisource
''Schatz an Digitalisaten und Texten wurde an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln in einen lokalen Katalog überführt und so für alle Nutzer - innerhalb und ausserhalb der Universität zu Köln - in einem modernen Recherche-Portal erschlossen.'' https://wikisource.ub.uni-koeln.de/portal/home.html?l=de
; WP-Artikel gesucht
[[d:Q137948126]], Stadtwiki hat vorgelegt: https://www.stadtwikidd.de/wiki/Zeichenschule_Meißen, mehrfach erwähnt in:
{{Wikisource|Lebensläufe Meißner Künstler}}
Mehrfache Erwähnung auch im Stadtwiki Meißen via https://stadtwiki-meissen.de/wiki/Lebensläufe_Meißner_Künstler_(1888). Eine Seite dort wäre relevant.
: ''(...) wenn man einen Artikel zur Zeichenschule Meißen (1743-1893) anlegt, dann muss nach meiner Meinung auch gleichzeitig ein Artikel über die "Kunstschule Meißen" (ab 1906) angelegt werden. (...)'' [https://stadtwiki-meissen.de/wiki/Diskussion:Lebensl%C3%A4ufe_Mei%C3%9Fner_K%C3%BCnstler_(1888) Link]
== 27. Januar ==
; Lesenswert
[[d:Q137877729]]: zentrale Themen: Wahlen in Baltimore am 2. November 1859, Nativisten, Rowdys, Know Nothing Party; dazu der Soundtrack: [https://www.youtube.com/watch?v=_TvDge63Iy8 Baltimore] Man beachte den Text: [[s:Das Washingtondenkmal zu Baltimore in Maryland]]
: jetzt auch auf Archivalia: https://archivalia.hypotheses.org/249945
; Augenweide
[[d:Q137886412]]: [[c:Category:Souvenirs des eaux de Baden-Baden et des environs (ca. 1837)]] Hinweis: Baden-Baden ist Partnerstadt von Freital
; Citizen Science in Dresden
[[w:Wohnungsenquête (Berlin)]]
{{Wikisource|Gesundheit und Städteerweiterung}}
{{Wikisource|Wohnung und Krankheit}}
{{Wikisource|Wohnungsnot in den großen Städten}}
{{Wikisource|Die Wohnungsnoth der ärmeren Klassen}}
{{Wikisource|Wohnungsnoth der Arbeiterinnen}}
; Verein für die Geschichte Leipzigs
{{Wikisource|Leipziger Geschichtsverein}}
; Capital of Culture Content
{{Wikisource|Tafellied im ökonomischen Verein zu Chemnitz}}
== 20. Januar ==
; Rollout
[[d:Q136696936|164. Heft auf WD nun komplett (bis auf bibliographische Einträge in diversen Katalogen)]]
; Thüringer Schulportal
''Tafellieder : Informationen, Digitalisate und Einsatzmöglichkeiten im Bildungsbereich'', https://www.schulportal-thueringen.de/media/detail?tspi=18946, siehe auch [[s:Wikisource:OER]]
; Thüringen dito
{{Commonscat|Hennebergisch-Fränkischer Geschichtsverein}}
== 13. Januar ==
; Neues Projekt
{{Wikisource|Die Sophienkirche in Dresden}}
; Altes Projekt, neuer Band
{{Wikisource|Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band|Meyer’s Universum, 20. Band}}
; Neue Themenseite
{{Wikisource|Hasel}}
; Neue Tafellieder
<gallery>
Tafellied gesucht 1897.jpg|Tafellied gesucht, 1897
Tafellieder Schillerfest 1853.jpg|Aufforderung Tafellieder einzusenden bis 1. November 1853
</gallery>
{{Wikisource|Tafellied beim Stiftungsfeste des Kunst- und Handwerksvereins zu Altenburg}}
{{Wikisource|Tafellied auf Schulze-Delitzsch 1883}}
{{Wikisource|Tafellied von Wilhelm Müller}}
{{Wikisource|Neu-orthographisches Tafellied 1876}}
: {{Wikisource|Parteitag der Deutschen Volkspartei (Der Beobachter, 1895)}}
Neue Themenseite für die OER-Entwicklung
{{Wikisource|Tafellieder}}
== 6. Januar ==
; Meyer’s Universum
{{Wikisource|Das neue Museum in Dresden}}
<gallery>
Meyers Universum Band 19 33.jpg|Gesundes neues Jahr!
</gallery>
; Tafellieder
{{Wikisource|Tafellied des Vereins für Geschichte Dresdens 1894|Tafellied des Vereins für Geschichte Dresdens, 1894}}
{{Wikisource|Alles per Dampf (1863)}}
{{Wikisource|Olympische Grüsse (1899)}}
{{Wikisource|Tafellied Ehemaliger Werkmeisterschüler Chemnitz 1884}}
; Dresden historisch, frisch hochgeladen
[[d:Q137675269]]
<gallery>
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 45.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 46.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 47.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 48.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 49.jpg
</gallery>
; Ratsschulbibliothek Zwickau
: https://www.ratsschulbibliothek.de, Projektidee
{{Wikisource|Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens. Zehntes Heft}}
== Bibliothek ==
=== Leseecke ===
* [[DieDatenlaube/call4edits]]
=== DatenlaubeJam '21, '22, '23, '24, '25 ===
Archive: '''[[DieDatenlaube/Notizen/2021|2021]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2022|2022]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2023|2023]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2024|2024]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2025|2025]]''' siehe auch [[s:Wikisource:Wikisource-Informationsstand_SLUB/Archiv|''Archiv des Wikisource-Informationsstands'' in der SLUB Dresden]]
== Werkzeug==
<gallery>
Logo des Dresdner Geschichtsverein e.V.jpg|Logo des Dresdner Geschichtsverein e.V.
Dresdner Journal 1906 010 Tierschutzverein.jpg|Nachtrag zum 164. Dresdner Heft
Cover of Wikipedia and Academic Libraries (page 1 crop).jpg|[[s:en:Wikipedia and Academic Libraries: A Global Project|Wikipedia and Academic Libraries: A Global Project, 2021]]
Wir bilden aus.jpg|right|mini|Wir bilden aus.
Wikisource-logo-green.svg|Wikisource
</gallery>
=== Fußnoten ===
<references />
[[Kategorie:Bibliothek]]
[[Kategorie:Dresden]]
[[Kategorie:Citizen Science]]
9ff5nrvyo7rdzj8eiaaar0gbtxeij0k
1078703
1078689
2026-05-04T08:03:49Z
A. Wagner
16035
/* Mai */ ergänzt
1078703
wikitext
text/x-wiki
'''DatenlaubeJam''', dienstags 2026, meist ab 8:30, BBB: https://bbb.tu-dresden.de/rooms/l3b-ikm-u3c-2rd/join
[[Datei:Wikidata in Museen, Archiven und Bibliotheken.pdf|mini|Wikidata in Museen, Archiven und Bibliotheken]]
== Mai ==
[[Datei:Goldenes Buch Seite 001 Signatur 05.jpg|mini|Unterschrift Friedrich Ebert]]
* ''Wenn Kruzianer feiern'', https://www.musik-in-dresden.de/2026/05/03/wenn-kruzianer-feiern/ über Tafellieder
; Datenpflege
Das [[s:Goldenes Buch zum 70. Geburtstag August Bebel 1910/Personenregister|Personenregister des Goldenen Buches zum 70. Geburtstag August Bebel 1910]] wurde komplett auf WD umgestellt
== April ==
[[Datei:Ortskarte des Königreichs Sachson 1-250.000. Auf Veranlassung der königlichen Ministerien sowie des evangelisch-lutherischen Landes-Consistoriums, nach amtlichen Quellen bearbeitet - btv1b53258207z.jpg|mini|Schöne übersichtliche politische Karte des Kgr. Sachsen, gespendet von der Franz. Nationalbibliothek]]
[[Datei:Dresden, Albertinum, Ludwig Richter, im Juni.JPG|mini|1859 in der Kunstakademie ausgestellt]]
;Frühjahrsputz beim Poenicke:
{{Wikisource|Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen}}
<gallery caption="neue Bilder" perrow="5" showfilename>
Posseck Vogtland 2017 xy11.jpg
Rittergut Untermarxgrün, Herrenhaus.jpg
Schloss Heinersgrün (1).jpg
Kirche St. Nikolaus (Rodau).jpg
Herrenhaus des Ritterguts Gutenfürst (2).jpg
</gallery>
; Interessant und hilfreich: https://sachsens-schloesser.de/
; Desiderat mit Hilfe [[w:Staatliche Kunstsammlungen Dresden|SKD-Kunstbibliothek]] erledigt
{{Wikisource|Katalog zu der von der Kön. Sächs. Akademie der bildenden Künste alljährlich veranstalteten Kunst-Ausstellung in Dresden 1859}}
; Neues Projekt
Marie Simon: [[s:Index:Die Krankenpflege 1876.pdf]]
== 31. März ==
[[Datei:Kesselsdorf und Maxen.Seite71.jpg|mini|Kesselsdorf und Maxen, S. 71]]
; Projekte
{{Wikisource|Kunstdenkmäler Amtshauptmannschaft Flöha}}
{{Wikisource|Kesselsdorf und Maxen – Zwei Winterschlachten bei Dresden}}
{{Wikisource|Im Verein (Kunsthütte)}}
{{Wikisource|Tafellied zur Crucianer-Feier am 2. Mai 1891}}
* [[c:Category:Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen (Heft 7, Chemnitz)]]
== 24. März ==
[[File:Die Gartenlaube (1898) b 0196 a 5.jpg|mini|Osterei als Tischkartenhalter, Die Gartenlaube, 1898, S. 196]]
; Zeitgemäßes neues Projekt?
''Ostereier für Buchhändler : mit Salz, Pfeffer, Essig oder Senf zu verspeisen im Jahre 1864'', https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb11267173
<gallery>
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0185_1.jpg|Das „Ritzen“ der Ostereier
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0185_2.jpg|Mährische Ostereier
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0186_1.jpg|Galizische Ostereier
Die_Gartenlaube_(1898)_b_0186_2.jpg|Bemaltes und beschriebenes Gänseei
Eduard Unger (painter, 1853) eastereggs ChatGPT-Image.png
Die Gartenlaube (1894) b 180 3.jpg|[[s:Ein Gruß vom Osterhasen|Ein Gruß vom Osterhasen, 1894]]
</gallery>
== 17. März ==
Neue Themenseite: [[s:Kunsthütte Chemnitz]]
; Edits
* Deutsche Nationalbibliothek [[d:Q27302]]
* Sammelauftrag [[d:Q2217225]]
* Sondersammelgebiet [[d:Q1746046]]
* élections municipales de 2026 à Paris [[d:Q124423240]]
== 10. März ==
; Save the date
* Tagung „Lebendiges Netzwerk Industriekultur im Ehrenamt“, Tagung mit Markt der Akteure in Dresden, am 28. März 2026: [https://www.saechsischer-heimatschutz.de/files/heimatschutz/pdf/Denkmalnetz%20Sachsen/Lebendiges%20Netzwerk/Tagungsprogramm%20LNIK%2028.03.2026_Stand_15.01.2026.pdf Flyer]
; Lieder
Kunsthütte in [[s:Chemnitz#Kunst]]
{{Wikisource|1. Tafellied zum 20. Stiftungsfeste des Erzgebirgischen Gartenbauvereins}}
{{Wikisource|2. Tafellied zum 20. Stiftungsfeste des Erzgebirgischen Gartenbauvereins}}
{{Wikisource|Erstes Tafellied Erzgebirgischer Gartenbauverein 1884}}
{{Wikisource|Zweites Tafellied Erzgebirgischer Gartenbauverein 1884}}
; Instabil
{{Wikisource|Index:Kesselsdorf und Maxen.pdf}} Nach Leerspeicherung geht’s kurzfristig – Das Problem hat sich leider weiter manifestiert – Problem hat sich in Luft aufgelöst, da auf djvu umgestellt. Nichts zu danken.
{{Wikisource|Index:Kesselsdorf und Maxen.djvu}}
== 3. März ==
; C.
{{Wikisource|Kunsthütte oder Pechhütte|Kunsthütte oder – Pechhütte?}}
{{Wikisource|Die Geschichte von der Kunsthütte}}
{{Wikisource|Die Chemnitzer wollten e Kunstvereinl hamm}}
; Deutsche Digitale B.
Dokumention: [[meta:WikiKult - Offene Kulturdaten/Virtuelle Ausstellungen|Virtuelle Ausstellungen]] der DDB
== 24. Februar ==
[[Datei:Liddy Böttcher.pdf|thumb|Die hochverehrte Mitbegründerin des Gewerbschul-Damenkränzchens ihre aufrichtige Freundin und treue Beratherin Frau Geh. Regierungsrath Liddy Böttcher in Dresden begrüssen in dankbarer Anerkennung ihres verdienstlichen Wirkens hierdurch als ihr Ehrenmitglied die gegenwärtigen Mitglieder dieser Vereinigung. Chemnitz, den 21. Juni 1882.]]
; Dresden: Plauen
* Altarverhüllung und Passionsandachten, https://jakobikirchgemeinde-dresden.de/aktuelles/altarverhuellung-und-passionsandachten
; Kunsthütte Chemnitz
* [[c:Category:Kunsthütte Chemnitz]], Kunstsammlungen Chemnitz: [https://www.kunstsammlungen-chemnitz.de/bibliothek-archiv/ Bibliothek und Archiv]
; Archiverlebnisse
... ''13. Tag der Archive'' am 7./8. März 2026, https://www.staatsarchiv.sachsen.de/tag-der-archive-2026-8099.html
: ''Ordnung muss sein. Extra-Touren mit historischen Tanzkarten – und mit GLAM'', https://osl.hypotheses.org/21052
: ''Unboxing: Tafellieder, Tanzkarten, Bücher, Dachböden'', https://nearby.hypotheses.org/5225
; Datenpflege
* automatische Rückverlinkung zu WD in Echtzeit -> super! siehe: https://personen.niedersaechsische-bibliographie.de/person/1786778084/
== 17. Februar ==
[[Datei:Trostworte DDB.jpg|mini|Konrad Dielitz, DDB: Trostworte]]
; Es wollt' die Kunsthütt' auch einmal auf eine Reise gehen
[[c:Category:Kunsthütte Chemnitz]]
; DDBstudio
Kennt Ihr die [https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/virtuelle-ausstellungen Virtuellen Ausstellungen] der [[c:Category:Deutsche Digitale Bibliothek|Deutschen Digitalen Bibliothek]]?
; Urheber gesucht:
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Meyers Universum Band 01 06 7. Auflage.jpg|[[d:Q138292728]] nicht in Marienbad, sondern in Karlsbad
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== 10. Februar ==
[[Datei:Bildnisse hervorragender Dresdner (1908) August Tiedge.jpg|mini|hochkant|Christoph August Tiedge]]
; WP-Artikel gesucht
[[d:Q138029143]], Stadtwiki hat vorgelegt: https://www.stadtwikidd.de/wiki/Tiedge-Stiftung
; [[Projekt:Tanzkarten]]
Wie können historische Tanzkarten heute als Lern- und Lehrmittel dienen?
; Volltext bei Wikisource
[[d:Q138038625]] = https://swb.bsz-bw.de/DB=2.304/PPNSET?PPN=1124690913&INDEXSET=21
{{Wikisource|Verzeichniss der von Speck’schen Gemälde-Sammlung, Teil 1 (1827)}}
; "Grüne Liste" für die Recherche von Lehrerbiografien im Königreich Sachsen
{{Wikisource|Sächsischer Gymnasiallehrerverein}}
== 3. Februar ==
[[Datei:Bildnisse hervorragender Dresdner (1908) Ludwig Richter.jpg|mini|hochkant|[[w:Ludwig Richter|Ludwig Richter]] war Lehrer an der Zeichenschule Meißen]]
; Tafellieder Heute
* {{Wikisource|Tafellied Hebammenverein Bautzen|Tafel-Lied zum 25jährigen Stiftungsfest des Hebammenvereins Bautzen und Umg. am 7. Oktober 1926}}
; Universitäts- und Stadtbibliothek Köln über Wikisource
''Schatz an Digitalisaten und Texten wurde an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln in einen lokalen Katalog überführt und so für alle Nutzer - innerhalb und ausserhalb der Universität zu Köln - in einem modernen Recherche-Portal erschlossen.'' https://wikisource.ub.uni-koeln.de/portal/home.html?l=de
; WP-Artikel gesucht
[[d:Q137948126]], Stadtwiki hat vorgelegt: https://www.stadtwikidd.de/wiki/Zeichenschule_Meißen, mehrfach erwähnt in:
{{Wikisource|Lebensläufe Meißner Künstler}}
Mehrfache Erwähnung auch im Stadtwiki Meißen via https://stadtwiki-meissen.de/wiki/Lebensläufe_Meißner_Künstler_(1888). Eine Seite dort wäre relevant.
: ''(...) wenn man einen Artikel zur Zeichenschule Meißen (1743-1893) anlegt, dann muss nach meiner Meinung auch gleichzeitig ein Artikel über die "Kunstschule Meißen" (ab 1906) angelegt werden. (...)'' [https://stadtwiki-meissen.de/wiki/Diskussion:Lebensl%C3%A4ufe_Mei%C3%9Fner_K%C3%BCnstler_(1888) Link]
== 27. Januar ==
; Lesenswert
[[d:Q137877729]]: zentrale Themen: Wahlen in Baltimore am 2. November 1859, Nativisten, Rowdys, Know Nothing Party; dazu der Soundtrack: [https://www.youtube.com/watch?v=_TvDge63Iy8 Baltimore] Man beachte den Text: [[s:Das Washingtondenkmal zu Baltimore in Maryland]]
: jetzt auch auf Archivalia: https://archivalia.hypotheses.org/249945
; Augenweide
[[d:Q137886412]]: [[c:Category:Souvenirs des eaux de Baden-Baden et des environs (ca. 1837)]] Hinweis: Baden-Baden ist Partnerstadt von Freital
; Citizen Science in Dresden
[[w:Wohnungsenquête (Berlin)]]
{{Wikisource|Gesundheit und Städteerweiterung}}
{{Wikisource|Wohnung und Krankheit}}
{{Wikisource|Wohnungsnot in den großen Städten}}
{{Wikisource|Die Wohnungsnoth der ärmeren Klassen}}
{{Wikisource|Wohnungsnoth der Arbeiterinnen}}
; Verein für die Geschichte Leipzigs
{{Wikisource|Leipziger Geschichtsverein}}
; Capital of Culture Content
{{Wikisource|Tafellied im ökonomischen Verein zu Chemnitz}}
== 20. Januar ==
; Rollout
[[d:Q136696936|164. Heft auf WD nun komplett (bis auf bibliographische Einträge in diversen Katalogen)]]
; Thüringer Schulportal
''Tafellieder : Informationen, Digitalisate und Einsatzmöglichkeiten im Bildungsbereich'', https://www.schulportal-thueringen.de/media/detail?tspi=18946, siehe auch [[s:Wikisource:OER]]
; Thüringen dito
{{Commonscat|Hennebergisch-Fränkischer Geschichtsverein}}
== 13. Januar ==
; Neues Projekt
{{Wikisource|Die Sophienkirche in Dresden}}
; Altes Projekt, neuer Band
{{Wikisource|Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band|Meyer’s Universum, 20. Band}}
; Neue Themenseite
{{Wikisource|Hasel}}
; Neue Tafellieder
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Tafellied gesucht 1897.jpg|Tafellied gesucht, 1897
Tafellieder Schillerfest 1853.jpg|Aufforderung Tafellieder einzusenden bis 1. November 1853
</gallery>
{{Wikisource|Tafellied beim Stiftungsfeste des Kunst- und Handwerksvereins zu Altenburg}}
{{Wikisource|Tafellied auf Schulze-Delitzsch 1883}}
{{Wikisource|Tafellied von Wilhelm Müller}}
{{Wikisource|Neu-orthographisches Tafellied 1876}}
: {{Wikisource|Parteitag der Deutschen Volkspartei (Der Beobachter, 1895)}}
Neue Themenseite für die OER-Entwicklung
{{Wikisource|Tafellieder}}
== 6. Januar ==
; Meyer’s Universum
{{Wikisource|Das neue Museum in Dresden}}
<gallery>
Meyers Universum Band 19 33.jpg|Gesundes neues Jahr!
</gallery>
; Tafellieder
{{Wikisource|Tafellied des Vereins für Geschichte Dresdens 1894|Tafellied des Vereins für Geschichte Dresdens, 1894}}
{{Wikisource|Alles per Dampf (1863)}}
{{Wikisource|Olympische Grüsse (1899)}}
{{Wikisource|Tafellied Ehemaliger Werkmeisterschüler Chemnitz 1884}}
; Dresden historisch, frisch hochgeladen
[[d:Q137675269]]
<gallery>
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 45.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 46.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 47.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 48.jpg
S. Prout Sketches in Flanders and Germany 1833 49.jpg
</gallery>
; Ratsschulbibliothek Zwickau
: https://www.ratsschulbibliothek.de, Projektidee
{{Wikisource|Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens. Zehntes Heft}}
== Bibliothek ==
=== Leseecke ===
* [[DieDatenlaube/call4edits]]
=== DatenlaubeJam '21, '22, '23, '24, '25 ===
Archive: '''[[DieDatenlaube/Notizen/2021|2021]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2022|2022]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2023|2023]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2024|2024]]''', '''[[DieDatenlaube/Notizen/2025|2025]]''' siehe auch [[s:Wikisource:Wikisource-Informationsstand_SLUB/Archiv|''Archiv des Wikisource-Informationsstands'' in der SLUB Dresden]]
== Werkzeug==
<gallery>
Logo des Dresdner Geschichtsverein e.V.jpg|Logo des Dresdner Geschichtsverein e.V.
Dresdner Journal 1906 010 Tierschutzverein.jpg|Nachtrag zum 164. Dresdner Heft
Cover of Wikipedia and Academic Libraries (page 1 crop).jpg|[[s:en:Wikipedia and Academic Libraries: A Global Project|Wikipedia and Academic Libraries: A Global Project, 2021]]
Wir bilden aus.jpg|right|mini|Wir bilden aus.
Wikisource-logo-green.svg|Wikisource
</gallery>
=== Fußnoten ===
<references />
[[Kategorie:Bibliothek]]
[[Kategorie:Dresden]]
[[Kategorie:Citizen Science]]
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Kurs:Diskrete Mathematik (Osnabrück 2026)/Verbände/Produkt/Aufgabe/Aufgabereferenznummer
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Anamneseberichte/Beispielformulierungen
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C.Koltzenburg
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/* Aktuelle Anamnese (in ganzen Sätzen) */
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text/x-wiki
Siehe auch [[FSP-Material|TOC]] -- [[Patientenvorstellungen/Beispielformulierungen_1._Satz|6 Modelle für den 1. Satz einer Patientenvorstellung]]
= Berichtsstruktur mit Beispielformulierungen =
== nur Stichworte (Blatt 1) ==
[VN NN] <br />
Sina Gowitz <br />
[A + GD] <br />
22 J., 18.04.2002 <br />
[Gewicht] <br />
80 kg <br />
[Größe] <br />
184 cm <br />
[DE ist ein "Kommaland", also: 1,84 m (Dezimaltrennzeichen)]
[All/Unv] <br />
Amoxicillin - Dyspnoe <br />
Apfel, Kiwi, Ananas - Pruritus, Hauterythem
[Noxen] <br />
Nikotin: <br />
Nichtraucherin
C2: <br />
| trinke 1 Bier geleg., alle 3 Wochen im Sommer, alle 6 Wochen im Winter <br />
| trinke 2-3 Fl. Bier alle 3-6 Wochen, teils alkoholfrei(es Bier) <br />
[+ Verb im Konjunktiv I, denn zu Alkoholsucht gehört, dass die Menge geleugnet wird, also sind Sie anamnestisch bei diesen Angaben vorsichtig, also auch bei Stichworten mit Konjunktiv I]
Drogenkonsum: <br />
| wurde verneint [Passiv] <br />
| habe vor 1 Jahr einmal Cannabis probiert <br />
[+ Verb im Konjunktiv I]
[SozA] <br />
Physikstudentin, wohnt in einer Wohngemeinschaft/ WG <br />
[FA] <br />
Mutter: Herzinsuffizienz <br />
Vater: M. Bechterew, Pyelonephritis (?) <br />
Bruder: Pyelonephritis (?) <br />
<-- Ende des Abschnitts im Stichwortstil <br />
ab hier -->
== Aktuelle Anamnese (in ganzen Sätzen) ==
'''''C. ist am besten, weil es am schnellsten geht (wenn man die Syntax verstanden hat).'''''
=== 1. Satz (oder 1-3 Sätze) ===
==== A. [Beginn: Variante 1 (mit + Dativ)] ====
[in 3 Sätzen]
Die Patientin stellte sich mit akuten, progredienten, dumpfen Unterbauchschmerzen rechts vor, die gestern Abend plötzlich aufgetreten seien. Ursprünglich waren die Schmerzen im Epigastrium lokalisiert, aber innerhalb von 2 Stunden seien sie in den rechten Unterbauch gewandert. Die Patientin gab die Schmerzen mit 7 von 10 NRS an.
==== B. [1. Satz: Variante 2 (wegen + Dativ)] ====
[im Relativsatz mit Konjunktiv I]
Frau Gowitz kam heute zu uns wegen seit dem Vorabend bestehenden, akuten, progredienten, dumpfen Unterbauchschmerzen rechts (NRS 7-8/10), die zuerst um den Nabel herum gewesen seien.
==== C. [1. Satz: Variante 3 (aufgrund + Genitiv)] ====
[mit verkürztem Relativsatz und mehr FS]
Die Patientin stellte sich heute bei uns vor aufgrund seit dem Vorabend bestehender, akuter, progredienter, dumpfer Unterbauchschmerzen rechts (NRS 7-8/10), aus der Regio umbilicalis in die Regio inguinalis dextra gewandert.
=== darauffolgende Abschnitte ===
[BS] <br />
| Begleitend fand/en sich: [+ Nominativ] <br />
| Begleitend nannte sie: [+ Akkusativ] <br />
| Begleitend besteht: [+ Nominativ] <br />
| Die Patientin gab an, Fieber zu haben (bis 39,0 °C, axillar gemessen). Außerdem klagte sie über Nausea. <br />
| Die Frage nach ... wurde verneint. [wiss. Sing., auch mehrere Fragen werden hier als Paket gesehen] <br />
[VA] <br />
| In der VA bestehen ... <br />
| In der vegetativen Anamnese nannte sie/ er: ... <br />
| In der vegetativen Anamnese zeigten sich Insomnie sowie Inappetenz. Die sonstige vegetative Anamnese ist/ war unauffällig. <br />
| Die vegetative Anamnese ist unauffällig bis auf Insomnie und Inappetenz. <br />
[VE/VO] <br />
| An Vorerkrankungen und Operationen sind folgende zu nennen: <br />
| Bei der Patientin sind folgende Vorerkrankungen bekannt: <br />
(| In der Vorgeschichte der Patientin finden sich:) <br />
| In der Vorgeschichte der Patientin fanden sich: <br />
Asthma bronchiale seit der Kindheit, Colon irritable seit 2 Jahren.
| Keine Operationen sind bekannt. <br />
| Z.n Tibiafraktur 2021, Z.n Tonsillektomie mit 10 Jahren. <br />
| Bei der Patientin sind folgende Operationen durchgeführt worden: ..., ..., ... <br />
| Sie hat sich mit 10 Jahren einer Tonsillektomie '''unter'''zogen. <br />
| Sie hat sich 2021 eine Tibiafraktur '''zu'''gezogen, die operativ behandelt worden ist (Osteosynthese). <br />
[Med] <br />
| Die Anamnese der Medikation ergab: <br />
| Die Medikation besteht aus <br />
Atrovent, Duspatolin bB, Paracetamol vor 2 Wochen während 3 Tagen.
[RA] <br />
| Eine Reise nach Südafrika bis vor einer Woche ist bekannt.
| In der Reiseanamnese ist ein Aufenthalt in Südafrika bis vor einer Woche bekannt.
| Ein Aufenthalt in Südafrika bis vor einer Woche ist bekannt.
[VD] <br />
| Meine VD lautet: akute Appendizitis. <br />
| Die anamnestischen Angaben deuten am ehesten auf eine akute Appendizitis hin. <br />
| Aufgrund der anamnestischen Angaben gehe ich von einem Verdacht auf [Artikel][VD] aus. <br />
[DD] <br />
| An Differenzialdiagnosen kommen die folgenden in Betracht: <br />
| Differenzialdiagnostisch kommen in Betracht: <br />
Nephrolithiasis, Adnexitis, Eileiterschwangerschaft
[M / diagnostische Maßnahmen] <br />
| Zur weiteren Abklärung werden empfohlen: <br />
| Zur weiteren Abklärung wäre Folgendes anzuraten: <br />
| An weiteren Maßnahmen empfehle ich: <br />
körperliche Untersuchung, Labor: großes, kleines Blutbild, Entzündungsparameter (CRP, BSG, Procalcitonin), Leber- und Nierenparameter, Elektrolyte, Abdomensonographie.
[Th] <br />
| Therapeutisch empfehle ich: <br />
| Als Therapie empfehle ich bei Bestätigung der VD: <br />
| An therapeutischen Maßnahmen würde ich empfehlen: <br />
| Sollte sich die Verdachtsdiagnose bestätigen, schlage ich folgende Therapie vor: <br />
laparoskopische Appendektomie, Antibiotikatherapie, Flüssigkeitszufuhr.
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C.Koltzenburg
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/* Aktuelle Anamnese (in ganzen Sätzen) */
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Siehe auch [[FSP-Material|TOC]] -- [[Patientenvorstellungen/Beispielformulierungen_1._Satz|6 Modelle für den 1. Satz einer Patientenvorstellung]]
= Berichtsstruktur mit Beispielformulierungen =
== nur Stichworte (Blatt 1) ==
[VN NN] <br />
Sina Gowitz <br />
[A + GD] <br />
22 J., 18.04.2002 <br />
[Gewicht] <br />
80 kg <br />
[Größe] <br />
184 cm <br />
[DE ist ein "Kommaland", also: 1,84 m (Dezimaltrennzeichen)]
[All/Unv] <br />
Amoxicillin - Dyspnoe <br />
Apfel, Kiwi, Ananas - Pruritus, Hauterythem
[Noxen] <br />
Nikotin: <br />
Nichtraucherin
C2: <br />
| trinke 1 Bier geleg., alle 3 Wochen im Sommer, alle 6 Wochen im Winter <br />
| trinke 2-3 Fl. Bier alle 3-6 Wochen, teils alkoholfrei(es Bier) <br />
[+ Verb im Konjunktiv I, denn zu Alkoholsucht gehört, dass die Menge geleugnet wird, also sind Sie anamnestisch bei diesen Angaben vorsichtig, also auch bei Stichworten mit Konjunktiv I]
Drogenkonsum: <br />
| wurde verneint [Passiv] <br />
| habe vor 1 Jahr einmal Cannabis probiert <br />
[+ Verb im Konjunktiv I]
[SozA] <br />
Physikstudentin, wohnt in einer Wohngemeinschaft/ WG <br />
[FA] <br />
Mutter: Herzinsuffizienz <br />
Vater: M. Bechterew, Pyelonephritis (?) <br />
Bruder: Pyelonephritis (?) <br />
<-- Ende des Abschnitts im Stichwortstil <br />
ab hier -->
== Aktuelle Anamnese (in ganzen Sätzen) ==
'''''C. ist am besten, weil es am schnellsten geht (wenn man die Syntax verstanden hat).'''''
=== 1. Satz (oder 1-3 Sätze) ===
==== A. [Beginn: Variante 1 (mit + Dativ)] ====
[in 3 Sätzen]
Die Patientin stellte sich mit akuten, progredienten, dumpfen Unterbauchschmerzen rechts vor, die gestern Abend plötzlich aufgetreten seien. Ursprünglich waren die Schmerzen im Epigastrium lokalisiert, aber innerhalb von 2 Stunden seien sie in den rechten Unterbauch gewandert. Die Patientin gab die Schmerzen mit 7 von 10 NRS an.
==== B. [1. Satz: Variante 2 (wegen + Dativ)] ====
[im Relativsatz mit Konjunktiv I]
Frau Gowitz kam heute zu uns wegen seit dem Vorabend bestehenden, akuten, progredienten, dumpfen Unterbauchschmerzen rechts (NRS 7-8/10), die zuerst um den Nabel herum gewesen seien.
==== C. [1. Satz: Variante 3 (aufgrund + Genitiv)] ====
[mit verkürztem Relativsatz und mehr FS]
Die Patientin stellte sich heute bei uns vor aufgrund seit dem Vorabend bestehender, akuter, progredienter, dumpfer Unterbauchschmerzen rechts (NRS 7-8/10), aus der Regio umbilicalis in die Regio inguinalis dextra gewandert.
=== darauffolgende Abschnitte ===
[BS] <br />
| Begleitend fand/en sich: [+ Nominativ] <br />
| Begleitend nannte sie: [+ Akkusativ] <br />
| Begleitend besteht: [+ Nominativ] <br />
| Die Patientin gab an, Fieber zu haben (bis 39,0 °C, axillar gemessen). Außerdem klagte sie über Nausea. <br />
| Die Frage nach ... wurde verneint. [wiss. Sing., auch mehrere Fragen werden hier als Paket gesehen] <br />
[VA] <br />
| In der VA bestehen ... <br />
| In der vegetativen Anamnese nannte sie/ er: ... <br />
| In der vegetativen Anamnese zeigten sich Insomnie sowie Inappetenz. Die sonstige vegetative Anamnese ist/ war unauffällig. <br />
| Die vegetative Anamnese ist unauffällig bis auf Insomnie und Inappetenz. <br />
[VE/VO] <br />
| An Vorerkrankungen und Operationen sind folgende zu nennen: <br />
| Bei der Patientin sind folgende Vorerkrankungen bekannt: <br />
(| In der Vorgeschichte der Patientin finden sich:) <br />
| In der Vorgeschichte der Patientin fanden sich: <br />
Asthma bronchiale seit der Kindheit, Colon irritable seit 2 Jahren.
| Keine Operationen sind bekannt. <br />
| Z.n Tibiafraktur 2021, Z.n Tonsillektomie mit 10 Jahren. <br />
| Bei der Patientin sind folgende Operationen durchgeführt worden: ..., ..., ... <br />
| Sie hat sich mit 10 Jahren einer Tonsillektomie '''unter'''zogen. <br />
| Sie hat sich 2021 eine Tibiafraktur '''zu'''gezogen, die operativ behandelt worden ist (Osteosynthese). <br />
[Med] <br />
| Die Anamnese der Medikation ergab: <br />
| Die Medikation besteht aus <br />
Atrovent, Duspatolin bB, Paracetamol vor 2 Wochen während 3 Tagen.
[RA] <br />
| Eine Reise nach Südafrika bis vor einer Woche ist bekannt. <br />
| In der Reiseanamnese ist ein Aufenthalt in Südafrika bis vor einer Woche bekannt. <br />
| Ein Aufenthalt in Südafrika bis vor einer Woche ist bekannt. <br />
| Er sei vor einer Woche aus Südafrika zurückgekommen. <br />
[VD] <br />
| Meine VD lautet: akute Appendizitis. <br />
| Die anamnestischen Angaben deuten am ehesten auf eine akute Appendizitis hin. <br />
| Aufgrund der anamnestischen Angaben gehe ich von einem Verdacht auf [Artikel][VD] aus. <br />
[DD] <br />
| An Differenzialdiagnosen kommen die folgenden in Betracht: <br />
| Differenzialdiagnostisch kommen in Betracht: <br />
Nephrolithiasis, Adnexitis, Eileiterschwangerschaft
[M / diagnostische Maßnahmen] <br />
| Zur weiteren Abklärung werden empfohlen: <br />
| Zur weiteren Abklärung wäre Folgendes anzuraten: <br />
| An weiteren Maßnahmen empfehle ich: <br />
körperliche Untersuchung, Labor: großes, kleines Blutbild, Entzündungsparameter (CRP, BSG, Procalcitonin), Leber- und Nierenparameter, Elektrolyte, Abdomensonographie.
[Th] <br />
| Therapeutisch empfehle ich: <br />
| Als Therapie empfehle ich bei Bestätigung der VD: <br />
| An therapeutischen Maßnahmen würde ich empfehlen: <br />
| Sollte sich die Verdachtsdiagnose bestätigen, schlage ich folgende Therapie vor: <br />
laparoskopische Appendektomie, Antibiotikatherapie, Flüssigkeitszufuhr.
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Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Kreisscheiben
106
170179
1078685
1078684
2026-05-03T16:19:38Z
Bert Niehaus
20843
/* Definition - Standardflächenintegral über Kreisscheibe */
1078685
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Standardflächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>.
== Flächenintegral über Standardkreisscheibe ==
Mit der [[Definition Flächenintegral|Definition des Flächenintegrals]] erhält man für <math>f:G\to \mathbb{C}</math> [[holomorphe Funktion|holomorph]] und <math>G</math> [[einfach zusammenhängend]] mit <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math>. In der folgenden Darstellung ist <math>F: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math> eine lokale Stammfunktion und <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math> eine [[Stammfunktionen höherer Ordnung|lokale Flächenstammfunktion]] von <math>f</math>.
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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=== Wiki2Reveal ===
Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
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[[Category:Wiki2Reveal]]
h3wd78fflcich68d1bp0u2l2ztl8lp2
1078687
1078685
2026-05-03T16:45:07Z
Bert Niehaus
20843
/* Definition - Standardflächenintegral über Kreisscheibe */
1078687
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Standardflächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Flächenintegral über Standardkreisscheibe ==
Mit der [[Definition Flächenintegral|Definition des Flächenintegrals]] erhält man für <math>f:G\to \mathbb{C}</math> [[holomorphe Funktion|holomorph]] und <math>G</math> [[einfach zusammenhängend]] mit <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math>. In der folgenden Darstellung ist <math>F: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math> eine lokale Stammfunktion und <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math> eine [[Stammfunktionen höherer Ordnung|lokale Flächenstammfunktion]] von <math>f</math>.
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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[[Category:Wiki2Reveal]]
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1078688
1078687
2026-05-03T16:48:18Z
Bert Niehaus
20843
/* Flächenintegral über Standardkreisscheibe */
1078688
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Standardflächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
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1078690
1078688
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Bert Niehaus
20843
/* Definition - Standardflächenintegral über Kreisscheibe */
1078690
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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1078691
1078690
2026-05-04T04:51:35Z
Bert Niehaus
20843
/* Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe */
1078691
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
Diese Lernresource können Sie als '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Foliensatz]''' darstellen.
=== Wiki2Reveal ===
Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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Bert Niehaus
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/* Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität */
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wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
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== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
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=== Wiki2Reveal ===
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* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
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[[Category:Wiki2Reveal]]
i9i1md6pu39v42l426le4t3olcu858v
1078698
1078697
2026-05-04T07:01:20Z
Bert Niehaus
20843
/* Veranschaulichung - Rechteckapproximation */
1078698
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
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-->
* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
<!-- * Nächster Inhalt des Kurses ist [[]] -->;
[[Category:Wiki2Reveal]]
41bb756c2np8edx26547gm1li7k2h8o
1078699
1078698
2026-05-04T07:06:01Z
Bert Niehaus
20843
/* Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität */
1078699
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe - Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen. Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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-->
* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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[[Category:Wiki2Reveal]]
nevov0r5k8bdo53wudp9cp9a97p2whx
1078700
1078699
2026-05-04T07:54:31Z
Bert Niehaus
20843
/* Aufgabe - Randwege */
1078700
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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=== Wiki2Reveal ===
Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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-->
* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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[[Category:Wiki2Reveal]]
c99dhmv0ttnler93kw620zsyb6d3gha
1078701
1078700
2026-05-04T08:01:51Z
Bert Niehaus
20843
/* Aufgabe 1 - alternierende Randwege */
1078701
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen Flächenintegral weitere Dreiecksflächen, um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
Diese Lernresource können Sie als '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Foliensatz]''' darstellen.
=== Wiki2Reveal ===
Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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-->
* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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[[Category:Wiki2Reveal]]
1skfqzzp10435bj1gelvzju5bf1ntc5
1078702
1078701
2026-05-04T08:02:26Z
Bert Niehaus
20843
/* Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung */
1078702
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßige <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das in den Kreisrand eingeschrieben wurde als alternierender Randweg über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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[[Category:Wiki2Reveal]]
lxlg0ni3ofvkux4ewqacihwq0d6bxuy
1078704
1078702
2026-05-04T08:06:12Z
Bert Niehaus
20843
/* Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke */
1078704
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßiges <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als [[alternierender Randweg|alternierender Randweg]] über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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[[Category:Wiki2Reveal]]
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1078705
1078704
2026-05-04T08:13:55Z
Bert Niehaus
20843
/* Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke */
1078705
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßiges <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als [[alternierender Randweg|alternierender Randweg]] über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Beweisidee ===
Für <math>n=0</math> erhält man ein Rechteck mit 4 Ecken, wobei die Ecken <math>z_1,z_2,z_3,z_4</math> gegen den Uhrzeigersinn (positive Orientierung) bezeichnet wurden. Dann zerlegt man mit jedem Iterationsschritt von <math>n</math> auf <math>n+1</math> mit zwei weiteren Punkten auf dem Rand ein <math>m</math>-Eck in ein <math>3\cdot m</math>-Eck (also für <math>n=1</math> in eine 12-Eck. Die Ergänzung von zwei Punkten pro Seite ist notwendig, damit die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> von <math>f</math> in den bereits existierenden Eckpunkten im Dreieck erhalten bleiben. Dies ist bei der Verfeinerung von einem <math>m</math>-Eck in ein <math>2m</math>-Eck nicht möglich.
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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1078706
1078705
2026-05-04T08:23:50Z
Bert Niehaus
20843
/* Beweisidee */
1078706
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßiges <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als [[alternierender Randweg|alternierender Randweg]] über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Beweisidee ===
Für <math>n=0</math> erhält man ein Rechteck mit 4 Ecken, wobei die Ecken <math>z_1,z_2,z_3,z_4</math> gegen den Uhrzeigersinn (positive Orientierung) bezeichnet wurden. Dann zerlegt man mit jedem Iterationsschritt von <math>n</math> auf <math>n+1</math> mit zwei weiteren Punkten auf dem Rand ein <math>m</math>-Eck in ein <math>3\cdot m</math>-Eck (also für <math>n=1</math> in eine 12-Eck). Die Ergänzung von zwei Punkten pro Seite ist notwendig, damit die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> von <math>f</math> in den bereits existierenden Eckpunkten im Dreieck erhalten bleiben. Dies ist bei der Verfeinerung von einem <math>m</math>-Eck in ein <math>2m</math>-Eck nicht möglich.
==== Anzahl der Ecken ====
Um die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> in den Ecken zu erhalten, entsteht die zunächst ungewöhnlich wirkende Eckenzahl <math>m=4\cdot 3^n</math> pro Verfeinung von <math>m</math>-Eck zum <math>3m</math>-Eck der Verfeinerung, da pro Seite immer 2 weitere Eckpunkte ergänzt werden.
== Siehe auch ==
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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Dieser '''[https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/wiki2reveal.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal Foliensatz]''' wurde für den Lerneinheit '''[https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie Kurs:Funktionentheorie]'''' erstellt der Link für die [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal-Folien]] wurde mit dem [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/ Wiki2Reveal-Linkgenerator] erstellt.
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* [https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben Die Seite] wurde als Dokumententyp [https://de.wikiversity.org/wiki/PanDocElectron-Presentation PanDocElectron-SLIDE] erstellt.
* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
* siehe auch weitere Informationen zu [[v:en:Wiki2Reveal|Wiki2Reveal]] und unter [https://niebert.github.io/Wiki2Reveal/index.html?domain=wikiversity&title=Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&author=Kurs:Funktionentheorie&language=de&audioslide=yes&shorttitle=Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben&coursetitle=Kurs:Funktionentheorie Wiki2Reveal-Linkgenerator].
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Bert Niehaus
20843
/* Siehe auch */
1078707
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie, welchen Wegintegrale bei der Beschreibung des orientierten F
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßiges <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als [[alternierender Randweg|alternierender Randweg]] über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Beweisidee ===
Für <math>n=0</math> erhält man ein Rechteck mit 4 Ecken, wobei die Ecken <math>z_1,z_2,z_3,z_4</math> gegen den Uhrzeigersinn (positive Orientierung) bezeichnet wurden. Dann zerlegt man mit jedem Iterationsschritt von <math>n</math> auf <math>n+1</math> mit zwei weiteren Punkten auf dem Rand ein <math>m</math>-Eck in ein <math>3\cdot m</math>-Eck (also für <math>n=1</math> in eine 12-Eck). Die Ergänzung von zwei Punkten pro Seite ist notwendig, damit die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> von <math>f</math> in den bereits existierenden Eckpunkten im Dreieck erhalten bleiben. Dies ist bei der Verfeinerung von einem <math>m</math>-Eck in ein <math>2m</math>-Eck nicht möglich.
==== Anzahl der Ecken ====
Um die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> in den Ecken zu erhalten, entsteht die zunächst ungewöhnlich wirkende Eckenzahl <math>m=4\cdot 3^n</math> pro Verfeinung von <math>m</math>-Eck zum <math>3m</math>-Eck der Verfeinerung, da pro Seite immer 2 weitere Eckpunkte ergänzt werden.
== Siehe auch ==
* [[Approximationssatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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* Link zur Quelle in Wikiversity: https://de.wikiversity.org/wiki/Kurs:Funktionentheorie/Fl%C3%A4chenintegrale%20%C3%BCber%20Kreisscheiben
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1078718
1078707
2026-05-04T11:51:13Z
Bert Niehaus
20843
/* Aufgabe 1 - alternierende Randwege */
1078718
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie mit der folgenden Abbildung, warum die [[alternierender Randweg|alternierenden Randwegintegrale]] bei der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] übrig bleiben.
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßiges <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als [[alternierender Randweg|alternierender Randweg]] über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Beweisidee ===
Für <math>n=0</math> erhält man ein Rechteck mit 4 Ecken, wobei die Ecken <math>z_1,z_2,z_3,z_4</math> gegen den Uhrzeigersinn (positive Orientierung) bezeichnet wurden. Dann zerlegt man mit jedem Iterationsschritt von <math>n</math> auf <math>n+1</math> mit zwei weiteren Punkten auf dem Rand ein <math>m</math>-Eck in ein <math>3\cdot m</math>-Eck (also für <math>n=1</math> in eine 12-Eck). Die Ergänzung von zwei Punkten pro Seite ist notwendig, damit die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> von <math>f</math> in den bereits existierenden Eckpunkten im Dreieck erhalten bleiben. Dies ist bei der Verfeinerung von einem <math>m</math>-Eck in ein <math>2m</math>-Eck nicht möglich.
==== Anzahl der Ecken ====
Um die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> in den Ecken zu erhalten, entsteht die zunächst ungewöhnlich wirkende Eckenzahl <math>m=4\cdot 3^n</math> pro Verfeinung von <math>m</math>-Eck zum <math>3m</math>-Eck der Verfeinerung, da pro Seite immer 2 weitere Eckpunkte ergänzt werden.
== Siehe auch ==
* [[Approximationssatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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1078719
1078718
2026-05-04T11:55:27Z
Bert Niehaus
20843
/* Aufgabe 1 - alternierende Randwege */
1078719
wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
[[Wegintegral|Wegintegrale]] über einen Kreisrand wurden bei der [[Cauchy-Integralformel]] verwendet, um eine holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> im Inneren eine Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle <math>z\in D_r(z_0)</math> gilt:
:<math>f(z)=\frac{1}{2\pi\mathrm{i}}\displaystyle \oint_{\partial D_r(z_0)}\frac{f(\zeta)}{\zeta-z}\mathrm{d}\zeta .</math>
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] im Vergleich zu [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil|Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil]] behandelt.
=== Extremalpunkte eines Kreise ===
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremal eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. [[w:de:Satz von Krein-Milman|Extremalpunkte einer Kreisschreibe]] als [[w:de:konvexe Menge|konvexe Menge]] besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im [[Cauchy-Integralsatz]]). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten <math>\gamma_\circ(t_1,t_2)</math> mit <math>(t_1,t_2)\in \big\{ (a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}), (b_{1},b_{2}) \big\}</math> als [[orientierte Fläche]] ab.
=== Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Mit einem Doppelintegral über den Realteil <math>x\in\mathbb{R}</math> und den Imaginärteil <math>y\in\mathbb{R}</math> mit <math>z=x+iy\in\mathbb{C}</math> für die [[holomorphe Funktion]] <math>f= f_1+if_2</math> auf dem Definitionsbereich <math>G\subseteq\mathbb{C}</math> betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von <math>G_{_\mathbb{R}} \subseteq \mathbb{R}^2</math> für <math>f_1</math> und <math>f_2</math> die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in <math>\mathbb{R}^2</math> liefert. Eine [[orientierte Fläche]] berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in <math>\mathbb{C}</math>.
=== Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben ===
Bevor allgemein über [[orientierte Fläche|orientierte Kreisscheiben]] integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das [[Doppelintegral über Real- und Imaginärteil]] für die [[holomorphe Funktion]] <math>f:\mathbb{C}\to \mathbb{C}</math> mit <math>f(z)=z^2</math>. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe <math>\overline{D_r(z_0)}:=\{z\in \mathbb{C}\, \colon \, |z-z_0| \leq r\}</math> mit Mittelpunkt <math>z_0</math> und Radius <math>r_0 > 0</math>. Über die Anwendung der [[Transformationsformel]] wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe <math>z_0= 2+i \not=0</math> und dem Radius <math>r_0 := 3 > 0</math> berechnet.
==== Berechnung des Doppelintegrals ====
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\overline{D_{r_o}(z_o)}}{\quad\iint\quad}
\!\!\!\!\!\!
f(x+iy) \, dx \, dy
\!\!\!\!
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o} f(z_o+r\cdot e^{it} ) \cdot r \, dr \, dt \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!\!\! \int_{0}^{r_o}
\big( z_{o}^2
+ 2\, r\, e^{it}\, z_{o} +
(r\, e^{it} )^2 \big)
\cdot r \,\, dt \, dr \\
& = &
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{1}{2} \, z_0^2 \, r_o^2 \, dt +
\underbrace{
\int_{0}^{2\pi} \!
\tfrac{2}{3} \, r_o^3 \, e^{it} \cdot z_0 +
\tfrac{1}{3} \,r_o^3 \, e^{i2t} \, dt }_{=0} \\
& = &
\displaystyle
\underbrace{z_o^2}_{\in \mathbb{C}} \cdot \underbrace{r_o^2 \cdot \pi}_{\in \mathbb{R}}
= (3+4i)\cdot 9 \pi
= 27\pi + 36\pi \cdot i
\not=0
\end{array}
</math>
==== Transformationsformel ====
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der [[Transformationsformel]] in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt qudratisch vom Radius und vom Mittelpunkt ab.
=== Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege ===
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem [[Wegintegral]] über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten. Das [[Wegintegral]] über den Kreisrand ist nach dem [[Cauchy-Integralsatz]] für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche.
==== Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche ====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_{_D} : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche|Standardkreisscheibe]] mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_{_D} : & [0,r] \times [0,2\pi] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_{_D}(t_1,t_2) = z_0 + t_1 \cdot e^{i\cdot t_2}
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_{_D})(t_1,t_2)=\big( e^{i\cdot t_2} , i\cdot t_1 \cdot e^{i\cdot t_2} \big)</math>.
==== Animation - orientierte Kreisscheibe ====
[[File:Flaechenintegral Orientierung Kreisscheibe v1.gif|380px|center|Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra]]
==== Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{2\pi} \left( \int_{0}^{r} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{r}
\,\,
\bigg]_0^{2\pi}
\\
\end{array}
</math>
==== Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^r
\bigg]_0^{2\pi}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,2\pi)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(r,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,2\pi)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
==== Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion ====
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\int_{0}^{1} \left( \int_{0}^{\pi} f(\gamma_{\circ}(t_1,t_2)) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) \, dt_1 \right) \cdot \tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) \,\,\, dt_2
\\
&=&
\displaystyle
\bigg[
\,\,
\bigg[
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(t_1,t_2)\big)
\bigg]_0^{\pi}
\,\,
\bigg]_0^{1}
\\
\end{array}
</math>
==== Integralgrenzen der orientierte Fläche ====
Setzt man die Integralgrenzen der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\underset{\gamma_{\circ}}{\iint} f(z) \, d^2\!z
&=&
\displaystyle
\bigg[
\bigg[
F(\gamma_{\circ}(t_1,t_2))
\bigg]_0^\pi
\bigg]_0^{1}
\\
&=&
F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,1)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(\pi,0)\big)
- F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,1)\big)
+ F_{_\Box}\big(\gamma_\circ(0,0)\big)
\\
&=&
F_{_\Box}\big(z_0+r)\big)
- F_{_\Box}\big(z_0+r\big)
- F_{_\Box}\big(z_0-r\big)
+ F_{_\Box}\big(z_0-r\big) = 0
\\
\end{array}
</math>
=== Aufgabe für Studierende ===
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe <math>\gamma_\circ</math> als [[orientierte Fläche]]. Wie kann man das obige Doppelintegral als Spezialfall der Flächenintegration über Kreisscheiben auffassen? Stellen Sie diesen Zusammenhang in der Übung vor!
=== Kreisscheibe als orientierte Fläche ===
Behandelt man Kreisscheiben als [[orientierte Fläche]] über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von <math>\gamma_{\circ} : [a_1,b_1]\times [a_2,b_2] \to \mathbb{C}</math> über <math>\gamma_{\circ}</math> und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertung des Flächenintegrals durch ein einzelnes Rechteck in den Integralgrenzen aufheben. Dies wird in den folgenden Berechnungen gezeigt und auch der zugehörige orientierte Flächeninhalt von <math>\gamma_{\circ}</math> durch eine Animation veranschaulicht.
==== Bemerkung zu Übungen ====
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit <math>z_0 + re^{it}</math> als Integrationsweg.
==== Orientierte Fläche als Rechtecktransformation====
Sei <math>r > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math>. Dann definiert <math>\gamma_\circ : \to \mathbb{C}</math> [[orientierte Fläche]] als Rechtecktransformation mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}\subset G</math> über
:<math>
\begin{array}{rrcl}
\gamma_\circ : & [0,\pi] \times [0,1] & \rightarrow & \mathbb{C} \\
& (t_1,t_2) & \mapsto & \gamma_\circ(t_1,t_2) =
z_0 + r
\left(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\right)
\end{array}
</math>
mit dem Gradienten <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-it_1}\, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
==== Bemerkung 1 - Wegdefinition ====
Der orientierte Weg ist eine [[Konvexkombination]] <math>(1-t_2)\cdot \gamma_1 + t_2\cdot \gamma_2</math> von zwei Wegen <math>\gamma_1</math> und <math>\gamma_2</math> auf <math>[0,\pi]</math>:
* Der Weg <math>\gamma_1(t_1) = z_0 + r\cdot e^{i t_1}</math> startet bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''obere Hälfte''' des Kreisrandes von <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_1(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
* Der Weg <math>\gamma_2(t_1) = z_0 + r\cdot e^{-i t_1}</math> startet ebenfalls bei <math>z_0+r</math> und läuft mit <math>t_1\in [0,\pi]</math> über die '''untere Hälfte''' des Kreisrandes <math>\overline{D_r(z_0)}</math> bis <math>z_0-r</math>. <math>\gamma_2(t_1)</math> ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
==== Trigonometrische Funktionen und Gradient ====
Die Berechnung des [[Gradient (Mathematik)|Gradienten]] <math>Grad(\gamma_\circ)</math> liefert zunächst einmal:
:<math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( (1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1} \, , \, e^{-i t_1} - e^{i t_1} \bigg)
</math>
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die [[w:de:Eulersche Formel|Eulersche Formel]] <math>e^{it_1} = \cos(t_1)+ i \sin(t_1)</math>:
* <math>\sin (t_2) = \frac{1}{2\mathrm{i}} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} - \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>-\sin (t_2)= \sin (-t_2)</math>
* <math>\cos(t_2) = \frac{1}{2} \left(\mathrm{e}^{\mathrm{i}t_2} + \mathrm{e}^{-\mathrm{i}t_2} \right)</math> mit <math>\cos (t_2)= \cos (-t_2)</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 1 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2) </math> gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_1}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r\cdot \big(
(1-t_2) e^{i t_1}
+
t_2 e^{-i t_1}
\big)
=
r e^{i t_1} + r\cdot t_2 \cdot (e^{-i t_1} - e^{i t_1})\big)
\\
&=&
r\cdot e^{i t_1} - 2\cdot r\cdot i \cdot \sin(t_1)
= r\cdot \big( e^{i t_1} - 2i \sin(t_1)\big) \\
&=& r\cdot \big( \cos(t_1) - i \sin(t_1) \big) \\
& = & r\cdot \big( \cos(-t_1) + i \sin(-t_1) \big) = re^{-i t_1}
\\
\end{array}
</math>
==== Partielle Ableitungen - Umformungen 2 ====
Für <math>\tfrac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2) </math> erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
:<math>
\begin{array}{rcl}
\displaystyle
\displaystyle
\frac{d\gamma_{\circ}}{dt_2}(t_1,t_2)
&=&
\displaystyle
r \cdot e^{-i t_1} - e^{i t_1}
=
- r\cdot 2i \cdot \sin(t_2)
\\
\end{array}
</math>
Damit ergibt sich obige Gradient <math>Grad(\gamma_\circ)(t_1,t_2)=r \bigg( e^{-i t_1} \, , \, -2i \sin(t_1) \bigg)</math>.
=== Wahl der orientierten Fläche ===
Die obige Darstellung der Dreiecksfläche über eine [[orientierte Fläche]] führt analog zu Wegintegralen dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierten Flächen nur von der Flächenstammfunktion der Bilder von <math>\gamma : [a_1,b_1]\times [a_2,b_3]\to \mathbb{C}</math> abhängt, d.h. das Integral <math>\iint_\gamma f(z) \, d^2\! z </math> hängt nur von <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},a_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(a_{1},b_{2}))</math>, <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},a_{2}))</math> und <math>F_{_\Box}(\gamma(b_{1},b_{2}))</math> auf der konvexen Hülle der Eckpunkte ab.
== Approximation durch Polygone ==
Nach dem [[Lemma für Rechteckintegrale]] kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem [[Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale]] kann das [[orientierte Fläche|orientierte Flächenintegral]] über Polygone auf das [[alternierender Randweg|alternierende Randwegintegral]] über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
=== Approximation durch Rechtecke ===
Nach dem [[Approximationssatz für Dreiecke]] wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
=== Translationsinvarianz nicht gegeben ===
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion <math>f:G\to \mathbb{C}</math> nicht notwendigerweise konstant ist.
== Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>(R_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe <math>D_r(z_0)</math> mit <math>r < r_0</math> überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe <math>\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}</math> ist dann über Summe der Integrale über <math>\gamma_{_{R_n}}</math> als zugehörige [[orientierte Fläche|orientierte Flächen]] defininert:
:<math>
\iint_{\gamma_{_\overline{D_r(z_0)}}}
\!\!\!\!\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z = \sum_{n=1}^{\infty} \iint_{\gamma_{_{R_n}}}
\!\!\!\!
f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Veranschaulichung - Rechteckapproximation ===
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v02.svg|300px|center|Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export]]
=== Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke <math>R_i \cap R_j</math> mit <math>i\not= j</math> Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität|Nullmengen]]-<math>\sigma</math>-[[Nullmengen-Sigma-Additivität|Additivität]] als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der <math>\sigma</math>-[[Wahrscheinlichkeitsraum|Additivität]] erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
=== Aufgabe 1 - alternierende Randwege ===
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]] und das [[Darstellungslemma für Rechteckintergrale]] über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch [[alternierender Randweg]]). Erläutern Sie mit der folgenden Abbildung, warum die [[alternierender Randweg|alternierenden Randwegintegrale]] bei der [[orientierte Fläche|orientierten Fläche]] übrig bleiben.
==== Veranschaulichung - alternierende Randweg ====
Die Abbildung zeigt den alternierenden Randweg zur Berechnung des orientierten Flächenintegrals:
[[File:Flaeche Kreis Rechteck v03.svg|300px|center|alternating line integral for disk approximation - created with Geogebra and exported as SVG]]
=== Aufgabe 2 - Dreiecksflächenergänzung ===
Ergänzen Sie in dem obigen [[Darstellungslemma für Dreiecksintegrale|Flächenintegral weitere Dreiecksflächen]], um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung abgedeckt wurden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Dreiecksflächen annulieren und insgesamt wieder ein [[alternierender Randweg]] entsteht.
== Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke ==
Sei <math>f:G\to \mathbb{C}</math> eine [[holomorphe Funktion]], <math>r_o > 0</math> der Radius des Kreises mit Mittelpunkt <math>z_0\in \mathbb{C}</math> mit <math>D_{r_o}(z_0) \subset G</math>. Dann definiert mit dem Bild <math>\overline{D_r(z_0)}</math> und dem Entwicklungspunkt <math>z_0\in G</math> der Flächenstammfunktion <math>F_{_\Box}: D_{r_o}(z_0) \to \mathbb{C}</math>. Sei <math>V(m)</math> ein regelmäßiges <math>m</math>-Eck mit <math>m:=4\cdot 3^n</math> Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als [[alternierender Randweg|alternierender Randweg]] über <math>V(m)</math>. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
:<math>
\iint_{\overline{D_r(z_0)}} f(z) \, d^2\!z = \lim_{n\to \infty} \iint_{V(4\cdot 3 ^n)} f(z) \, d^2\!z
</math>
=== Beweisidee ===
Für <math>n=0</math> erhält man ein Rechteck mit 4 Ecken, wobei die Ecken <math>z_1,z_2,z_3,z_4</math> gegen den Uhrzeigersinn (positive Orientierung) bezeichnet wurden. Dann zerlegt man mit jedem Iterationsschritt von <math>n</math> auf <math>n+1</math> mit zwei weiteren Punkten auf dem Rand ein <math>m</math>-Eck in ein <math>3\cdot m</math>-Eck (also für <math>n=1</math> in eine 12-Eck). Die Ergänzung von zwei Punkten pro Seite ist notwendig, damit die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> von <math>f</math> in den bereits existierenden Eckpunkten im Dreieck erhalten bleiben. Dies ist bei der Verfeinerung von einem <math>m</math>-Eck in ein <math>2m</math>-Eck nicht möglich.
==== Anzahl der Ecken ====
Um die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen <math>F_{_\Box}</math> in den Ecken zu erhalten, entsteht die zunächst ungewöhnlich wirkende Eckenzahl <math>m=4\cdot 3^n</math> pro Verfeinung von <math>m</math>-Eck zum <math>3m</math>-Eck der Verfeinerung, da pro Seite immer 2 weitere Eckpunkte ergänzt werden.
== Siehe auch ==
* [[Approximationssatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Differentialgeometrie|Differentialgeometrie]]
* [[Dreiecksintegralsatz über Stammfunktionen]]
* [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Rechtecke|Flächenintegrale über Rechtecke]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke|Flächenintegrale über Dreiecke]]
* [[Kurvenintegral]]
* [[orientierte Fläche]]
* [[w:de:Satz von Krein-Milman|Satz von Krein-Milman]]
* [[Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie/Flächenintegrale über Dreiecke#FlächenintegralsatzDreiecke|Flächenintegralsatz für Dreiecke]]
* [[w:de:Riemannsche Fläche|Riemannsche Fläche]]
* [[w:de:Substitutionsregel|Substitutionsregel]]
* [[Transformationsformel]]
== Seiteninformation ==
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Kurs:Stochastik/Nullmenge
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Bert Niehaus
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/* Satz über Nullmengen-Sigma-Additivität */
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wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
Der Begriff der Nullmengen ist ein Begriff der Maßtheorie, bei denen eine Menge <math>N</math> durch ein allgemeines Maß <math>\mu</math> oder ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math>P</math> das Maß <math>\mu(N)=0</math> bzw. <math>P(N)=0</math>. Ob eine Menge <math>N</math> eine Nullmenge ist, ist keine Eigenschaft der Menge, sondern eine Eigenschaft des Maßes. Daher spricht man in der Regel von <math>\mu</math>-Menge bzw. <math>P</math>-Nullmenge.
=== Beispiel ===
Das Ereigns <math>A=\{2,4,6\}</math> ist in jedem stetig Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf den reellen Zahlen eine <math>P</math>-Nullmenge. In dem diskreten [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] des Würfelexperiments <math>P_{_W}</math> ist <math>A</math> als Ereignis ''"gerade Zahl gewürfelt"'' keine <math>P_{_W}</math>-Nullmenge, denn es gilt <math>P_{_W}(A)=\tfrac{1}{2}\not= 0</math>.
== Definition - Nullmenge ==
Sei <math>\mu : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ein Maß auf der <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>. Eine messbare Menge <math>N\in\mathcal{S}</math> heißt Nullmenge bzw. <math>\mu</math>-Nullmenge, wenn <math>\mu(N) = 0</math> gilt.
=== Wahrscheinlichkeitsmaß ===
Ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math> P : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ist eine Spezialfall eines allgemeinen Maßes auf der
<math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>
=== Aufgabe 1 - Nullmengen ===
Zeige Sie, dass die Menge <math>\mathbb{Q}</math> der rationalen Zahlen in jedem stetigen Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf <math>\mathbb{R}</math> eine <math>P</math>-Nullmenge ist. Verwenden Sie dazu die <math>\sigma</math>-Additivität eines [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]].
<span id="SatzSigmaNullmenge"></span>
== Definition - paarweise nullmengendisjunkt ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math>. Endliche oder abzählbare Anzahl von messbaren Mengen <math>A_n \in \mathcal{S}</math> mit <math>n \in I \subseteq \mathbb{N}</math>, heißen ''paarweise nullmengendisjunkt'', wenn <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> gilt.
=== Bemerkung - paarweise disjunkt ===
Paarweise nullmengendisjunkt ist eine schwächere Eigenschaft als paarweise disjunkt, denn sind die <math>A_n</math> paarweise disjunkt gilt <math>P(A_k\cap A_m) = P(\emptyset) = 0</math> für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math>. Die Umkehrung gilt nicht, wenn sich z.B. der Schnitt von zwei Intervallen <math>A_1=[a,b]</math> und <math>A_2=[b,c]</math> mit <math>a < b < c</math> bei einer stetigen Verteilung <math>P</math> untersucht wird, gilt <math>A_1 \cap A_2 =\{b\} \not= \emptyset</math> und <math>P(A_1 \cap A_2) =P(\{b\})=0</math>.
=== Bemerkung - Anwendung bei der Approximation von Maßen ===
Betrachtet man stetige Maße für Flächen auf den komplexen Zahlen kann man das Intergal über eine [[orientierte Fläche|messbare Menge/Fläche]] approximativ durch eingeschriebene Rechtecke beschreiben, wie z.B. über den [[Approximationssatz für Dreiecke]] (siehe auch [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]). Dabei ist der Schnitt über die aufsummierten Rechtecke nicht notwendigerweise paarweise disjunkt, sondern nur paarweise nullmengendisjunkt. Die schwächere Eigenschaft reicht aber aus, um über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität]] additiv die Gesamtfläche zu approximieren, wie der folgenden Satz zeigt.
== Satz über Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> mit <math>A_n \in \mathcal{S}</math> für alle <math>n \in \mathbb{N}</math>, dann gilt die Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität, d.h. <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> so folgt:
:<math>P\left(\bigcup_{n\in \mathbb{N}} A_n \right) = \sum_{n\in \mathbb{N}} P\left( A_n \right)</math>
=== Aufgabe 2 - Nullmengen und Schnitte ===
Beweisen Sie als Vorbereitung für den Satz der Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität in den Übungen die folgende Aussage. Wenn paarweise Schnitte Voraussetzung <math>A_k\cap A_m</math> mit <math>k\not= m</math> Nullmengen sind, so sind auch beliebige Schnitte <math>\bigcap_{i=1}^m A_{m_i}</math> von paarweise verschiedenen <math>A_{m_i}</math> bereits Nullmengen sind. Nutzen Sie dazu die Abschätzung:
:<math>
0 = P(A_{m_1} \cap A_{m_2}) \geq P\left( \bigcap_{i=1}^m A_{m_i} \right) \geq 0
</math>
Führen Sie den Beweis vollständig aus!
== Beweis - Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math> (\Omega, \mathcal{S}) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S}\to [0,1]</math> ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] und seien <math> A_n \in \mathcal{S} </math> Mengen mit <math> P(A_i \cap A_j) = 0 </math> für alle <math> i \ne j </math>.
=== Beweisschritt 1 - Folge aus paarweise disjunkten Mengen ===
Aus der gegebenen Folge <math>(A_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra <math>\mathcal{S} </math> wird eine weitere Folge <math>(B_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra erzeugt, die paarweise disjunkt sind. Dieses Schritt wird verwendet, um die <math>\sigma</math>-Additivität auf <math>P\left(\bigcup_{n=1}^\infty A_{n}\right) = P\left(\bigcup_{n=1}^\infty B_{n}\right)</math> anwenden zu können und die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung berechnen zu können.
=== Beweisschritt 2 - Definition der disjunkten Mengen ===
Die Mengen <math>B_n</math> werden induktiv definiert, indem aus dem gegeben <math>A_{n+1}</math> alle Elemente aus <math>\Omega</math> entfernt werden, die bereits in <math>A_1 , \ldots , A_n</math> berücksichtigt wurden.
:<math>
B_1 = A_1, \quad B_2 = A_2 \setminus A_1, \quad B_3 = A_3 \setminus (A_1 \cup A_2), \quad \dots
</math>
Allgemein gilt für beliebige <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
B_{n+1} := A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k \subseteq A_{n+1}
</math>
=== Beweisschritt 3 - Darstellung der Vereinigung ===
Zunächst einmal kann die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>A_n</math> auch durch die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>B_n</math> dargestellt werden:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty P(B_k)
</math>
Das zweite Gleichheitszeichen gilt über die <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-Additivität]] von <math>P</math>.
=== Beweisschritt 4 - Teilmengenbeziehung und W-Maße ===
Mit Beweisschritt 2 gilt über <math>B_{n}\subseteq A_{n}</math> für alle <math>n\in\mathbb{N}</math> und für beliebige Teilmengenbeziehungen bzgl. des [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]] <math>P</math> auch <math>P(B_{n}) \leq P(A_{n})</math>. Es wird nun gezeigt, dass mit der Nullmengeneigenschaft aus den Voraussetzungen auch <math>P(B_{n}) = P(A_{n})</math>.
Nun wendet man die Nullmengeneigenschaft aus der Voraussetzung an.
=== Beweisschritt 5 - Nullmengeneigenschaft - Mengendarstellung ===
Mit der Rechenregeln für Mengen der Form <math>A\cap (B\cup C) = (A\cap B)\cup (A\cap C)</math> erhält man die Darstellung
:<math>
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k = \bigcup_{k=1}^{n} (A_{n+1} \cap A_k) =: C_{n+1}
</math>
Die Mengen <math> A_{n+1} \cap A_k </math> aus der Vereinigungsmengen auf der rechten Gleichungsseite sind Nullmengen, d.h. <math> P(A_n \cap A_k) = 0 </math> gilt für <math> k \leq n </math>.
=== Beweisschritt 6 - Nullmengeneigenschaft - Abschätzung ===
Da <math> P </math> <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-additiv]] ist, gilt die folgende Abschätzung für die Mengendarstellung aus Beweisschritt 5 mit <math>n+1 \not= k</math> für <math>k\in\{1,\ldots , n\}</math> und <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
\begin{array}{rcl}
P(A_{n+1})
&=&
\displaystyle
P\bigg( \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k }_{=B_{n+1}} \bigg)
\cup \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k}_{=:C_{n+1}}\bigg)
\bigg)
\\
& \leq &
\displaystyle
P( B_{n+1} ) + \sum_{k=1}^{n} \underbrace{P(A_{n+1} \cap A_k)}_{=0}
= P( B_{n+1} )
\\
\end{array}
</math>
Zusammen mit der Ungleichung für Teilmengen aus Beweisschritt 4 gilt <math>P(A_{n+1}) = P(B_{n+1})</math> und wegen <math>B_1:=A_1</math> gilt ebenfalls <math>P(A_{1}) = P(B_{1})</math>.
=== Beweisschritt 7 - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
Zusammen mit Beweisschritt 3 und 6 erhält man die Behauptung:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty \underbrace{P(B_k)}_{=P(A_k)} = \sum_{k=1}^\infty P(A_k)
</math>
q.e.d.
== Aufgabe 3 - Maßtheorie ==
Verallgemeinern Sie die Aussage für Lebesque-Maße auf <math>\mathbb{R}</math>, <math>\mathbb{R}^n</math>, <math>\mathbb{C}</math> oder <math>\mathbb{C}^n</math>!
== Siehe auch ==
* [[Borelsche Sigma-Algebra|Borelsche]] <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* [[Siebformel]]
* [[Wahrscheinlichkeitsmaß]]
* [[Kurs:Funktionentheorie#Flaechenintegrale|Flächenintegrale als Maße in der Funktionentheorie]]
=== Kurse ===
* [[Kurs:Maßtheorie auf topologischen Räumen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie]]
bmxfactf9z5tmktd9ru4h78qxp9ighx
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Bert Niehaus
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/* Aufgabe 2 - Nullmengen und Schnitte */
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wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
Der Begriff der Nullmengen ist ein Begriff der Maßtheorie, bei denen eine Menge <math>N</math> durch ein allgemeines Maß <math>\mu</math> oder ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math>P</math> das Maß <math>\mu(N)=0</math> bzw. <math>P(N)=0</math>. Ob eine Menge <math>N</math> eine Nullmenge ist, ist keine Eigenschaft der Menge, sondern eine Eigenschaft des Maßes. Daher spricht man in der Regel von <math>\mu</math>-Menge bzw. <math>P</math>-Nullmenge.
=== Beispiel ===
Das Ereigns <math>A=\{2,4,6\}</math> ist in jedem stetig Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf den reellen Zahlen eine <math>P</math>-Nullmenge. In dem diskreten [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] des Würfelexperiments <math>P_{_W}</math> ist <math>A</math> als Ereignis ''"gerade Zahl gewürfelt"'' keine <math>P_{_W}</math>-Nullmenge, denn es gilt <math>P_{_W}(A)=\tfrac{1}{2}\not= 0</math>.
== Definition - Nullmenge ==
Sei <math>\mu : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ein Maß auf der <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>. Eine messbare Menge <math>N\in\mathcal{S}</math> heißt Nullmenge bzw. <math>\mu</math>-Nullmenge, wenn <math>\mu(N) = 0</math> gilt.
=== Wahrscheinlichkeitsmaß ===
Ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math> P : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ist eine Spezialfall eines allgemeinen Maßes auf der
<math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>
=== Aufgabe 1 - Nullmengen ===
Zeige Sie, dass die Menge <math>\mathbb{Q}</math> der rationalen Zahlen in jedem stetigen Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf <math>\mathbb{R}</math> eine <math>P</math>-Nullmenge ist. Verwenden Sie dazu die <math>\sigma</math>-Additivität eines [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]].
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== Definition - paarweise nullmengendisjunkt ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math>. Endliche oder abzählbare Anzahl von messbaren Mengen <math>A_n \in \mathcal{S}</math> mit <math>n \in I \subseteq \mathbb{N}</math>, heißen ''paarweise nullmengendisjunkt'', wenn <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> gilt.
=== Bemerkung - paarweise disjunkt ===
Paarweise nullmengendisjunkt ist eine schwächere Eigenschaft als paarweise disjunkt, denn sind die <math>A_n</math> paarweise disjunkt gilt <math>P(A_k\cap A_m) = P(\emptyset) = 0</math> für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math>. Die Umkehrung gilt nicht, wenn sich z.B. der Schnitt von zwei Intervallen <math>A_1=[a,b]</math> und <math>A_2=[b,c]</math> mit <math>a < b < c</math> bei einer stetigen Verteilung <math>P</math> untersucht wird, gilt <math>A_1 \cap A_2 =\{b\} \not= \emptyset</math> und <math>P(A_1 \cap A_2) =P(\{b\})=0</math>.
=== Bemerkung - Anwendung bei der Approximation von Maßen ===
Betrachtet man stetige Maße für Flächen auf den komplexen Zahlen kann man das Intergal über eine [[orientierte Fläche|messbare Menge/Fläche]] approximativ durch eingeschriebene Rechtecke beschreiben, wie z.B. über den [[Approximationssatz für Dreiecke]] (siehe auch [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]). Dabei ist der Schnitt über die aufsummierten Rechtecke nicht notwendigerweise paarweise disjunkt, sondern nur paarweise nullmengendisjunkt. Die schwächere Eigenschaft reicht aber aus, um über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität]] additiv die Gesamtfläche zu approximieren, wie der folgenden Satz zeigt.
== Satz über Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> mit <math>A_n \in \mathcal{S}</math> für alle <math>n \in \mathbb{N}</math>, dann gilt die Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität, d.h. <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> so folgt:
:<math>P\left(\bigcup_{n\in \mathbb{N}} A_n \right) = \sum_{n\in \mathbb{N}} P\left( A_n \right)</math>
== Beweis - Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math> (\Omega, \mathcal{S}) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S}\to [0,1]</math> ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] und seien <math> A_n \in \mathcal{S} </math> Mengen mit <math> P(A_i \cap A_j) = 0 </math> für alle <math> i \ne j </math>.
=== Beweisschritt 1 - Folge aus paarweise disjunkten Mengen ===
Aus der gegebenen Folge <math>(A_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra <math>\mathcal{S} </math> wird eine weitere Folge <math>(B_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra erzeugt, die paarweise disjunkt sind. Dieses Schritt wird verwendet, um die <math>\sigma</math>-Additivität auf <math>P\left(\bigcup_{n=1}^\infty A_{n}\right) = P\left(\bigcup_{n=1}^\infty B_{n}\right)</math> anwenden zu können und die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung berechnen zu können.
=== Beweisschritt 2 - Definition der disjunkten Mengen ===
Die Mengen <math>B_n</math> werden induktiv definiert, indem aus dem gegeben <math>A_{n+1}</math> alle Elemente aus <math>\Omega</math> entfernt werden, die bereits in <math>A_1 , \ldots , A_n</math> berücksichtigt wurden.
:<math>
B_1 = A_1, \quad B_2 = A_2 \setminus A_1, \quad B_3 = A_3 \setminus (A_1 \cup A_2), \quad \dots
</math>
Allgemein gilt für beliebige <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
B_{n+1} := A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k \subseteq A_{n+1}
</math>
=== Beweisschritt 3 - Darstellung der Vereinigung ===
Zunächst einmal kann die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>A_n</math> auch durch die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>B_n</math> dargestellt werden:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty P(B_k)
</math>
Das zweite Gleichheitszeichen gilt über die <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-Additivität]] von <math>P</math>.
=== Beweisschritt 4 - Teilmengenbeziehung und W-Maße ===
Mit Beweisschritt 2 gilt über <math>B_{n}\subseteq A_{n}</math> für alle <math>n\in\mathbb{N}</math> und für beliebige Teilmengenbeziehungen bzgl. des [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]] <math>P</math> auch <math>P(B_{n}) \leq P(A_{n})</math>. Es wird nun gezeigt, dass mit der Nullmengeneigenschaft aus den Voraussetzungen auch <math>P(B_{n}) = P(A_{n})</math>.
Nun wendet man die Nullmengeneigenschaft aus der Voraussetzung an.
=== Beweisschritt 5 - Nullmengeneigenschaft - Mengendarstellung ===
Mit der Rechenregeln für Mengen der Form <math>A\cap (B\cup C) = (A\cap B)\cup (A\cap C)</math> erhält man die Darstellung
:<math>
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k = \bigcup_{k=1}^{n} (A_{n+1} \cap A_k) =: C_{n+1}
</math>
Die Mengen <math> A_{n+1} \cap A_k </math> aus der Vereinigungsmengen auf der rechten Gleichungsseite sind Nullmengen, d.h. <math> P(A_n \cap A_k) = 0 </math> gilt für <math> k \leq n </math>.
=== Beweisschritt 6 - Nullmengeneigenschaft - Abschätzung ===
Da <math> P </math> <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-additiv]] ist, gilt die folgende Abschätzung für die Mengendarstellung aus Beweisschritt 5 mit <math>n+1 \not= k</math> für <math>k\in\{1,\ldots , n\}</math> und <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
\begin{array}{rcl}
P(A_{n+1})
&=&
\displaystyle
P\bigg( \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k }_{=B_{n+1}} \bigg)
\cup \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k}_{=:C_{n+1}}\bigg)
\bigg)
\\
& \leq &
\displaystyle
P( B_{n+1} ) + \sum_{k=1}^{n} \underbrace{P(A_{n+1} \cap A_k)}_{=0}
= P( B_{n+1} )
\\
\end{array}
</math>
Zusammen mit der Ungleichung für Teilmengen aus Beweisschritt 4 gilt <math>P(A_{n+1}) = P(B_{n+1})</math> und wegen <math>B_1:=A_1</math> gilt ebenfalls <math>P(A_{1}) = P(B_{1})</math>.
=== Beweisschritt 7 - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
Zusammen mit Beweisschritt 3 und 6 erhält man die Behauptung:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty \underbrace{P(B_k)}_{=P(A_k)} = \sum_{k=1}^\infty P(A_k)
</math>
q.e.d.
== Aufgabe 3 - Maßtheorie ==
Verallgemeinern Sie die Aussage für Lebesque-Maße auf <math>\mathbb{R}</math>, <math>\mathbb{R}^n</math>, <math>\mathbb{C}</math> oder <math>\mathbb{C}^n</math>!
== Siehe auch ==
* [[Borelsche Sigma-Algebra|Borelsche]] <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* [[Siebformel]]
* [[Wahrscheinlichkeitsmaß]]
* [[Kurs:Funktionentheorie#Flaechenintegrale|Flächenintegrale als Maße in der Funktionentheorie]]
=== Kurse ===
* [[Kurs:Maßtheorie auf topologischen Räumen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie]]
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2026-05-04T06:24:24Z
Bert Niehaus
20843
/* Aufgabe 3 - Maßtheorie */
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wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
Der Begriff der Nullmengen ist ein Begriff der Maßtheorie, bei denen eine Menge <math>N</math> durch ein allgemeines Maß <math>\mu</math> oder ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math>P</math> das Maß <math>\mu(N)=0</math> bzw. <math>P(N)=0</math>. Ob eine Menge <math>N</math> eine Nullmenge ist, ist keine Eigenschaft der Menge, sondern eine Eigenschaft des Maßes. Daher spricht man in der Regel von <math>\mu</math>-Menge bzw. <math>P</math>-Nullmenge.
=== Beispiel ===
Das Ereigns <math>A=\{2,4,6\}</math> ist in jedem stetig Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf den reellen Zahlen eine <math>P</math>-Nullmenge. In dem diskreten [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] des Würfelexperiments <math>P_{_W}</math> ist <math>A</math> als Ereignis ''"gerade Zahl gewürfelt"'' keine <math>P_{_W}</math>-Nullmenge, denn es gilt <math>P_{_W}(A)=\tfrac{1}{2}\not= 0</math>.
== Definition - Nullmenge ==
Sei <math>\mu : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ein Maß auf der <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>. Eine messbare Menge <math>N\in\mathcal{S}</math> heißt Nullmenge bzw. <math>\mu</math>-Nullmenge, wenn <math>\mu(N) = 0</math> gilt.
=== Wahrscheinlichkeitsmaß ===
Ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math> P : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ist eine Spezialfall eines allgemeinen Maßes auf der
<math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>
=== Aufgabe 1 - Nullmengen ===
Zeige Sie, dass die Menge <math>\mathbb{Q}</math> der rationalen Zahlen in jedem stetigen Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf <math>\mathbb{R}</math> eine <math>P</math>-Nullmenge ist. Verwenden Sie dazu die <math>\sigma</math>-Additivität eines [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]].
<span id="SatzSigmaNullmenge"></span>
== Definition - paarweise nullmengendisjunkt ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math>. Endliche oder abzählbare Anzahl von messbaren Mengen <math>A_n \in \mathcal{S}</math> mit <math>n \in I \subseteq \mathbb{N}</math>, heißen ''paarweise nullmengendisjunkt'', wenn <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> gilt.
=== Bemerkung - paarweise disjunkt ===
Paarweise nullmengendisjunkt ist eine schwächere Eigenschaft als paarweise disjunkt, denn sind die <math>A_n</math> paarweise disjunkt gilt <math>P(A_k\cap A_m) = P(\emptyset) = 0</math> für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math>. Die Umkehrung gilt nicht, wenn sich z.B. der Schnitt von zwei Intervallen <math>A_1=[a,b]</math> und <math>A_2=[b,c]</math> mit <math>a < b < c</math> bei einer stetigen Verteilung <math>P</math> untersucht wird, gilt <math>A_1 \cap A_2 =\{b\} \not= \emptyset</math> und <math>P(A_1 \cap A_2) =P(\{b\})=0</math>.
=== Bemerkung - Anwendung bei der Approximation von Maßen ===
Betrachtet man stetige Maße für Flächen auf den komplexen Zahlen kann man das Intergal über eine [[orientierte Fläche|messbare Menge/Fläche]] approximativ durch eingeschriebene Rechtecke beschreiben, wie z.B. über den [[Approximationssatz für Dreiecke]] (siehe auch [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]). Dabei ist der Schnitt über die aufsummierten Rechtecke nicht notwendigerweise paarweise disjunkt, sondern nur paarweise nullmengendisjunkt. Die schwächere Eigenschaft reicht aber aus, um über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität]] additiv die Gesamtfläche zu approximieren, wie der folgenden Satz zeigt.
== Satz über Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> mit <math>A_n \in \mathcal{S}</math> für alle <math>n \in \mathbb{N}</math>, dann gilt die Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität, d.h. <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> so folgt:
:<math>P\left(\bigcup_{n\in \mathbb{N}} A_n \right) = \sum_{n\in \mathbb{N}} P\left( A_n \right)</math>
== Beweis - Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math> (\Omega, \mathcal{S}) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S}\to [0,1]</math> ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] und seien <math> A_n \in \mathcal{S} </math> Mengen mit <math> P(A_i \cap A_j) = 0 </math> für alle <math> i \ne j </math>.
=== Beweisschritt 1 - Folge aus paarweise disjunkten Mengen ===
Aus der gegebenen Folge <math>(A_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra <math>\mathcal{S} </math> wird eine weitere Folge <math>(B_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra erzeugt, die paarweise disjunkt sind. Dieses Schritt wird verwendet, um die <math>\sigma</math>-Additivität auf <math>P\left(\bigcup_{n=1}^\infty A_{n}\right) = P\left(\bigcup_{n=1}^\infty B_{n}\right)</math> anwenden zu können und die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung berechnen zu können.
=== Beweisschritt 2 - Definition der disjunkten Mengen ===
Die Mengen <math>B_n</math> werden induktiv definiert, indem aus dem gegeben <math>A_{n+1}</math> alle Elemente aus <math>\Omega</math> entfernt werden, die bereits in <math>A_1 , \ldots , A_n</math> berücksichtigt wurden.
:<math>
B_1 = A_1, \quad B_2 = A_2 \setminus A_1, \quad B_3 = A_3 \setminus (A_1 \cup A_2), \quad \dots
</math>
Allgemein gilt für beliebige <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
B_{n+1} := A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k \subseteq A_{n+1}
</math>
=== Beweisschritt 3 - Darstellung der Vereinigung ===
Zunächst einmal kann die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>A_n</math> auch durch die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>B_n</math> dargestellt werden:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty P(B_k)
</math>
Das zweite Gleichheitszeichen gilt über die <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-Additivität]] von <math>P</math>.
=== Beweisschritt 4 - Teilmengenbeziehung und W-Maße ===
Mit Beweisschritt 2 gilt über <math>B_{n}\subseteq A_{n}</math> für alle <math>n\in\mathbb{N}</math> und für beliebige Teilmengenbeziehungen bzgl. des [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]] <math>P</math> auch <math>P(B_{n}) \leq P(A_{n})</math>. Es wird nun gezeigt, dass mit der Nullmengeneigenschaft aus den Voraussetzungen auch <math>P(B_{n}) = P(A_{n})</math>.
Nun wendet man die Nullmengeneigenschaft aus der Voraussetzung an.
=== Beweisschritt 5 - Nullmengeneigenschaft - Mengendarstellung ===
Mit der Rechenregeln für Mengen der Form <math>A\cap (B\cup C) = (A\cap B)\cup (A\cap C)</math> erhält man die Darstellung
:<math>
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k = \bigcup_{k=1}^{n} (A_{n+1} \cap A_k) =: C_{n+1}
</math>
Die Mengen <math> A_{n+1} \cap A_k </math> aus der Vereinigungsmengen auf der rechten Gleichungsseite sind Nullmengen, d.h. <math> P(A_n \cap A_k) = 0 </math> gilt für <math> k \leq n </math>.
=== Beweisschritt 6 - Nullmengeneigenschaft - Abschätzung ===
Da <math> P </math> <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-additiv]] ist, gilt die folgende Abschätzung für die Mengendarstellung aus Beweisschritt 5 mit <math>n+1 \not= k</math> für <math>k\in\{1,\ldots , n\}</math> und <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
\begin{array}{rcl}
P(A_{n+1})
&=&
\displaystyle
P\bigg( \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k }_{=B_{n+1}} \bigg)
\cup \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k}_{=:C_{n+1}}\bigg)
\bigg)
\\
& \leq &
\displaystyle
P( B_{n+1} ) + \sum_{k=1}^{n} \underbrace{P(A_{n+1} \cap A_k)}_{=0}
= P( B_{n+1} )
\\
\end{array}
</math>
Zusammen mit der Ungleichung für Teilmengen aus Beweisschritt 4 gilt <math>P(A_{n+1}) = P(B_{n+1})</math> und wegen <math>B_1:=A_1</math> gilt ebenfalls <math>P(A_{1}) = P(B_{1})</math>.
=== Beweisschritt 7 - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
Zusammen mit Beweisschritt 3 und 6 erhält man die Behauptung:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty \underbrace{P(B_k)}_{=P(A_k)} = \sum_{k=1}^\infty P(A_k)
</math>
q.e.d.
=== Aufgabe 2 - Nullmengen und Schnitte ===
Beweisen Sie als Vorbereitung für den Satz der Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität in den Übungen die folgende Aussage. Wenn paarweise Schnitte Voraussetzung <math>A_k\cap A_m</math> mit <math>k\not= m</math> Nullmengen sind, so sind auch beliebige Schnitte <math>\bigcap_{i=1}^m A_{m_i}</math> von paarweise verschiedenen <math>A_{m_i}</math> bereits Nullmengen sind. Nutzen Sie dazu die Abschätzung:
:<math>
0 = P(A_{m_1} \cap A_{m_2}) \geq P\left( \bigcap_{i=1}^m A_{m_i} \right) \geq 0
</math>
Führen Sie den Beweis vollständig aus!
== Aufgabe 3 - Maßtheorie ==
Verallgemeinern Sie die Aussage für Lebesque-Maße auf <math>\mathbb{R}</math>, <math>\mathbb{R}^n</math>, <math>\mathbb{C}</math> oder <math>\mathbb{C}^n</math>!
== Siehe auch ==
* [[Borelsche Sigma-Algebra|Borelsche]] <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* [[Siebformel]]
* [[Wahrscheinlichkeitsmaß]]
* [[Kurs:Funktionentheorie#Flaechenintegrale|Flächenintegrale als Maße in der Funktionentheorie]]
=== Kurse ===
* [[Kurs:Maßtheorie auf topologischen Räumen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie]]
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Bert Niehaus
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/* Siehe auch */
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wikitext
text/x-wiki
== Einleitung ==
Der Begriff der Nullmengen ist ein Begriff der Maßtheorie, bei denen eine Menge <math>N</math> durch ein allgemeines Maß <math>\mu</math> oder ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math>P</math> das Maß <math>\mu(N)=0</math> bzw. <math>P(N)=0</math>. Ob eine Menge <math>N</math> eine Nullmenge ist, ist keine Eigenschaft der Menge, sondern eine Eigenschaft des Maßes. Daher spricht man in der Regel von <math>\mu</math>-Menge bzw. <math>P</math>-Nullmenge.
=== Beispiel ===
Das Ereigns <math>A=\{2,4,6\}</math> ist in jedem stetig Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf den reellen Zahlen eine <math>P</math>-Nullmenge. In dem diskreten [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] des Würfelexperiments <math>P_{_W}</math> ist <math>A</math> als Ereignis ''"gerade Zahl gewürfelt"'' keine <math>P_{_W}</math>-Nullmenge, denn es gilt <math>P_{_W}(A)=\tfrac{1}{2}\not= 0</math>.
== Definition - Nullmenge ==
Sei <math>\mu : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ein Maß auf der <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>. Eine messbare Menge <math>N\in\mathcal{S}</math> heißt Nullmenge bzw. <math>\mu</math>-Nullmenge, wenn <math>\mu(N) = 0</math> gilt.
=== Wahrscheinlichkeitsmaß ===
Ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] <math> P : \mathcal{S} \to \mathbb{R}</math> ist eine Spezialfall eines allgemeinen Maßes auf der
<math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]] <math>\mathcal{S}</math>
=== Aufgabe 1 - Nullmengen ===
Zeige Sie, dass die Menge <math>\mathbb{Q}</math> der rationalen Zahlen in jedem stetigen Wahrscheinlichkeitsmaß <math>P</math> auf <math>\mathbb{R}</math> eine <math>P</math>-Nullmenge ist. Verwenden Sie dazu die <math>\sigma</math>-Additivität eines [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]].
<span id="SatzSigmaNullmenge"></span>
== Definition - paarweise nullmengendisjunkt ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math>. Endliche oder abzählbare Anzahl von messbaren Mengen <math>A_n \in \mathcal{S}</math> mit <math>n \in I \subseteq \mathbb{N}</math>, heißen ''paarweise nullmengendisjunkt'', wenn <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> gilt.
=== Bemerkung - paarweise disjunkt ===
Paarweise nullmengendisjunkt ist eine schwächere Eigenschaft als paarweise disjunkt, denn sind die <math>A_n</math> paarweise disjunkt gilt <math>P(A_k\cap A_m) = P(\emptyset) = 0</math> für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math>. Die Umkehrung gilt nicht, wenn sich z.B. der Schnitt von zwei Intervallen <math>A_1=[a,b]</math> und <math>A_2=[b,c]</math> mit <math>a < b < c</math> bei einer stetigen Verteilung <math>P</math> untersucht wird, gilt <math>A_1 \cap A_2 =\{b\} \not= \emptyset</math> und <math>P(A_1 \cap A_2) =P(\{b\})=0</math>.
=== Bemerkung - Anwendung bei der Approximation von Maßen ===
Betrachtet man stetige Maße für Flächen auf den komplexen Zahlen kann man das Intergal über eine [[orientierte Fläche|messbare Menge/Fläche]] approximativ durch eingeschriebene Rechtecke beschreiben, wie z.B. über den [[Approximationssatz für Dreiecke]] (siehe auch [[Flächenintegrale in der Funktionentheorie]]). Dabei ist der Schnitt über die aufsummierten Rechtecke nicht notwendigerweise paarweise disjunkt, sondern nur paarweise nullmengendisjunkt. Die schwächere Eigenschaft reicht aber aus, um über die [[Nullmengen-Sigma-Additivität]] additiv die Gesamtfläche zu approximieren, wie der folgenden Satz zeigt.
== Satz über Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S} \longrightarrow \mathbb{R}</math> ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf <math>( \Omega,\mathcal{S} ) </math> mit <math>A_n \in \mathcal{S}</math> für alle <math>n \in \mathbb{N}</math>, dann gilt die Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität, d.h. <math>P(A_k\cap A_m) = 0</math> gilt, für alle <math>k,m\in \mathbb{N}</math> mit <math>k\not= m</math> so folgt:
:<math>P\left(\bigcup_{n\in \mathbb{N}} A_n \right) = \sum_{n\in \mathbb{N}} P\left( A_n \right)</math>
== Beweis - Nullmengen-Sigma-Additivität ==
Sei <math> (\Omega, \mathcal{S}) </math> ein [[Messraum]] und <math>P:\mathcal{S}\to [0,1]</math> ein [[Wahrscheinlichkeitsmaß]] und seien <math> A_n \in \mathcal{S} </math> Mengen mit <math> P(A_i \cap A_j) = 0 </math> für alle <math> i \ne j </math>.
=== Beweisschritt 1 - Folge aus paarweise disjunkten Mengen ===
Aus der gegebenen Folge <math>(A_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra <math>\mathcal{S} </math> wird eine weitere Folge <math>(B_n)_{n\in \mathbb{N}}</math> von Mengen aus der <math>\sigma</math>-Algebra erzeugt, die paarweise disjunkt sind. Dieses Schritt wird verwendet, um die <math>\sigma</math>-Additivität auf <math>P\left(\bigcup_{n=1}^\infty A_{n}\right) = P\left(\bigcup_{n=1}^\infty B_{n}\right)</math> anwenden zu können und die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung berechnen zu können.
=== Beweisschritt 2 - Definition der disjunkten Mengen ===
Die Mengen <math>B_n</math> werden induktiv definiert, indem aus dem gegeben <math>A_{n+1}</math> alle Elemente aus <math>\Omega</math> entfernt werden, die bereits in <math>A_1 , \ldots , A_n</math> berücksichtigt wurden.
:<math>
B_1 = A_1, \quad B_2 = A_2 \setminus A_1, \quad B_3 = A_3 \setminus (A_1 \cup A_2), \quad \dots
</math>
Allgemein gilt für beliebige <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
B_{n+1} := A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k \subseteq A_{n+1}
</math>
=== Beweisschritt 3 - Darstellung der Vereinigung ===
Zunächst einmal kann die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>A_n</math> auch durch die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung der <math>B_n</math> dargestellt werden:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty P(B_k)
</math>
Das zweite Gleichheitszeichen gilt über die <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-Additivität]] von <math>P</math>.
=== Beweisschritt 4 - Teilmengenbeziehung und W-Maße ===
Mit Beweisschritt 2 gilt über <math>B_{n}\subseteq A_{n}</math> für alle <math>n\in\mathbb{N}</math> und für beliebige Teilmengenbeziehungen bzgl. des [[Wahrscheinlichkeitsmaß|Wahrscheinlichkeitsmaßes]] <math>P</math> auch <math>P(B_{n}) \leq P(A_{n})</math>. Es wird nun gezeigt, dass mit der Nullmengeneigenschaft aus den Voraussetzungen auch <math>P(B_{n}) = P(A_{n})</math>.
Nun wendet man die Nullmengeneigenschaft aus der Voraussetzung an.
=== Beweisschritt 5 - Nullmengeneigenschaft - Mengendarstellung ===
Mit der Rechenregeln für Mengen der Form <math>A\cap (B\cup C) = (A\cap B)\cup (A\cap C)</math> erhält man die Darstellung
:<math>
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k = \bigcup_{k=1}^{n} (A_{n+1} \cap A_k) =: C_{n+1}
</math>
Die Mengen <math> A_{n+1} \cap A_k </math> aus der Vereinigungsmengen auf der rechten Gleichungsseite sind Nullmengen, d.h. <math> P(A_n \cap A_k) = 0 </math> gilt für <math> k \leq n </math>.
=== Beweisschritt 6 - Nullmengeneigenschaft - Abschätzung ===
Da <math> P </math> <math>\sigma</math>[[Sigma-Additivität|-additiv]] ist, gilt die folgende Abschätzung für die Mengendarstellung aus Beweisschritt 5 mit <math>n+1 \not= k</math> für <math>k\in\{1,\ldots , n\}</math> und <math>n\in\mathbb{N}</math>:
:<math>
\begin{array}{rcl}
P(A_{n+1})
&=&
\displaystyle
P\bigg( \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \setminus \bigcup_{k=1}^{n} A_k }_{=B_{n+1}} \bigg)
\cup \bigg( \underbrace{
A_{n+1} \cap \bigcup_{k=1}^{n} A_k}_{=:C_{n+1}}\bigg)
\bigg)
\\
& \leq &
\displaystyle
P( B_{n+1} ) + \sum_{k=1}^{n} \underbrace{P(A_{n+1} \cap A_k)}_{=0}
= P( B_{n+1} )
\\
\end{array}
</math>
Zusammen mit der Ungleichung für Teilmengen aus Beweisschritt 4 gilt <math>P(A_{n+1}) = P(B_{n+1})</math> und wegen <math>B_1:=A_1</math> gilt ebenfalls <math>P(A_{1}) = P(B_{1})</math>.
=== Beweisschritt 7 - Nullmengen-Sigma-Additivität ===
Zusammen mit Beweisschritt 3 und 6 erhält man die Behauptung:
:<math>
P\left( \bigcup_{k=1}^\infty A_k \right) = P\left( \bigcup_{k=1}^\infty B_k \right) = \sum_{k=1}^\infty \underbrace{P(B_k)}_{=P(A_k)} = \sum_{k=1}^\infty P(A_k)
</math>
q.e.d.
=== Aufgabe 2 - Nullmengen und Schnitte ===
Beweisen Sie als Vorbereitung für den Satz der Nullmengen-<math>\sigma</math>-Additivität in den Übungen die folgende Aussage. Wenn paarweise Schnitte Voraussetzung <math>A_k\cap A_m</math> mit <math>k\not= m</math> Nullmengen sind, so sind auch beliebige Schnitte <math>\bigcap_{i=1}^m A_{m_i}</math> von paarweise verschiedenen <math>A_{m_i}</math> bereits Nullmengen sind. Nutzen Sie dazu die Abschätzung:
:<math>
0 = P(A_{m_1} \cap A_{m_2}) \geq P\left( \bigcap_{i=1}^m A_{m_i} \right) \geq 0
</math>
Führen Sie den Beweis vollständig aus!
== Aufgabe 3 - Maßtheorie ==
Verallgemeinern Sie die Aussage für Lebesque-Maße auf <math>\mathbb{R}</math>, <math>\mathbb{R}^n</math>, <math>\mathbb{C}</math> oder <math>\mathbb{C}^n</math>!
== Siehe auch ==
* [[Approximationssatz für Dreiecke]]
* [[Borelsche Sigma-Algebra|Borelsche]] <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* <math>\sigma</math>[[Sigma-Algebra|-Algebra]]
* [[Siebformel]]
* [[Wahrscheinlichkeitsmaß]]
* [[Kurs:Funktionentheorie#Flaechenintegrale|Flächenintegrale als Maße in der Funktionentheorie]]
=== Kurse ===
* [[Kurs:Maßtheorie auf topologischen Räumen]]
* [[Kurs:Funktionentheorie]]
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Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale
0
170300
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Bert Niehaus
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Weiterleitung nach [[Kurs:Funktionentheorie/Eckenreduktionssatz für Polygone]] erstellt
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